Erfolgreiche Teilnehmer des ersten Zercur-Basislehrgangs Geriatrie am Elisabeth-Krankenhaus mit den fachlichen Leitern Nicole Pfeifer (2.v.r.), Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Grevenbroicher Krankenhaus, und Dr. Andreas Backes (re.), Chefarzt am Hagener St. Josefs-Hospital (Foto: Rhein-Kreis Neuss Kliniken / S. Niemöhlmann)
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Grevenbroich. Die Geriatrie oder Altersmedizin ist aufgrund der Fülle an Krankheitsbildern ein abwechslungsreiches Querschnittsfach. Die enorme Bandbreite der Fachrichtung wurde auch beim Zercur-Basislehrgang deutlich, den die Klinik für Geriatrie am Kreiskrankenhaus St. Elisabeth zusammen mit dem St. Josefs-Hospital Hagen erstmals angeboten hat. Und als die 15 Teilnehmer aus dem Rhein-Kreis Neuss und Hagen nach der sehr intensiven Fortbildung ihre Zertifikate in Empfang nehmen konnten, gab es auch für die geriatrischen Chefärzte Nicole Pfeifer (Grevenbroich) und Dr. Andreas Backes (Hagen) äußerst positive Rückmeldungen.

Insgesamt 64 Stunden Unterricht besuchten die Mitarbeiter aus Pflege, Sozialdienst, Therapie und Ärzteschaft für diese Zusatzqualifikation, die der Bundesverband Geriatrie zertifiziert hat. In sechs Modulen wurden neben den Grundlagen der Behandlung alter Menschen, Schmerztherapie, Umgang mit chronischen Wunden oder Mobilität auch Themen wie Ethik und Palliativmedizin besprochen. Inhalte waren zudem Krankheitsbilder wie Demenz und Depression, Diabetes und Schlaganfall – Diagnosen, die nicht untypisch für ältere Patienten sind. Bei den Dozenten konnte Initiatorin Nicole Pfeifer auch auf Fachkompetenz aus dem eigenen Haus setzen: So erläuterte Dr. Angela Meyer, Leitende Oberärztin Chirurgie, die palliativen Versorgungsstrukturen im Kreisgebiet; Dr. Christian Kautz, Oberarzt der geriatrischen Klinik, stellte die Diagnostik der verschiedenen Formen der Demenz vor; um häufige Frakturen im Alter ging es im Vortrag von Dr. Henning Langwara, Chefarzt der Chirurgie am Dormagener Standort der Rhein-Kreis Neuss Kliniken, und Dr. Alexandra Knille, Leiterin der Schmerztherapie, referierte über Symptomkontrolle.

Während Physiotherapeutin Yvonne Schlegel die Analyse von Gang- und Gleichgewichtsstörungen erörterte, ging es in anderen Unterrichtseinheiten um Prothesenversorgung oder den Einsatz von Hilfsmitteln. Neben medizinischen Fragen wurden auch rechtliche Aspekte beleuchtet. So sprachen die Dozenten Susanne Pfestorf und Miriam Zinn vom Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (BIG) über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Der Bedeutung einer ganzheitlichen Versorgung wandte sich Krankenhaus-Seelsorger Heinz Günter Schmitz zu.

Bereits jetzt steht fest, dass der nächste Zercur-Basislehrgang im Oktober beziehungsweise November in Grevenbroich und Hagen stattfinden wird. Auch dann werden hochkarätige Dozenten unter anderem zu folgenden Themen referieren: der geriatrische Patient, geriatrische Assessments, Alterstraumatologie, Palliativmedizin und Geriatrie, Wundversorgung bei geriatrischen Patienten, ernährungsmedizinische Aspekte in der Versorgung geriatrischer Patienten, Neurologie, Schmerztherapie beim geriatrischen Patienten, Demenz und Depression im Alter.

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