Die frischgebackenen Mannschaftseuropameister mit der Dormagenerin Larissa Eifler (2. v.l.) (Foto: Deutscher Fechter-Bund/Eva Pavía / Team Augusto Bizzi)
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Dormagen. Sensation im Teamwettbewerb der Damen bei der Junioren-Europameisterschaft in Foggia (Italien)! Das Damen-Quartett des Deutschen Fechter-Bundes mit der Dormagenerin Larissa Eifler, Elisabeth Gette, Julika Funke und Anna-Lena Bürkert (alle FC Würth Künzelsau), sicherte sich mit einer herausragenden Leistung EM-Gold.

Im Finale gegen die Gastgeberinnen aus Italien lag das deutsche Team vor dem letzten Gefecht schon mit 40:29 in Führung. Die italienische Schlussfechterin Giulia Arpino konnte den Rückstand im letzten Gefecht gegen Lisa Gette zwar verkürzen, das Match aber nicht mehr kippen. Gette bewies Nervenstärke und setzte den entscheidenden Treffer zum umjubelten 45:40 Endstand und dem Titelgewinn. „Das war eine sensationelle Leistung“, zeigte sich Bundestrainer Dan Costache begeistert. „Der Frust über das schwache Abschneiden im Einzel war unseren Fechterinnen anzumerken und ich glaube, das hat für eine extra Portion Motivation gesorgt.“

Schon im Halbfinale mussten die deutschen Damen Nerven aus Stahl beweisen. Gegen das türkische Team, das zuvor überraschend gegen Russland, die Nummer Eins der Junioren-Weltrangliste, gewonnen hatte, ging Schlussfechterin Gette mit einem 40:33 Vorsprung ins letzte Gefecht. Ihre Kontrahentin Deniz Selin Unludagn ließ diesen Vorsprung jedoch dahinschmelzen und glich sogar zum 44:44 aus. Am Ende jubelten dennoch die Deutschen: Gette behielt die Nerven und erkämpfte ihrer Mannschaft den 45. Treffer und den damit verbundenen Einzug ins Finale. In den vorherigen Gefechten hatte sich das DFeB-Team gegen Georgien (45:40) und Bulgarien (45:42) durchsetzen können.

Glückwünsche aus der Heimat gab es von TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald: „Ich freue mich sehr für die Mannschaft und natürlich besonders für unsere TSV-Fechterin Larissa Eifler, die sich nach ihrer Verletzung schnell wieder auf die große internationale Junioren-Bühne zurückgefochten hat und dieses Comeback mit dem EM-Sieg krönen konnte.“

Keine Erfolgserlebnisse im Einzel für Eifler, Wennemar und Friedheim

Drei Tage vor dem Teamwettbewerb stand Larissa Eifler auch im Einzelwettkampf der EM in Foggia auf der Planche. Die 19-jährige zog mit vier Vorrundensiegen und einer Niederlage souverän in die K.O.-Runde ein. Nach einem Freilos im Tableau der besten 64, musste Eifler sich jedoch schon in ihrem ersten K.O.-Gefecht der Italienerin Benedetta Taricco mit 9:15 beugen und schied damit frühzeitig aus dem Rennen um die Medaillen aus. In der Endabrechnung landete die Dormagenerin auf dem 19. Platz. „Nach den guten Ergebnissen in der Saison hatten wir uns vielleicht ein bisschen mehr ausgerechnet. Es wirkte, als hätten unsere Starterinnen sich zu viel Druck gemacht, der sie blockiert hat. Mit dem Titelgewinn im Team haben sie das natürlich dreimal wieder wettgemacht“, so Bundestrainer Dan Costache.

Ernüchternd verlief die EM für die beiden männlichen Starter des TSV Bayer Dormagen. Stefan Friedheim und Bas Wennemar schieden beide bereits in der Runde der besten 64 aus. Friedheim scheiterte mit 14:15 am Georgier Nikoloz Tcheishvili, Wennemar musste sich Nika Shengelia (ebenfalls Georgien) mit 11:15 beugen. In der Abschlusstabelle landeten die beiden Dormagener auf den Rängen 36 (Friedheim) und 52 (Wennemar). „Die Jungs haben zu ängstlich und unkonzentriert gefochten. Damit haben sie sich die Chance auf ein Weiterkommen genommen“, so Nachwuchs-Bundestrainer Dan Costache.

Im Mannschaftswettbewerb am Sonntag, dem letzten Gefechtstag der EM, konnten die Herren es den Damen nicht gleich tun. Das deutsche Quartett mit den beiden Dormagenern Bas Wennemar und Stefan Friedheim sowie Louis Haag (Tauberbischofsheim) und Antonio Heathcock (Eislingen) verloren ihr erstes Gefecht gegen die Ukraine mit 38:45 und schieden damit aus dem Titelrennen aus. In den Platzierungsgefechten folgte ein 45:35 Erfolg gegen die Türkei und Niederlagen gegen Ungarn (33:45) und Polen (37:45). In der Endabrechnung bedeutete dies den zwölften Rang für das Team von Bundestrainer Dan Costache.

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