v.l. Jörn Gedig, OB Ulrich Scholten, Jürgen Schnitzmeier (M & B), Dominik Schreyer, Gesa Delija (M & B), Guido Zakrzewski (IHK MEO) und Peter Vermeulen (Stadt Mülheim) (Foto: Mülheim & Business / PR-Fotografie Köhring)
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Mülheim. Bis November werden drei Konzepte getestet

Um Punkt elf Uhr öffnete heute mit „4330 Mülheim“ für 90 Tage ein Pop Up Shop in der Wertstadt seine Pforten. Dort vertreibt Jörn Gedig vor Ort bedruckte und unbedruckte Textilien und textile Accessoires mit einem lokalpatriotischen Mülheimer „Touch“. Darüber nutzt er die Ladenfläche als Showroom für Werbetextilkunden aus dem B-to-B-Bereich. Angesprochen werden also neben dem Mülheimer Endkunden auch Unternehmen, Vereine und sonstige Großkunden mit textilen Bedarfen. Gedigs Laden ist der einzige Anbieter von Werbetextilien in der Mülheimer Innenstadt.

„Ich freue mich über ein reges Interesse an meinen Produkten und den Zuspruch für meine Geschäftsidee“, sagte Jörn Gedig bei der Eröffnung der rund 50 Quadratmeter großen Ladenfläche im Löhberg 35/Kohlenkamp 34. Das Besondere der sogenannten Einzelhandelslabor-Idee von Stadt, Wirtschaftsförderung und IHK ist nicht nur ihr provisorischer Charakter, denn Anfang Mai muss Gedig den Shop für die nächste Ladenidee wieder räumen, sondern auch ihr Ausstattungskonzept.

Alle drei Teilnehmer des Einzelhandelslabors werden von Dominik Schreyer vom Diakoniewerk flexibel aus dem „Sonderbar“-Sortiment (Kaiserstraße 9) mit retroschicken bis upgecycelten Patchwork-Möbeln und Dekorationswaren ausgestattet. „Diese Möbel und Accessoires stehen selbstverständlich auch zum Verkauf bereit“, so die M & B Citymanagerin Gesa Delija. Von ihr stammt auch diese Projektidee für die Mülheimer City: „Unser Einzelhandelslabor ermöglicht Einzelhändlern und Gründern mit individuellen Angeboten auf einem niedrigen Kostenniveau zu starten und sich bei Erfolg dann langfristig in der Innenstadt anzusiedeln“.

Sieben Bewerber für drei Pop Up Shops

Ausgewählt wurde „4330 Mülheim“ und die zwei nachfolgenden Geschäftsideen aus sieben Bewerberkonzepten in einer Jurysitzung von Gesa Delija (M & B), Jürgen Schnitzmeier (M & B), Peter Vermeulen (Stadt Mülheim) und Guido Zakrzewski (IHK MEO) am 15. Januar. Über mangelnde Bewerbungen konnten sich die Juroren trotz des knappen Bewerbungszeitfensters nicht beschweren. Anfang Januar wurde das Projekt ausgeschrieben und nur knapp zwei Wochen lang hatten die Bewerberinnen und Bewerber Zeit, ihre Ideen einzureichen. Außer Gastronomie- und reinen Dienstleistungskonzepten, die strikt ausgenommen waren, war unter den eingehenden Bewerbungen fast alles dabei: von Brautmodenideen bis zur nachhaltigen Naturkosmetik. „Wir waren bei der Jurysitzung doch ziemlich positiv überrascht über die Breite und Vielfalt. Ich hatte nämlich befürchtet, dass da wenig oder nichts wirklich Geeignetes einginge“, so Planungs- und Baudezernent Peter Vermeulen.

„Die Idee eines Einzelhandelslabors zum Ausprobieren ist ideal für die aktuelle Situation der Innenstadt eine längst überfällige Idee für Mülheim“, so M & B Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier. „Ich drücke allen Pop Up Shops die Daumen und hoffe, dass der oder andere Shop-Teilnehmer sein Konzept in einem anderen Innenstadtlokal verstetigen wird. Wir werden im Laufe des Jahres auch prüfen, ob wir das Einzelhandelslabor 2020 fortsetzen werden oder sogar jetzt schon parallel mit privaten Eigentümern ‚auf die Straße‘ bringen können.“

Guido Zakrzewski von der IHK MEO ist davon überzeugt, dass das Konzept Zeichen setzen wird: „Dieses schöne, innovative Testfeld kann als ein Signal des Neuaufbruchs der Mülheimer City angesehen werden. Der Pop Up Shop ist vielleicht ein kleiner, aber wichtiger Impuls für den Neustart der Innenstadt in diesem Jahr.“

Wer im Mai bzw. August für rund 90 Tage seine Ladenidee umsetzen kann, wird jeweils kurzfristig im Vorfeld bekannt gegeben.

Die Pop Up Shop-Phasen:

  • Februar bis 03. Mai („4330 Mülheim“)
  • Mai bis 03. August (ein City-Store-Konzept)
  • August bis 02. November (ein Concept-Store)

Das Projekt wird gemeinsam von der Stadt und der Wirtschaftsförderung getragen. Die Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen (IHK) unterstützt das Projekt ebenfalls.

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