(Foto: UDE, AG Masuch)
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Essen/Duisburg. Wer „in die Röhre“ muss, lässt von einem Teil seines Körpers Schichtaufnahmen anfertigen. Doch was für Mediziner die Diagnose vereinfacht, wird vom Patienten häufig als laut, beengt und bedrohlich wahrgenommen. Besonders Kinder müssen daher oft sediert werden. Mit der neuen App „Pingunauten-Trainer“ werden Kinder spielerisch auf die Untersuchung vorbereitet. Sie baut Ängste ab und vermeidet das Risiko einer Narkose.

Entwickelt wurde die Virtual Reality-Anwendung von einem interdisziplinären Expertenteam der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Agentur LAVAlabs Moving Images. Projektleiter sind Prof. Maic Masuch vom Fachgebiet Entertainment Computing und Oberarzt Dr. Oliver Basu, Kinderonkologe und Arzt für Medizinische Informatik in der Medizinischen Fakultät.

Die Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) ist ungefährlich und schmerzfrei. Doch sie ist eng und verlangt von den Patienten, bei dröhnendem Klopfen mehrere Minuten lang möglichst keinen Muskel zu rühren. Um Kinder dennoch wach und entspannt durch die Untersuchung gehen zu lassen, wurde die Pingunauten-App entwickelt.

Lars und Lotta in Raumanzügen

Sie bereitet Kinder idealerweise einige Wochen vor der Untersuchung auf die Situation vor. Dazu liegen die Probanden auf dem Bett oder Sofa auf dem Rücken und haben eine VR-Brille vor den Augen, die ein Smartphone hält. In einem virtuellen Krankenhaus zeigen ihnen Lars und Lotta, zwei Pinguine in Raumanzügen, alle Schritte der Untersuchung. Mit kleinen Spielen erkunden die Kinder die originalgetreue Umgebung. So müssen sie beispielsweise herausfinden, welche Gegenstände magnetisch sind und nicht mit ins MRT dürfen.

Während sie im Spiel einen Scan samt typischem lauten Klopfen erleben, trainieren sie, ruhig stillzuliegen: An der Decke ihrer virtuellen Röhre sehen sie dazu einen Nachthimmel, der sich langsam zu einem Sternenbild zusammensetzt. Ein Stempel in ihrem Weltallpass belohnt für jedes erfolgreiche Training; für das medizinische Personal wird der Fortschritt aufgezeichnet.

Studie läuft derzeit

Nachdem die Forscher erste positive Erfahrungen mit Prototypen gemacht haben, läuft jetzt eine umfangreiche Studie am Uniklinikum Essen und in den Kinderkliniken Amsterdamer Straße in Köln. Ist sie erfolgreich, wollen die Projektpartner ihre App möglichst großflächig anbieten: „Wir loten noch Möglichkeiten aus, die Trainingskits auch nach Ende der Projektlaufzeit kostenfrei anzubieten“, erklärt Masuch.

Die App entstand innerhalb des vom Land NRW und dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekts „VR-RLX – Integriertes Virtual Reality-System zur Reduktion von Angst und Sedativa in der pädiatrischen Radiologie“.

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