Leonie Lambertz (Foto: Roland Beyer)
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Kamp-Lintfort. 2011 erzielte der damalige Fußball-Zweitligaverein Fortuna Düsseldorf einmal neun Heimsiege in Serie. Die Boulevardpresse verpasste Fortuna-Trainer Norbert Meier daraufhin den Spitznamen „Heim-Norbert“. Zwar gab es für den heutigen Handball-Zweitligaverein TuS Lintfort in dieser Serie keine neun Heimsiege am Stück, aber dennoch fällt auf, wie gut TuS-Spielerin Leonie Lambertz von Anfang an zu Hause traf.

Dagegen blieb die Linkshänderin die ersten drei Auswärtsspiele torlos – nach fünf Auswärtspartien stand sie bei zwei Auswärtstoren. „Ich kann es nicht sagen, warum es so war und hab dafür keine Erklärung. Aber natürlich ist es zu Hause immer noch etwas schöner mit den eigenen Fans im Rücken“, so Lambertz.

Zu den Leistungsträgerinnen ihres Teams zählt die 26-Jährige ohnehin, was 36 Tore bislang von ihr verdeutlichen. Wichtig ist sie auf jeden Fall – zu Hause wie auswärts. Schließlich hat „Heim-Leonie“ bei Auswärtsfahrten stets eine Mehrfachsteckdose dabei, damit die Handys der Mitspielerinnen aufgeladen werden können. Und auch Oreo-Kekse befinden sich in ihrem Gepäck, denn „die sind sehr beliebt bei allen im Bus“. Die Rechtsaußenspielerin agiert bereits seit 2013 für den TuS und ist weiter heiß auf Erfolge. Sie sagt: „Für mich ist entscheidend, dass ich mich beim TuS in der Mannschaft einfach wohlfühle. Betty macht zudem ein Training auf top Niveau.“

Der 1,75 m großen Spielerin gefällt zudem, dass sie mit ihren Mitspielerinnen viel zusammen unternimmt, auch außerhalb des Handballs. „Ich finde, Siege machen in einer Mannschaft einfach mehr Spaß als in einer Einzelsportart. Wir geben uns gegenseitig Rückhalt, auch bei Niederlagen“, so Lambertz, der die Schnelligkeit und Körperlichkeit beim Handball generell zusagen. Zum Handball kam Lambertz eher zufällig. Eine Freundin nahm sie mit zum Vereinstraining und nachdem sie schon zuvor gut in der Schule bei Ballsportarten war, blieb sie dabei – bis heute.

Ihren Masterabschluss der Angewandten Kognitions- und Medienwissenschaft machte die 26-Jährige in Duisburg im vergangenen Jahr und arbeitet aktuell 30 Stunden in der Woche bei der IST-Hochschule in Düsseldorf als Projektarbeiterin. Sie kümmert sich um die uni-interne Jobbörse. Später möchte Lambertz im Onlinemarketing arbeiten. In ihrer Freizeit geht Lambert gerne mit ihrem Freund zusammen Essen.

Beim Handball hat sie durch die Auf- und Abstiege des TuS in den vergangenen Jahren die Zweite und Dritte Liga sehr gut kennengelernt. „In der Dritten Liga waren wir schon sehr dominierend. Mir gefällt es in der Zweiten Liga, ich bin hier sehr zufrieden. Und hohe Niederlagen haben wir ja bislang auch fast keine kassiert“, sagt Lambertz, die beim bislang einzigen TuS-Auswärtssieg in dieser Saison Mitte Dezember in Herrenberg drei Treffer markierte und daher wohl nicht befürchten muss, mit „Heim-Norbert“ tatsächlich einmal verglichen zu werden.

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