v.l. Reihe vorne: Klaus Vogel, Klaus Lorenz, Monika Hildner, Edeltraud Hackstein, Christel Malorny, Ludger „Luja“ Jackowiak Reihe hinten: Lore Rabe, Ernst Barten, Bürgermeister Frank Tatzel, Corinna Gribl, Leiter Solvay-Werke Norbert Mülders (Foto: privat)
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Rheinberg. Nach guter Tradition begrüßte Bürgermeister Frank Tatzel seine geladenen Gäste aus Politik und Verwaltung persönlich mit Handschlag beim Neujahrsempfang der Stadtverwaltung in Rheinberg. Gut 500 Mal wünschte er alles Gute zum neuen Jahr und freute sich über jeden Gast, der es möglich machen konnte, auch offiziell gemeinsam mit ihm und dem Verwaltungsvorstand ins noch junge Jahr zu starten.

Für einen stimmungsvollen Beginn der Veranstaltung und den „Segen von oben“ sorgte am Tag der Heiligen Drei Könige eine große Gruppe von Sternsingern der Pfarrgemeinde St. Peter, die auf Einladung von Frank Tatzel mit dem Einzug in die Stadthalle und einem vorgetragenen Lied auf der großen Bühne nach altem Brauch den Zug zur Krippe nachspielten.

Nachdem Frank Tatzel seine Gäste begrüßt und sich bei seinen Kolleginnen und Kollegen vom Verwaltungsvorstand und allen zur Stadtverwaltung zählenden Einrichtungen und Betrieben und der Politik für die gute Zusammenarbeit bedankt hatte, gab er einen Einblick in ein bewegtes Jahr 2018 und einen Ausblick auf die gemeinsam zu bewältigenden Aufgaben der Zukunft. Ganz besonders positiv wurde es von allen Anwesenden aufgenommen, dass die städtischen Finanzen deutlich besser dastehen, als Anfang 2018 erwartet. Das Sollergebnis für das Haushaltsjahr 2018 war mit einem Defizit von 4,0 Mio. Euro ermittelt worden. Mit der Einbringung des Haushaltsplans für das Jahr 2019 wird nun ein Überschuss von 22,0 Mio. Euro prognostiziert, was eine Verbesserung des Jahresergebnisses für das Jahr 2018 von 18,0 Mio. Euro bedeutet. Möglich gemacht haben dies vor allem Gewerbesteuer-Mehreinnahmen. Die nun aller Voraussicht nach vorhandenen Mittel sollen für den Schuldenabbau sowie Rückstellungen und Rücklagen verwendet werden.

Die bauliche Erweiterung der Europaschule wurde in 2018 fortgeführt; die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für Herbst 2019 geplant. Die Schule erhält nicht nur einen neuen Oberstufen-Campus, sondern auch zusätzliche Technikräume, zusätzliche naturwissenschaftliche Räume, zusätzliche Räume für die inklusive Unterrichtsgestaltung und einen Aufzug. Mit Beendigung dieser Baumaßnahme rückt die Folgenutzung der ehemaligen Förderschule Maria-Montessori an der Kurfürstenstraße in den Fokus. Es liegen mehrere Vorschläge zur ergebnisoffenen Prüfung vor. Eine Entscheidung könnte in der Märzsitzung des Rates erfolgen. Im Amplonius-Gymnasium wird 2019 der Um-/Ausbau im Dachgeschoss durchgeführt. Aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen ist es erforderlich, die Gemeinschaftsgrundschule Rheinberg, die bislang an den Standorten Grote Gert und Schulstraße geführt wurde, nur noch an einem Standort zu führen. Ob bauliche Veränderungen erforderlich sind, wird noch geprüft werden müssen.

In 2018 erfolgte die Umsetzung des „Paktes für den Sport“ unter Federführung einer Koordinierungsgruppe. Derzeit werden neu gestaltete Sportförderrichtlinien sowie ein aktualisierter Sportentwicklungsplan erarbeitet. Die organisatorischen Strukturen der Rheinberger Bäder wurden von einem Fachunternehmen mit dem Ziel der Optimierung untersucht. Eine Umsetzung der Ergebnisse ist für 2019 und die Folgejahre geplant. Die externe Planung einer neuen 3-fach Tunhalle an der Xantener Straße mit Funktionalausschreibung wird in  2019 begonnen. Die neue Halle wird nicht – wie ursprünglich geplant – am 31.07.2020 fertig sein. Das Sportabitur an der Europaschule ist dadurch jedoch nicht gefährdet, da die Sportstunden auch auf andere Art und Weise durchgeführt werden können. Schulschwimmen, Eislaufen (in Moers) oder der Besuch eines Fitness-Studios sind möglich. Für eine Renovierung der Turnhalle in Borth werden Rückstellungen gebildet.

Für die Erweiterung des Alten Rathauses um einen Glasanbau an der zum Lindenplatz gelegenen Südseite des Gebäudes sind Fördermittel beantragt worden. Die Umgestaltung des Holz- und Fischmarktes und die anschließende Umgestaltung der Gelderstraße inkl. angrenzender Straßen sind für dieses Jahr vorgesehen. Für die Umgestaltung der Wallanlagen und des Stadtburgareals soll im nächsten Jahr die Planung unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen. Auch für den Innenausbau des Alten Rathauses in Orsoy werden Rückstellungen gebildet.

Mit dem Angebot der Veranstaltung „Verwaltung, Vereine und Wirtschaft vor Ort“, die erstmals in 2018 in Ossenberg stattfand, soll auch im neuen Jahr die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern von Rheinberg verbessert werden. Geplant ist die nächste Veranstaltung dieser Art mit dem Bürgerschützenverein und der Firma Dümmen im Frühjahr in Eversael. Ebenso wird es ein Unternehmerfrühstück geben, bei der durch die Wirtschaftsförderung Informationen an die Unternehmerinnen und Unternehmer in Rheinberg weitergegeben werden und der Austausch angeregt werden sollen. Die Vorbereitung der Beteiligung an der Landesgartenschau Kamp-Lintfort 2020, wird in 2019 die Wirtschaftsförderung und die Bereiche Tourismus und Kultur beschäftigen. Auch das Tourismuskonzept wird weiter fortgeschrieben. Die Städtepartnerschaft mit Hohenstein-Ernstthal soll weiter intensiviert werden. So werden zusätzliche Austausche im Bereich Schule/Sport geplant. Der bundesweite Wettbewerb „Stadtradeln“ mit mind. 11 Städten und Gemeinden aus dem Kreis zeitgleich, geht voraussichtlich vom 06. – 26.05.2019 in die nächste Runde.

Der Bereich Kultur hatte beim diesjährigen Neujahrsempfang einen ganz besonderen Stellenwert. Mit dem in 2018 ins Leben gerufene „Kultnetzwerk“ wurde ein Forum geschaffen, in dem sich die Akteure der vielfältigen, kreativen und aktiven Kunst- und Kulturszene austauschen können. Dies wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wie elementar wichtig für die Kulturszene in Rheinberg der Einsatz der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist, würdigte Bürgermeister Frank Tatzel in diesem Jahr, indem er 10 Personen stellvertretend für alle Aktiven, die unermüdlich dazu beitragen, das Kulturleben so besonders zu gestalten, ehrte. Diese waren auf Vorschlag des „Kultnetzwerkes“: Ernst Barten (Chef der Kulturinitiative Schwarzer Adler), Corinna Gribl (Vorsitzende des Vereins Spektakel und Organisatorin des Adventsmarktes), Edeltraud Hackstein (Vorsitzende des Heimatvereins und Gesicht des Stadtmarketings), Monika Hildner (Ausstellerin private Underberg-Sammlung im Alten Rathaus), Ludger „Luja“ Jackowiak (kreatives Multi-Talent, Engagement im Trägerverein Altes Rathaus), Klaus Lorenz (Kulturbeauftragter des Vereins Bürgerhaus Budberg), Christel Malorny (Vorsitzende des Frauenchors Harmonie), Lore Rabe (Vorsitzende der Musikalischen Gesellschaft), Anja Rupprecht (Autorin und Aktive im Trägerverein „Altes Rathaus“) und Klaus Vogel (Grafiker für das MAP-Festival und die Musikalische Gesellschaft). Die Firma Solvay, vertreten durch Werksleiter Norbert Mülders, würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen ebenfalls mit einer finanziellen Zuwendung.

Das musikalische Programm war hochkarätig: Mit dem Duo Lore Rabe und Nobert Killisch besetzten zwei Experten den klassischen Part des Empfangs, während Barbara Kleintges-Topoll mit ihrem 40-Frauen-und-Mann-starken Chor DaCapo aus Borth/Wallach das Programm mit gekonnt vorgetragenen Musikbeiträgen abrundete.

Mit einem großen Dank auch an alle anderen in den verschiedensten Vereinen, Organisationen, Verbänden und Betrieben ehrenamtlich Tätigen, die sich für ihre Stadt einsetzen sowie allen, die im schönen Rheinberg Verantwortung tragen, wünschte Bürgermeister Frank Tatzel allen Anwesenden ein spannendes und vor allem friedliches Jahr 2019.

(Der vollständige Verwaltungsbericht kann auf der Internetseite der Stadt unter www.rheinberg.de eingesehen werden.)

Bürgermeister Frank Tatzel freute sich über den Besuch der Sternsinger von der Gemeinde St. Peter (Foto: privat)
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