Oberarzt Dr. Andreas Dencker ist Experte für Brandverletzungen (Foto: Helios)
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Duisburg. Verbrennungen bei Kindern: Besonders die Kleinsten sind betroffen

Der „Tag des brandverletzten Kindes“ am Freitag, 7. Dezember steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Noch ganz klein – schon brandverletzt.“ Mit dem Aktionstag soll auf Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle bei Säuglingen, Neugeborenen und Kleinkindern aufmerksam gemacht werden.

Das hat leider einen erschreckenden Hintergrund: Jedes Jahr müssen mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren in Deutschland ärztlich versorgt werden. Diese Zahl beschreibt alleine die Fälle bei Verbrennungen und Verbrühungen. Rund 76% aller thermisch verletzten Kinder sind hierbei jünger als fünf Jahre.

„Kinderhaut ist im Vergleich zur Haut eines Erwachsenen sehr viel dünner. Deshalb reicht bereits eine heiße Tasse Tee aus, um 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verbrühen“, erklärt Dr. Andreas Dencker, Oberarzt der Plastischen- und Handchirurgie an der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg.

Der Schweregrad der Verbrennung richtet sich dabei nach der Stelle der getroffenen Haut sowie danach, wie tief die Hitze in die Haut eingedrungen ist.

Bei kleineren Verletzungen reicht es meist aus, die Stelle eine Viertelstunde mit lauwarmen Wasser zu kühlen. „Wichtig ist hierbei, dass die Eltern darauf achten, dass das Wasser wirklich nur lauwarm ist. Sehr kaltes Wasser oder sogar Eis, können zu mehr Schmerzen beim Kind führen“, rät Dr. Dencker. Größere, tiefere Verletzungen sollten immer von einem Arzt behandelt werden. Der Experte rät außerdem dringend davon ab, vermeintlich lindernde Mittel oder Hausmittel wie Verbrennungssalben oder Zahnpasta zu nutzen.

So schützen Sie Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder

  • heiße Flüssigkeiten nicht am Tischrand abstellen
  • Kabel (z.B. vom Wasserkocher) und Tischdecken nicht herunterhängen lassen
  • heiße Oberflächen wie Kaminöfen oder Herdplatten absichern
  • Badewassertemperatur kontrollieren
  • Wärmflaschen fest verschließen
  • Streichhölzer und Feuerzeuge außer Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Speisen aus der Mikrowelle umrühren und probieren
  • Steckdosen sichern
  • Föhn und Heizdecken nicht in Babybettchen legen
  • Vorsicht mit Rotlichtlampen
  • Putzmittel sicher wegschließen

Initiiert wird der mittlerweile neunte Tag des brandverletzten Kindes von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. Die Organisation berät und begleitet Familien mit brandverletzten Kindern in jeder Phase nach dem Unfall. Ein großes Kompetenznetzwerk steht zur Verfügung, sodass keine Frage rund um die thermische Verletzung im Kindesalter offenbleibt. Ziel ist es, für jedes brandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen und präventiv auf Unfallursachen hinzuweisen.

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