Bürgermeister Christoph Fleischhauer (Foto: privat)
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Moers. Als jemand, bei dem das Sprechen sehr wichtig für den Beruf ist, verschlägt mir nichts so schnell den Atem. Aber das Ereignis in der Halloween-Nacht, das zwei städtische Rettungssanitäter erleben mussten, machte mich doch im ersten Moment sprachlos und auch wütend. Die beiden Männer sind im Einsatz massiv verbal attackiert und tätlich angegriffen worden. Die Sanitäter mussten dann ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Einer der beiden war in der Folge für rund anderthalb Wochen krankgeschrieben.

Diese Angriffe gegen Hilfskräfte im Dienst sind einfach unerträglich geworden. Zwar ist das Strafmaß für solche Vergehen vor zwei Jahren geändert worden, aber das scheint offensichtlich nicht auszureichen. Als Dienstherr hatte ich unseren Feuerwehrleuten ebenfalls vor zwei Jahren geraten, jede Beleidigung oder Behinderung im Dienst zu dokumentieren. Ich bin als Bürgermeister nicht bereit, über solche Dinge hinwegzusehen. Ich möchte meine Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Kräfte vor solchen Erfahrungen schützen. Ich bin sicher kein Verfechter von „law and order“, aber wir müssen der allgemeinen Situation in dem Bereich Herr werden und Verstöße mit allen Mitteln der Rechtsstaatlichkeit bekämpfen.

Manchmal wünsche ich mir die Haltung der Menschen aus der Zeit zurück, als ich ein Kind war. Da wurde Menschen mit Uniform und in Ausübung ihrer Tätigkeit der nötige Respekt entgegengebracht. Und grundsätzlich war man erst einmal dankbar, dass sich jemand um die Belange der Bevölkerung kümmerte. Heute müssen Rettungs- und Ordnungskräfte um ihre Gesundheit und Unversehrtheit bangen.

Ich sehe es als meine Aufgabe an, mit allen gesellschaftlichen Kräften daran zu arbeiten, dass wir wieder wenigstens ein Stück weit Normalität zu erreichen und Menschen in Uniform grundsätzlich mit dem gebührenden Respekt behandeln. Auch wenn man gerade ein Knöllchen bekommen hat oder der Rettungswagen im Weg steht. Ich kann nur alle Moerserinnen und Moerser ermuntern, dabei mitzumachen.

Dazu gehört es sicher auch, als Betroffener einmal Danke zu sagen, wenn man eine Hilfeleistung erhalten hat. Ich möchte da mit gutem Beispiel vorangehen: Ich danke allen Moerser Rettungs- und Ordnungskräften, die immer großes Engagement für die Bevölkerung und ihre Stadt zeigen!

Ein KlarKlick von Bürgermeister Christoph Fleischhauer

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