Bodo Watzka freut sich mit Prof. Gernot M. Kaiser über seinen guten Heilungsverlauf nach der Operation (Foto: SBK/priv.)
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Kamp-Lintfort/Süchteln. Im Tumorzentrum Niederrhein arbeiten die Fachärzte des St. Bernhard-Hospitals Kamp-Lintfort mit dem Schwesternhaus St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln  sowie dem St.-Clemens-Hospital Geldern und das Sankt Josef-Hospital Xanten eng zusammen. Neben den Krankhäusern gehören Facharztpraxen und Kooperations­partner zum Zentrum. Gemeinsames Ziel ist die Bündelung der Kompetenzen in der Behandlung von Krebspatienten. Von diesem Zusammenschluss hat nun Bodo Watzka aus Willich profitiert.

Seine Krebs-Erkrankung wurde in der Tumorkonferenz von Dr. Ulrich Bauser, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Onkologie in Süchteln, vorgestellt und die Behandlung besprochen. Da die Operationen für das Tumorzentrum Niederrhein in Kamp-Lintfort erfolgen sollte, lernte Prof. Dr. Gernot Kaiser, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeral­chirurgie am St. Bernhard-Hospital, den Patienten kennen. Die aufwendige Operation erfolgte problemlos und Bodo Watzka blieb zwölf Tage in Kamp-Lintfort, bis er nach Hause entlassen wurde. Die Nachsorge wurde dann wieder in Süchteln durchgeführt.

Großer und seltener Tumor

Begonnen hatte alles am 19. Dezember, kurz vor Weihnachten. Bodo Watzka litt unter heftigen Bauchschmerzen. Da ihre Ursache nicht klar war, überwies ihn sein Süchtelner Hausarzt ins St. Irmgardis-Krankenhaus. Dort kümmerte sich Dr. Ulrich Bauser um ihn.

Bereits nach den ersten Untersuchungen stand für ihn fest, dass sein Patient einen Bindegewebe-Tumor im Magen-Darm-Trakt hat, einen sogenannten „GIST“ (Gastro-intestinaler Stroma-Tumor). GIST ist eine sehr seltene Tumorform. Bodo Watzkas Tumor wucherte weit in den Bauchraum. Ganze 16 Zentimeter.

Das machte die Bestimmung, an welchem Organ er angedockt hatte, schwer. Proben durch eine endosonografische  Untersuchung, die vom Mageninneren aus durchgeführt wurde, bestätigten die ersten Diagnosen. „Je größer ein Tumor ist, desto schwieriger ist eine komplette Entfernung“, zeigt Gernot Kaiser die Probleme dieser Behandlung auf.

Tumor zunächst verkleinern

Alle Spezialisten des Tumorzentrums waren sich einig, diesen großen Tumor zunächst einmal zu verkleinern, um die danach anstehende Operation einfacher und für den Patienten weniger problematisch zu gestalten. Dazu wurde das Präparat Imatinib gewählt, das gezielt den Tumor angreift und nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ funktioniert. „Die Tumorzellen haben verlernt, abzusterben“, erläutert Ulrich Bauser. „Mit Hilfe dieser neuartigen Substanz gelingt das. Das Schöne: Bodo Watzkas Tumor sprach hervorragend auf das Medikament an“, so dass die Operation sicherer erfolgen konnte, ergänzt Gernot Kaiser.

Nach vier Monaten hatte sich der Tumor um mehr als die Hälfte verkleinert. Vor der Operation wurde der Fall noch einmal in der Tumorkonferenz vorgestellt und von den Spezialisten betrachtet.

Zweitmeinung inklusive

„Für mich als Patient war der Vorteil der Tumorkonferenz, dass ich mir weitere Arztbesuche für eine mögliche Zweitmeinung schenken konnte. Denn hier saßen ja viele Spezialisten direkt zusammen“, macht er deutlich. „Mir war  wichtig, dass die Chirurgen, vor allem Professor Kaiser, von Beginn an in Diagnose und Therapie eingebunden war.“

Während der vorbereitenden Therapie wurde Bodo Watzka zunächst alle vierzehn Tage, dann alle vier Wochen, untersucht. Drei Monate nach der Operation wurde das erste Kontroll-CT gemacht.  Es zeigte sich, dass der Tumor komplett entfernt war.

„Heute habe ich lediglich leichten Muskelkater, wenn ich aufstehe“, beschreibt Bodo Watzka seine „Rest-Beschwerden“. „Das ist schon alles.“ Bereits vor der Operation hat er versucht, sein Leben „normal“ weiterzuleben. Damit macht er jetzt weiter. „Ich habe meine zwei bis drei wöchentlichen Nordic-Walking-Runden und die Radtouren am Niederrhein nicht ‚aufgegeben‘ und lebe meinen gewohnten Rhythmus“, lächelt er. „Und habe keinen Tumor mehr im Bauch.“

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