(Foto: privat)
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Hünxe. … ein Wunsch, der von dem brasilianischen Laientheater mehrfach auf der Bühne der Gesamtschule Hünxe ausgesprochen wurde. 10 junge Brasilianer des „Kulturvereins Wurzeln und Flügel“ bedankten sich mit ihren Aufführungen bei Schülern und Lehrern für die regelmäßigen Spenden, die der Aktionskreis Pater Beda alljährlich durch Kollekten und Pfandflaschensammelaktionen erhält.

In zwei eindrucksvollen Darbietungen stellte die Theatergruppe aus Campo Formoso im Nordosten Brasiliens die Lebenssituation vieler brasilianischer Menschen dar. Viel zu früh werden sie zum Beispiel zum Steine klopfen verdammt, um den Lebensunterhalt der Familie zu unterstützen. Der Schulbesuch ist ihnen damit genauso verwehrt, wie die Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben.  „Ich beschwere mich ja manchmal, dass ich zur Schule muss, aber wie gut habe ich es, dass ich hier lernen darf“, so Wiebke aus der fünften Klasse.  Hoffen wir, dass diese Einsicht nicht verloren geht.

Seit 15 Jahren besteht der Kontakt zwischen dem Aktionskreis und der Gesamtschule Hünxe durch die Lehrerin Doris Schneider, ein weiteres Jubiläum der Schule, die ihr 20-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiert. Alle Besuche in der Schule werden durch jeweils andere Projektgruppen inhaltlich gestaltet.

Robson, der Leiter der Theatergruppe aus Brasilien, erarbeitete für die diesjährigen Auftritte ein Rollenspiel zum Projekt „Säen –  Ernten – Teilen“, an dem sieben Projektgruppen in Brasilien teilnehmen. Die Teilnehmer wurden zwei Jahre durch die Unterstützung des Arbeitskreises begleitet. Schulungen zum biologischen Anbau von Gemüsesorten in Hängegärten wurden durchgeführt. Auf kleinstem Raum verändert sich die Umgebung. Den Bewohnern verschafft der Anbau eine gesundere, abwechslungsreichere Ernährung. Die Verarbeitung und der Verkauf der Lebensmittel verschafften weitere Einkünfte und damit Selbstständigkeit.  Die ergänzenden Fotografien der hängenden Gärten zeigten den Anbau der Gemüsepflanzen in PET-Flaschen, weniger dekorativ als in deutschen Gartenzeitschriften aber nachhaltig. Der Erfolg dieses Vorhabens soll in den nächsten Jahren in weiteren Projektgruppen wiederholt werden.  Die von Udo Lohoff, Geschäftsführer des Arbeitskreises Pater Beda, präsentierten Fotos zeigten den Schülern, dass die Spenden ankommen, dass sie helfen, solche Vorhaben umzusetzen.

Die zehnköpfige Theatergruppe ACRA reist im nächsten Monat zu weiteren Schulen und Gemeinden, die sich für eines der 28 Projektorte des Arbeitskreises Pater Beda engagieren. Sie wird auch während des 101. Katholikentages in Münster vom 10. bis zum 13. Mai ihre Aufführungen täglich zeigen. Wünschen wir ihnen, dass sie nicht nur Wiebke und Aper aus der fünften Klasse überzeugen. Aper versprach, sich nicht mehr darüber ärgern, wenn er mal für seine Mutter einen Einkauf erledigen muss: „Das sind ja nur 30 Minuten nach der Schule, danach habe ich ja Freizeit, die in Brasilien nicht.“

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