Berichteten über ihre erfolgreiche Zusammenarbeit (v.l.): Romina Göttschkes und Frank Phlipsen (beide Schaffrath), IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Angela Schoofs (Vorsitzende Geschäftsführung Agentur für Arbeit Mönchengladbach), Günther Berna (Schaffrath), Petra Pigerl-Radtke (Geschäftsführerin IHK-Bereich Aus- und Weiterbildung), Birgitta Kubsch-von Harten (Geschäftsführerin operativ Agentur für Arbeit Krefeld) sowie die Fachkräfteberaterin Petra Kern (Foto: IHK)
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Krefeld. Wie können Unternehmen ihr Personal langfristig binden? Was können Betriebe tun, um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein? Und welche neuen Wege gibt es, potenzielle Auszubildende frühzeitig auf sich aufmerksam zu machen? Für diese und weitere Fragen stehen die Experten der „Fachkräfteberatung für Unternehmen“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und der Agenturen für Arbeit Mönchengladbach und Krefeld zur Verfügung. Das Angebot der Fachkräfteberatung richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen in der Region. Insgesamt vier Berater zeigen dabei Wege auf, wie Unternehmen aktuell und künftig erfolgreich Personal rekrutieren, binden und qualifizieren können.

Das Unternehmen Schaffrath mit Filialen unter anderem in Krefeld hat diesen Service in Anspruch genommen. „Schaffrath steht vor allem für die kompetente Beratung und den hohen Servicegrad. Hierfür benötigen wir gut ausgebildete Mitarbeiter“, sagt Schaffrath-Geschäftsführer Marc Fahrig: „Wir möchten daher noch ansprechender werden, um noch mehr in die engere Auswahl der jungen Menschen bei ihrer Ausbildungsplatzsuche zu kommen.“ Aus diesem Grund sei es wichtiger denn je, die potenziellen Auszubildenden von morgen auf neuen Kommunikationswegen anzusprechen und über die Chancen, die der Möbelhandel bietet, zu informieren. Fahrig: „Um hier die neuen Wege zu finden, uns zu verbessern und noch bekannter bei unserer Zielgruppe zu werden, haben wir gerne die Unterstützung der Fachkräfteberatung am Mittleren Niederrhein in Anspruch genommen und bedanken uns für die gute Zusammenarbeit.“

Der Fachkräftemangel ist das aktuell größte Problem für die Unternehmen am Niederrhein. Knapp 40 Prozent der Betriebe sehen ihn als größtes Konjunkturrisiko, fast jeder zweite Betrieb befürchtet, bei anhaltendem Fachkräftemangel sein Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen zu können. Das ergab unlängst eine Befragung der IHK Mittlerer Niederrhein. Über die klassischen Rekrutierungskanäle gestalte sich die Gewinnung neuer Fachkräfte tatsächlich immer schwieriger, bestätigt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Aber nicht nur für zukünftige Mitarbeiter, sondern auch für vorhandene müsse das eigene Unternehmen attraktiver sein als andere. Steinmetz: „Unsere Berater stellen fest, dass Betriebe zunehmend erkennen, dass Maßnahmen zur Personalbindung wie ein betriebliches Gesundheitsmanagement und flexiblere Arbeitszeitmodelle immer wichtiger werden – zufriedene und gesunde Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen lange erhalten.“ Außerdem müsse noch stärker kommuniziert werden, dass eine Duale Berufsausbildung mit anschließender Weiterbildung sehr gute Karrierechancen bietet – auch für Abiturienten.

Als eine Säule der Fachkräftesicherung sieht auch Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, die „lebensbegleitende berufliche Beratung“ für die Anforderung des lebenslangen Lernens. „Damit liegt unser Fokus nicht nur auf der Ausbildung, sondern er wird ergänzt durch Qualifizierung und Weiterbildung. Die Fachkräftesicherung, unser gemeinsames Projekt mit der IHK Mittlerer Niederrhein, bietet an dieser Stelle die ideale Lösung: Beratung zu allen Themen des modernen Personalmanagements und neue Strategien zur Fachkräftegewinnung“, so Schoofs. Birgitta Kubsch-von Harten, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Krefeld / Kreis Viersen, beschreibt die Vorteile der gemeinsamen Fachkräfteberatung: „Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt und die demografische Entwicklung stehen die Arbeitgeber in der Region vor Herausforderungen und haben dadurch einen erhöhten Beratungsbedarf. Vorausschauende Personalplanung ist gerade jetzt notwendig, wenn sich Arbeitgeber aus der kleiner werdenden Ressource ‚Arbeitskräfte‘ die benötigten Fachkräfte sichern wollen. Sei es durch neu eingestellte Mitarbeiter, die einer Qualifizierung bedürfen, oder auch durch die Qualifizierung eigener Mitarbeiter. Die gemeinsame Fachkräfteberatung setzt genau hier an.“

Seit dem Start der „Fachkräfteberatung am Mittleren Niederrhein“ im Mai 2012 haben Unternehmen fast 2.500 Mal den individuellen, kostenlosen Beratungsservice in Anspruch genommen. „Unternehmen können von der persönlichen Beratung vor Ort nur profitieren“, so Steinmetz. Ganz gleich, ob es um bedarfsgerechte Lösungen anhand von konkreten Handlungsempfehlungen und Praxis-Tipps für das Tagesgeschäft oder um die Aufnahme in ein regionales Netzwerk von Unternehmen zum fachlichen Austausch gehe. „Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Unternehmen müssen Jugendliche für sich gewinnen und ausbilden, ihre Mitarbeiter fortlaufend weiterbilden und gut ausgebildete Mitarbeiter langfristig binden.“ Mit dem kostenlosen Angebot der Fachkräfteberatung können Unternehmen ihre Zukunft sichern. „Deshalb freuen wir uns, dass die Abstimmungen zwischen den Kooperationspartnern für die dritte Runde fast abgeschlossen sind, sodass eine nahtlose Beratungsleistung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen weiter zur Verfügung steht“, ergänzt Schoofs.

Weitere Informationen zur Fachkräfteberatung gibt es unter Tel. 02151 635-325, per E-Mail (terschluse@krefeld.ihk.de) oder online unter: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/8320

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