(Symbolfoto)
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Krefeld/Rhein-Ruhr. Was ist eigentlich dran am Ei? Wie viele darf ich essen und wie ist das mit dem Cholesterin? Zu Mythen rund um den Eierverzehr berichten zwei Experten vom HELIOS Klinikum Krefeld.

Es ist richtig: Eier enthalten viel Cholesterin – das sogenannte „Blutfett“. „Es stimmt auch, dass zu viel davon Herz und Gefäße belastet“, bestätigt Sigrid Kalde vom Ernährungsteam am HELIOS Klinikum Krefeld. „Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass sich Eier eigentlich kaum auf den Cholesterinspiegel auswirken.“  Tatsächlich zählt Cholesterin zu den lebensnotwendigen Stoffen für den menschlichen Körper. Der Organismus produziert ihn sogar selbst. Gelangt dieser Stoff beispielsweise durch ein üppiges Osterfrühstück in den Organismus, vermeiden gleich zwei Sicherheitsmechanismen ein Überangebot. Zum einen drosselt der Körper die Eigenproduktion, zum anderen ist die Cholesterinaufnahme über den Darm begrenzt und der Körper scheidet überflüssiges Cholesterin wieder aus. „Als gesunder Mensch über die Osterfeiertage zu viel Cholesterin aufzunehmen, ist quasi unmöglich“, versichert auch Gefäßmediziner Prof. Knut Kröger.

 

Was steckt drin im Ei?

Durch seinen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist das Ei als Bestandteil einer gesunden Ernährung sogar wichtig. „Unser Körper kann das Eiweiß von Hühnereiern besonders gut zum Aufbau von eigenen Proteinen nutzen. Es enthält neben Eiweiß auch Fett, fast keine Kohlenhydrate, dafür aber viele Mineralstoffe und Vitamine“, so Ernährungsberaterin Kalde. Vitamin A und Betakarotin, die Vorstufe des Vitamin A, sorgen zum Beispiel für die Elastizität des Auges und ein besseres Nachtsehen. Eier von freilaufenden Hühnern, die viel Grünfutter fressen, enthalten besonders viel Lycopin, einen Stoff, den der Körper nicht selbst bilden kann. Dieses wirkungsvolle Antioxidans mit diversen Schutzwirkungen sollte in der Nahrung nicht fehlen. Der Stoff Lecithin schützt die Leber und Dickdarmschleimhaut und verbessert die Konzentrations- bzw. Gedächtnisfähigkeit. Es vermindert zudem im Darm die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb.

 

Schreckgespenst Cholesterin?

Eigentlich ist Cholesterin nichts Schlechtes – als lebenswichtiger Bestandteil unserer Zellmembranen ist es entscheidend für die Bildung von Hormonen, Vitamin D und Gallensäuren. Steigen jedoch die Cholesterinwerte zu stark an, können im Zweifel ernste Krankheiten entstehen. „Wenn die Werte zu hoch sind, kann sich das Cholesterin in den Arterien ablagern“, erklärt Chefarzt Prof. Kröger. „Eine Arterienverkalkung kann dann wiederum zu Herz-Kreislauf-Krankheiten oder sogar zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.“ Natürlich kommt es nicht nur auf den Verzehr von Eiern an: Bewegt man sich genug, ernährt sich gesund und isst möglichst wenig und nur mageres Fleisch, nicht täglich Wurst oder Käse mit hohem Fettanteil, dafür aber oft Vollkornprodukte, Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchte, muss man sich nicht um seinen Eierkonsum sorgen – und zu Ostern darf es auch mal ein Ei mehr sein – am besten natürlich von freilaufenden Hühnern.

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