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Pater Tobias wird am 1. Dezember Maria und Josef auf den Weg durch Neumühl bringen (Foto: Jörg Dannenberg)

Duisburg. Herbergssuche: Maria und Josef als Flüchtlinge in Neumühl unterwegs. Ab dem 1. Dezember 2015 werden Maria und Josef in der Neumühler Gemeinde Herz-Jesu unterwegs sein. Als Flüchtlinge suchen sie jeweils für einen Tag und eine Nacht eine Herberge. Die beiden Figuren entstammen der Krippe der Gemeinde Herz-Jesu. Die Idee für diese ungewöhnliche Herbergssuche hatte Pater Tobias, Pastor der Gemeinde. “In den vergangenen Jahren und auch in diesem Jahr führen wir die Aktion “Adventsfenster” durch. Doch wir wollten etwas Anderes, etwas Besinnlicheres, das wenig Aufwand erfordert”, erklärt der Pater. Er erinnerte sich an seine Heimatgemeinde in Cappenberg, die seit einigen Jahren diese Aktion durchführen und schlug vor, die großen Figuren aus der Kirchenkrippe für die Herbergssuche zu nehmen.

Maria und Josef haben ein Pilgerbuch im Gepäck, in das sich die Menschen eintragen können, die den beiden eine Herberge geboten haben. “Für jeden sind zwei Seiten zur freien Gestaltung vorgesehen”, erzählt der Pater. Zudem geben die Organisatoren den “Gastgebern” den Wunsch mit, ein Foto von dem Paar in ihrem Haus zu machen. “Wir möchten zur Sternsinger-Aktion am 6. Januar 2016 die Fotos mit einer Karte von Neumühl in der Herz-Jesu-Kirche aushängen, in der der Weg eingezeichnet ist, den Maria und Josef bewältigt haben”, erklärt er. Parallel können Interessierte sich die Fotos auch im Internet, im sozialen Netzwerk “Facebook” bei „Kirchbauverein Herz-Jesu“ anschauen. “Es ist eine stille und verborgene Aktion mit besonderen Momenten der Begegnung”, sagt Pater Tobias. Er weiß nicht, wo sich Maria und Josef vom 1. – 23.12. befinden werden. “Wir hoffen natürlich, dass sie am Heiligen Abend in der Krippe unserer Kirche stehen”, sagt der Prämonstratenser und lächelt zuversichtlich.

Pater Tobias wird am 1. Dezember Maria und Josef auf den Weg bringen. “Ich habe lange überlegt, an wen ich die beiden Figuren gebe und mich für eine befreundete Familie entschieden, die kirchlich sehr engagiert ist. Zunächst ruft man die Leute an und fragt, ob sie für zwei Personen für eine Nacht eine Schlafmöglichkeit bieten könnten. Oft sind sie dann am Telefon verunsichert. Zwei Fremden Leuten eine Übernachtung anzubieten, ist ja schon etwas seltsam. Aber im Laufe des Telefongespräches klärt sich dann, dass es sich um zwei Figuren, Maria und Josef handelt.

Die Familie wird dann am nächsten Tag Maria und Josef an eine weitere Familie geben, die sie natürlich vorher anrufen werden und dann die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Gespräch nutzten, das sich sonst nie so ergeben hätte. “Das sind die Momente der Begegnung, wie ich sie mir vorstelle”, erklärt Pater Tobias. Er fügt hinzu: “Wir können es nicht steuern, wo Maria und Josef eine Unterkunft finden. Ideal wäre es, wenn es Menschen sind, die sonst nicht den direkten Draht zur Kirche haben. Wir hoffen natürlich, dass die Menschen, die das Paar Maria und Josef beherbergt haben, die beiden am Heilig Abend zur Krippe in die Herz-Jesu-Kirche bringen werden.”

Im Letzten Jahr, 2014, hat zum Beispiel Familie Heisterkamp der Flüchtlingsfamilie eine Herberge gegeben (Foto: Gemeinde Herz-Jesu)
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