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Krefeld. Am Anfang stand eine Initiative von fünf Schülern des Berufsschulzentrums Glockenspitz: Die Jugendlichen hatten ihren Erste Hilfe-Kurs für den Führerschein gemacht und beschlossen, einen Schulsanitätsdienst an ihrer Schule zu starten: Vor 50 Jahren ist in Krefeld die erste Gruppe des Jugendrotkreuz gegründet worden. „Damaliger Leiter war Heinz Tölkes“, erinnert sich Hans-Dieter Diercks, der heutige Leiter des JRK und selber seit 1966 im Bereich der DRK-Jugendarbeit aktiv. Er und zwei weitere Jugendliche aus Gartenstadt waren 1966 dazu gekommen und veranstalteten die ersten Treffen in einer Schule in Gartenstadt. „Es kamen dann schnell zehn Leute zusammen und so entstand die erste Jugendrotkreuz-Gruppe“, so Diercks.

Die Idee des Helfens untereinander und des Eintretens für andere Menschen stieß unter den Krefelder Jugendlichen auf Begeisterung und schon Ende 1968 gab es zwei Gruppen in Gartenstadt (Cornelius de Greiff-Gruppen), in Uerdingen die Heinrich Melcher-Gruppe und an der Schule Kaiserplatz die Hilde-Heinemann-Gruppe. Die Jugendrotkreuz-Bewegung wuchs weiter, um 1970 gab es zehn aktive Gruppen. Dann entstand allerdings das Problem, dass der Nachwuchs an Gruppenleitern fehlte und so pendelte sich die Stärke der Bewegung auf zwischen 90 und 110 Kinder und Jugendliche im Alter ab 6 Jahren ein. Sie finden sich in sieben Gruppen zusammen.

Die Kinder werden altersgemäß geschult: Für die Sechsjährigen stehen unter dem Begriff „Kinder helfen Kindern“ Themen wie Ansprechen, Notruf richtig formulieren, stabile Seitenlage oder auch eine Herz-Lungen-Massage auf dem Übungsplan, „sie können noch keine Wiederbelebung, aber sie sollen wissen, wie es geht“, meint Diercks. Im Alter von 13 oder 14 Jahren machen dann die meisten einen Sanitätslehrgang, bei dem etwa Blutdruck-Messung oder der Umgang mit dem Stethoskop vermittels werden. Die Gruppen treffen sich regelmäßig und „dann ist das Ganze immer eine Mischung aus Spaß und Üben eines bestimmten Themas“, beschreibt Diercks – denn die Jugendlichen sind in Krefeld sehr aktiv: Sie übernehmen – begleitet von Erwachsenen – den Sanitätsdienst bei Sport- und Schulfesten z.B. am Fabritianum, bei Spiel ohne Ranzen oder beim Seifenkistenrennen. Außerdem übernehmen sie an vielen Schulen den Schulsanitätsdienst oder es gibt SoKo-Projekte zur Förderung der sozialen Kompetenz.

Wichtig ist es, den Team-Gedanken in den JRK-Gruppen oder in den Projekten zu fördern: „Bei uns unterstützt jeder jeden. Wir sind eine Bildungseinrichtung auf dem Weg zu sozialem Engagement“, beschreibt es Diercks. Dabei spielen die Grundsätze des Roten Kreuzes, dass jeder gleich ist und Hilfe ohne Rücksicht auf Religion, Nationalität oder persönliche Situation gewährt wird, natürlich eine wesentliche Rolle.  Auf der anderen Seite werden die Kinder und Jugendlichen dazu animiert, sich selbstbewusst und situationsgerecht zu verhalten, sie lernen dass alles, was sie tun einen Wert hat und geschätzt wird, denn „das Jugendrotkreuz ist in Krefeld anerkannt“, meint der JRK-Leiter. Das zeige sich zum Beispiel daran, dass viele Arbeitgeber bei Bewerbungen die Arbeit im JRK als Pluspunkt und Zeichen für Engagement und Teamfähigkeit werten.

Dass es in einem DRK-Kreisverband über einen so langen Zeitraum eine so aktive Jugendarbeit gibt, ist nicht die Regel, „das liegt aber auch daran, dass wir die Gruppenleiter ausbilden. Man muss ja wissen, wie man mit den Jugendlichen umgeht und sie anleitet, damit eine Gruppe funktioniert“, so Diercks. Prägend sei zum Beispiel für die JRK-ler aus Krefeld der Einsatz beim Katholikentag in Köln gewesen. Das nächste Ziel hat das JRK auch schon vor Augen: Im Wohngebiet Schicksbaum soll eine Jugendrotkreuz-Gruppe gestartet werden. Wichtig ist es: „Es kann bei uns jeder mitmachen, wir sind multikulti“, beschreibt es der JRK-Leiter.

Wer beim JRK mitmachen möchte, kann sich an den DRK Kreisverband Krefeld wenden: Tel.: 02151 / 53 96-0.

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