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Wesel/Moers/Dinslaken. Am Mittwoch stattete Landrat Dr. Ansgar Müller gemeinsam mit Vorstandsmitglied Lars Rentmeister den neu geschaffenen Flüchtlingsunterbringungen in Wesel, Moers und Dinslaken einen Informationsbesuch ab. Bekanntlich mussten im Kreis Wesel in den letzten Wochen binnen kürzester Zeit drei Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge geschaffen werden, weil die Landeseinrichtungen überfüllt sind. Die drei Städte sahen sich vor große Herausforderungen gestellt, um zum einen Räumlichkeiten für die Unterbringung von je rund 150 Personen zu finden, sie entsprechend herzurichten und zumindest für die nächsten Wochen zu betreiben.

Während in Wesel eine ehemalige Lagerhalle nebst Nebenräumen hergerichtet wurde, konnte die Stadt Moers auf ein leer stehendes Schulgebäude zurückgreifen. Dinslaken wählte wiederum den Weg, eine leer stehende Notunterkunft zu ertüchtigen. In allen Fällen arbeiteten die Verwaltungen mit Hilfsorganisationen und zahlreichen freiwilligen Helfern Hand in Hand. „Unserem hausinternen Aufruf nach freiwilligen Helfern sind innerhalb kürzester Zeit rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefolgt“, wusste Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp zu berichten. In Moers berichteten Fachbereichsleiter Michael Rüddel und Andre Bröcking vom Fachdienst Soziales, der die Einrichtung betreut, dass das Engagement der Bevölkerung hoch ist. So bieten etwa Sportvereine Aktivitäten für Kinder und Erwachsene an, Helferinnen und Helfer des Internationalen Bundes bringen den Flüchtlingen erste deutsche Worte und Redewendungen bei. „Die große Herausforderung in Dinslaken war, dass wir mit nur einem halben Tag Vorlaufzeit aus dem Stand heraus eine Unterbringungsmöglichkeit schaffen mussten“, erläuterte Bürgermeister Dr. Michael Heidinger. Beim Besuch der Unterkunft wurde deutlich, wie groß der Zeitdruck war. Während sich vor dem Gebäude noch Matratzen stapeln, die verteilt werden mussten, zogen auf der anderen Seite die ersten Flüchtlinge in ihre neue Unterkunft.

Es wurde aber auch Kritik an der Vorgehensweise von Land und Bund vorgetragen. Offene Finanzierungsfragen, unzureichende Vorgaben und wenig Transparenz und Information insbesondere bei der Frage, wie lange die Einrichtungen betrieben werden müssen, äußerten die Vertreter sämtlicher Kommunen.

Fest steht, ohne die Hilfe ehrenamtlicher Kräfte ist die Situation nicht zu stemmen. Bürgermeisterin Westkamp unterstrich, was allen Beteiligten gleichermaßen wichtig ist: „Wir können den Arbeitgebern gar nicht dankbar genug sein, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Unterstützung in dieser Notsituation freistellen.“ Auch Landrat Dr. Ansgar Müller betonte, wie wichtig es ist, angesichts der Flüchtlingssituation Solidarität zu zeigen: „Ehrenamtliche Kräfte, die Hand in Hand mit Hauptamtlern, Feuerwehren und Verwaltungskräften arbeiten, sind der beste Beweis für eine funktionierende Willkommensstruktur in unserem Kreis. Der Dank gebührt hier allen, die sich dafür einsetzen, dass diese Einrichtungen nicht nur bloße Unterbringungen, sondern friedliche Orte des Miteinander geworden sind, damit diejenigen, die häufig unter schwierigsten Umständen ihre Heimat verlassen mussten, ein wenig zur Ruhe kommen können.“

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