(v.l.) Dr. Benedikt Mauer, Leiter des Stadtarchivs, Elisabeth Wilfart, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf, und Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke eröffneten im Rathaus die Ausstellung "düsseldorferinnen. FRAUEN HABEN RECHT(E)" (Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert)
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Düsseldorf. Von Mittwoch, 7. November, bis Freitag, 30. November, wird im Rathaus die Ausstellung „düsseldorferinnen. FRAUEN HABEN RECHT(E)“ gezeigt. Die Schau wird vom Gleichstellungsbüro der Landeshauptstadt Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv präsentiert. Anlässlich „100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland“ soll die Ausstellung die gesellschaftliche und politische Entwicklung in den vergangenen 100 Jahren darstellen. Dabei sollen insbesondere die lokalen Akteurinnen und ihr Handeln im politischen und gesellschaftlichen Kontext herausgestellt werden. Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke eröffnete die Ausstellung am Dienstag, 6. November.

Am 12. November 1918, somit kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurden die Weichen für das aktive und passive Wahlrecht für Frauen im damaligen Deutschen Reich gestellt. Vor zehn Jahren – also zum 90-jährigen Jubiläum dieses Ereignisses – präsentierten das Gleichstellungsbüro und das Stadtarchiv Düsseldorf bereits eine erste Ausstellung zum Thema Frauenwahlrecht. Nun, zur 100. Wiederkehr dieses wichtigen Ereignisses, soll mit der neuen Ausstellung „düsseldorferinnen. FRAUEN HABEN RECHT(E)“ die Perspektive weiter gefasst werden, indem Entwicklungen seit dem Jahr 1918 in den Blick genommen werden: Was wurde erreicht? Welche Fortschritte im Kontext der Gleichstellung von Mann und Frau gab es, welche Rückschritte waren zu erkennen?

In einem Rückblick wird zunächst der Kampf um das Wahlrecht geschildert. Zudem wird der Versuch beleuchtet, durch die Gründung von Frauenorgansiationen Strukturen zu schaffen, die halfen, Fraueninteressen gebündelt zu artikulieren – im Berufsleben und im Bildungsbereich. Es ist jedoch keine lineare, ungebrochene und reine Erfolgsgeschichte darzustellen. Die in der Weimarer Republik erkämpften Rechte wurden zur Zeit des Nationalsozialismus rigoros beschnitten. Im Grunde genommen war es das Ziel der Nationalsozialisten, Frauen ausschließlich auf die Rolle als Hausfrau und Mutter zu reduzieren. Diese Beschränkungen hielten sich teils bis in die 1960er Jahre hinein, beispielsweise im Bereich der Berufswahl und der finanziellen Selbstbestimmung.

In der Ausstellung im Rathaus dienen drei der insgesamt 16 Tafeln der zeitlichen Orientierung und nehmen nationale sowie internationale Entwicklungen in den Blick.

Gezeigt wird aber auch, was sich speziell für Frauen in Düsseldorf alles getan hat – und zwar seit den 1970er Jahren bis heute. Die größtenteils aus den Beständen des Stadtarchivs bebilderte, thematisch und chronologisch gegliederte Ausstellung wird durch eine Medienstation ergänzt. Hier sind vier Interviews zu finden, die mit Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Düsseldorfer Stadtgesellschaft geführt wurden. Zudem sind die Namen und Mandatszeiten, teils auch Fotos, jener 158 Frauen zu finden, die seit 1919 Stadtverordnete bzw. Ratsfrauen waren.

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