In Duisburg-Meiderich arbeitet Christian Walbröhl als Teamleiter in der Verwaltung des Altenzentrums St. Elisabeth. Der Kontakt zu den Menschen ist ihm auch dort ein wichtiges Anliegen (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Alpen/Duisburg. Wenn er am Sonntag, 25. November, in Münster vor dem Altar des St.-Paulus-Doms steht, dann hat Christian Walbröhl das Ziel einer fünfjährigen Ausbildung erreicht. Bischof Dr. Felix Genn wird den 36-Jährigen aus Alpen zum Ständigen Diakon weihen. Das sind Menschen, die im Leben und im Beruf stehen, und sich dort als glaubwürdige Christen erwiesen haben. Sie können ledig oder, wie Walbröhl, verheiratet sein. Im Zentrum ihres Dienstes steht die gelebte Nächstenliebe, die sie durch ihr persönliches Zeugnis und ihr Engagement in der Pfarrei fördern sollen. Hinzu kommen auch liturgische Dienste wie die Verkündigung und Auslegung des Evangeliums, die Assistenz im Gottesdienst. Außerdem dürfen sie Paare trauen, Taufen und Beerdigungen von Gemeindemitglieder leiten.

Die Ausbildung sei ein langer Weg gewesen, blickt Walbröhl zurück, während er in seinem Büro im Altenzentrum St. Elisabeth in Duisburg-Meiderich am Schreibtisch sitzt. Schließlich hat er eine Vollzeitstelle als Teamleiter in der Verwaltung, vor vier Jahren kam sein Sohn zur Welt. „Das waren schon sehr anstrengende Jahre“, sagt Walbröhl, „unter anderen musste ich noch im Fernstudium Theologie studieren, parallel zu Familie und Arbeit.“ Manchmal habe er Zweifel verspürt, ob die Vorbereitung auf die Weihe der richtige Weg sei: „Da habe ich erfahren, wie wichtig es ist, Menschen zu kennen, die einen unterstützen. Von ganz vielen Seiten hat es Hilfe gegeben, von der Familie, von Freunden, von den anderen Weihekandidaten.“

Der 36-Jährige ist einer von sieben Männern aus dem Bistum Münster, die am 25. November geweiht werden. „Wir kannten uns alle nicht, aber ich kann sagen, dass sie im Laufe der vergangenen Jahre zu Freunden geworden sind, es gibt einen starken Zusammenhalt, man hilft sich gegenseitig“, berichtet Walbröhl. „Die Ausbildung hat mich sehr geerdet, auch in meinem kirchlichen Verständnis. Es geht um eine tiefe Freude und Dankbarkeit, dass ich das, was ich im Herzen spüre und wovon ich mich geleitet fühle, auch noch mal unter den Segen Gottes stellen darf.“ Dabei betont er jedoch auch: „Der Weihe sehe ich mich Respekt entgegen. Denn mit ihr beginnt der Dienst ja erst. Deswegen sind an die Weihe noch mal zwei Fortbildungsjahre angeschlossen, in denen man sich immer wieder reflektiert und noch mal nachjustieren kann. So Gott will setzt sich das nun mein ganzes Leben fort. Und das ist eine Verantwortung, der man jeden Tag wieder gerecht werden muss.“

Wichtig ist es für ihn, mit den Menschen in Kontakt zu sein und auf Augenhöhe zu reden. Bei der Arbeit ist er der erste Ansprechpartner, wenn es um Neuaufnahmen geht, der Prellbock bei Problemen und manches Mal muss er sich die Sorgen und Nöte der Angehörigen anhören. „Da kann es auch mal richtig zur Sache gehen. Hier in Duisburg muss man nicht drumherum reden. Ein offenes, ehrliches Wort – das kommt hier an“, erzählt er grinsend. Klar Worte finden, das will er auch in seinem Dienst in der Pfarrei St. Ulrich Alpen, wo der seinen Dienst als Diakon ausüben wird.

Wichtig ist ihm, dass er trotz aller Aufgaben, die auf ihn zukommen, auch außerhalb der Kirche für die Menschen da ist. „Auch wenn meine Frau als Musikerin für die Kirche arbeitet, gibt es zuhause und bei Treffen mit Freunden andere Themen als den Glauben und die Kirche“, betont er. Und wenn Walbröhl richtig entspannen möchte, dann kümmert er sich um den Garten, oder nimmt seinen vierjährigen Sohn auf einen ausgedehnten Waldspaziergang mit, um so neue Kraft zu tanken.

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