Vor der ausgezeichneten Grugahalle (v.l.n.r.): Oliver P.Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen GmbH, Tim Rieniets, Professor an der Fakultät für Architektur und Landschaft am Institut für Entwerfen und Städtebau der Leibniz Universität Hannover, und Oberbürgermeister Thomas Kufen (Foto: Elke Brochhagen)
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Essen. Am 25. Oktober 1958 eröffnete der damalige Essener Oberbürgermeister Wilhelm Nieswandt die Grugahalle. 60 Jahre später blickt der Schmetterlingsbau auf eine belebte Geschichte zurück: Auftritte von Weltstars wie Ella Fitzgerald, den Rolling Stones mit Brian Jones und den Beatles im Rahmen der BRAVO-Beatles-Blitztournee, zahlreiche bedeutende Sportwettkämpfe, unter anderem im Basketball, Tennis, Judo und Handball, sorgten für ausverkaufte Ränge und deutschlandweite Bekanntheit.

„Ob als Heimat für Weltstars und Superbands, Schauplatz für Rockgeschichte, ob als beeindruckender Konzertsaal oder Sportkulisse, ob im Rampenlicht wichtiger Konferenzen oder als Eispalast: Die Grugahalle war in sechs Jahrzehnten für all diese Events und Veranstaltungen ein zentrales Aushängeschild unserer Stadt – ein Aushängeschild, das die Menschen weit über Essen hinaus in vielerlei Hinsicht begeistert hat. Für Furore sorgte die Grugahalle jedoch schon mit ihrer Architektur. Der revolutionäre Schmetterlingsbau begeisterte bei seiner Eröffnung die Fachwelt und die Menschen unserer Stadt gleichermaßen“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen im Rahmen einer Feierstunde, die heute (29.10.) in der Grugahalle stattfand. Der Anlass: Rechtzeitig zum runden Geburtstag wurde die Halle als „Big Beautiful Building“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 zeichnet das gemeinsame Projekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund besondere Gebäude der Nachkriegszeit aus und stellt die Ruhrgebietsarchitektur der Wirtschaftswunderjahre ins Rampenlicht.

Architektur des Aufbruchs und der großen Dimensionen

Erbaut von den Architekten Ernst Friedrich Brockmann und Gerd Lichtenhahn bestimmt die markante Schmetterlingsarchitektur der Grugahalle seit 1958 das Essener Stadtbild. Die Architektur der Nachkriegsmoderne ist eine Architektur des Aufbruchs und der großen Dimensionen, in deren Mittelpunkt die Arbeit mit schwerem Stahl und Beton steht. In den Wirtschaftswunderjahren zwischen 1950 und 1970 sollten die Gebäude robuste Monumente für die Gemeinschaft und gleichzeitig möglichst innovativ und experimentierfreudig sein. Die schmetterlingshafte Form des Gebäudes mit den sich nach oben verjüngenden „Flügeln“ lässt die Grugahalle trotz ihrer Größe leicht und dynamisch aussehen. Die großen Glasflächen und filigranen Fensterprofile tragen ebenfalls zur Leichtigkeit und Eleganz des Bauwerkes bei.

Sieben „Big Beautiful Buildings“ in Essen

Die Grugahalle ist eines von insgesamt sieben „Big Beautiful Buildings“ in Essen: Auch das Bürgerhaus Oststadt, das Grugabad, die Heilig Geist Kirche, das Lukas-K-Haus und die Kirchen St. Antonius und St. Suitbert wurden ausgewählt.

Über Big Beautiful Buildings

Unter dem Motto „SHARING HERITAGE“ werden insgesamt 34 herausragende Projekte im Rahmen des deutschen Beitrags zum Europäischen Kulturerbejahr durch das Staatsministerium für Kultur und Medien gefördert. Mittendrin: „Big Beautiful Buildings – Als die Zukunft gebaut wurde“. Das Gemeinschaftsprojekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, hebt die großen Bauaufgaben als europäisches Kulturerbe hervor und macht die Bauwerke der Wirtschaftswunderzeit der 1950er- bis 1970er-Jahre im Ruhrgebiet sichtbar. Ein Jahr lang werden besondere Gebäude in feierlichem Rahmen ausgezeichnet.
Weitere Informationen unter: https://bigbeautifulbuildings.de

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