© Andy Scholz
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Essen. Erstmalig zeigt der in Essen lebende Künstler und Autor Andy Scholz eine Auswahl von fotografischen Arbeiten, die seit 2002 in Essen und im Ruhrgebiet entstanden sind. Scholz studierte bei Jörg Sasse an der Folkwang Universität der Künste in Essen und assistierte dem bekannten Fotografen Andreas Gursky in Düsseldorf. Seit 2012 unterrichtet er unter anderen an der Universität in Regensburg und war Gastdozent an der North Dakota State University in Fargo (USA) sowie an der Fachhochschule Würzburg

Scholz hält seine Kamera auf verbotene, verlassene Plätze, Baustellen oder verborgene Räume, also auf Orte, die im Alltag an uns vorbeigleiten. Urbane Ecken und ‚Unorte’, die sich einer direkten Interpretation verweigern, aber gleichzeitig ein weites visuelles Spannungsfeld eröffnen. Dem Künstler geht es um „die Suche nach dem Dadurch, Dahinter, Dazwischen und Darunter“. Grenzen, Absperrungen und Widerstände sollen neugierig machen, aber auch verstanden und überwunden werden. „Gute Bilder sind für mich Bilder, die mehr zeigen, als der Betrachter auf den ersten Blick zu sehen vermag“, erklärt der 47-Jährige.

Dafür setzt er sich mit Stadtstrukturen und -planungen auseinander und nähert sich Architekturdetails und -formen an. Sein Fokus richtet sich dabei immer auch auf die Stadt selbst, „denn in ihr spiegeln sich die Geschichte und das Gedächtnis der Gesellschaft und soziales Handeln wider“. Durch architektonische Planungs- und Baumaßnahmen, Restaurationsarbeiten und Verkehrsführungen im öffentlichen und halböffentlichen Raum entstehen undefinierte und provisorische Bereiche wie Hohlräume, Zwischengeschosse, Schächte und Unterführungen. Diese bilden für Scholz eine eigene Realität.

Die Einblicke in diese urbanen Zusammenhänge werden zum künstlerischen Material. Daraus und nicht zuletzt auch aus den persönlichen Vorstellungen über diese Orte generiert der Künstler seine Motive.

In seinen Arbeiten sucht er nach einer gesellschaftlich-soziologischen, systematisch-analytischen Betrachtung und nach Antworten: Wie entstehen diese Räume, was repräsentieren sie? Die unvoreingenommene Sichtweise wird zu einem modellhaften und kulissenartigen Bild.

Fotografische Arbeiten von Andy Scholz: Gitter, Zaun, Schranke – mit der Kamera auf der Suche nach verborgenen Orten

im Mathildenhof Rüttenscheid, Mathildenstr. 15a, 45130 Essen

16. November 2018 bis 2. Februar 2019

Vernissage Freitag, 16. November 2018, 18.30 Uhr

Montag bis Freitag, von 10.00 bis 18.00 Uhr

Einführung: Prof. Dr. Anna Zika, FH Bielefeld, Fachbereich Gestaltung

Musik: Tankred Stachelhaus, E-Gitarre

 

Künstlergespräch: Donnerstag, 13.12.2018, 19.30 Uhr, mit Prof. Dr. Anna Zika, FH Bielefeld, Fachbereich Gestaltung

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