Dr. Kurt Merländer (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)

Krefeld. Den Vortrag „About a Kurt – neue Forschungsergebnisse über Dr. Kurt Merländer“ in der Krefelder NS-Dokumentationsstelle in der Villa Merländer, Friedrich-EbertStraße 42, hält Dr. Ingrid Schupetta am Dienstag, 2. Oktober, um 19.30 Uhr anlässlich der „Woche der Exilbiografien“. Er war der Neffe von Richard Merländer, ein Sohn seines älteren Bruders Karl Samuel. Dieser verstarb an den Folgen des Überfalls auf die Merländers während des Novemberpogroms 1938 in Krefeld. Schupetta hat nach einem Besuch der Famlie Merländer in Kalifornien und den Einblick in Dokumente an der Universität von Berkeley sowie der Universität von Süd-Kalifornien neue Forschungserkenntnisse gewonnen. Sie wird einen Teil ihrer Archivfunde in Bildern vorstellen.

Kurt Merländer wurde 1898 in Berlin geboren. Er machte sein Abitur an einem Reform-Gymnasium und promovierte 1922 an der Universität Breslau im Fach Jura. Merländer fand eine Stelle im Verlagswesen, heiratete und wohnte im vornehmen Berliner Westen. 1925 wurde sein einziges Kind geboren, der Sohn René. Die sogenannte „Machtergreifung“ 1933 hatte für ihn den Verlust seiner Stelle und seines bürgerlichen Status zur Folge. 1934 versuchten er und seine Frau Suzette, an der Küste bei Barcelona ein Hotel zu führen. Bevor das Unternehmen Erfolg zeigen konnte, mussten die Merländers erneut fliehen. Das Ehepaar trennte sich.

Zu verschieden Zeiten gelangten Kurt, Suzette und René Merländer in die USA. Kurt Merländer versuchte, an der Westküste Fuß zu fassen. Das war schwierig, denn mit der Flucht sind auch seine Qualifikationsnachweise verlorengegangen. In Los Angeles fand er jedoch einen gewissen Halt in der Kolonie der anderen Exilanten.

Die „Deutsch-Kalifornier“ darunter auch die Prominenten Franz Werfel, Bert Brecht und Lion Feuchtwanger bildeten einen eigenen Kulturkreis.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Spenden an den Förderverein sind willkommen. Das Platzangebot in der Villa Merländer ist begrenzt. Eine Anmeldung ist möglich unter Telefon 02151 503553 (Anrufbeantworter, Telefonnummer angeben). Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld ist eine Institution des Kulturbüros.

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