v.l. Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Marco Nießing und Heinz-Günter Boecker (beide Borgmann Automobilhändler GmbH) und Stefan Abels (Agentur für Arbeit Krefeld) (Foto: privat)

Krefeld. Herbstbelebung sorgt für sinkende Arbeitslosenzahlen in Krefeld und im Kreis Viersen

7,5 Prozent beträgt die Arbeitslosenquote im September 2018 und liegt damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonat und 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Absolut sind 21.297 Frauen und Männer in Krefeld und im Kreis Viersen ohne Arbeit. Im Vergleich zum August ist die Zahl der Arbeitslosen um 736 zurückgegangen (minus 3,3 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen ebenfalls deutlich um 863 Menschen.

Besonders die jüngeren Arbeitslosen haben von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. In der Gruppe der unter 25-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 197 (minus 11,0 Prozent) auf aktuell 1.601.

„Der Rückgang bei der Arbeitslosigkeit der Jüngeren ist für mich ein klares Indiz, dass der Markt aufnahmefähig ist für Fachkräfte. Steigt nach den Ausbildungsabschlüssen im Sommer die Zahl der jüngeren Menschen typischerweise zunächst an, so unterstreicht der aktuelle Rückgang die vergleichsweise gute Situation auf dem Arbeitsmarkt“, hebt Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, hervor. „Mit dem Ende der Sommerpause haben die gut ausgebildeten jungen Fachkräfte schnell einen neuen Arbeitsplatz gefunden.“

Aktuell betreut die Arbeitsagentur 6.625 Arbeitslose, 441 weniger als im letzten Monat. Die Zahl der Arbeitslosen, die in den Jobcentern Krefeld und Kreis Viersen in der Grundsicherung (SGB II) gemeldet waren, ist ebenfalls gesunken auf jetzt 14.672 Männer und Frauen.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld spürbar. Im Gebiet der Stadt Krefeld betrug der Rückgang 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat, die Arbeitslosenquote liegt nun bei 9,9 Prozent; im Kreisgebiet Viersen ist die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte gesunken und liegt bei jetzt 5,7 Prozent. Damit sind in der Stadt Krefeld 11.950 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 300 weniger als vor einem Jahr. Im Kreis Viersen sind 9.347 Männer und Frauen arbeitslos, 563 weniger als im September 2017.

Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 4,7 Prozent (August 4,8%; September 2017: 5,0%), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 6,0 Prozent (August 6,3%; September 2017: 6,5%) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Willich) 6,2 Prozent (August 6,4%, September 2017: 6,7%).

Kräftenachfrage

Die Kräftenachfrage erreicht mit der Zahl von 1.135 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen weiterhin ein sehr hohes Niveau. Der Bestand an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen beträgt 5.046 Stellen und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheit und Gastgewerbe ist weiterhin ein hoher Stellenbestand zu verzeichnen.

„Qualifizierte Kräfte werden weiter gesucht“, stellt Rademacher-Bensing beim Blick in die Stellenstatistik fest. „Der hohe Stellenzugang zeigt die Aufnahmefähigkeit des Marktes.“

Die Daten zum Ausbildungsmarkt und damit zum Abschluss des Berufsberatungsjahres werden im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Agentur für Arbeit, IHK und Kreishandwerkerschaft am 05. November 2018 präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt liegen dann auch die konkreten Zahlen über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge für dieses Jahr vor.

Ausbildung beim Autohaus Borgmann

„Heute präsentiere ich die aktuellen Zahlen ganz bewusst hier bei der Borgmann Automobilhändler GmbH in Krefeld. Ein Betrieb, der im Bereich der Ausbildung schon lange sehr engagiert ist. Ich bin froh, dass wir in der Region auf einen solchen Arbeitgeber setzen können, der im Laufe der Jahre zahlreichen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive eröffnet hat. Da überwiegend Fachkräfte gesucht werden, die aber häufig nicht kurzfristig zur Verfügung stehen, wird deutlich, wie wichtig das Thema Ausbildung ist. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen, und die besten Fachkräfte sind die, die ein Betrieb selber ausbildet“, betont Rademacher-Bensing und ermutigt Arbeitgeber, in die betriebliche Ausbildung einzusteigen.

„Fachkräfte zu finden ist nicht einfach“, hat Marco Nießing, Serviceleiter der Borgmann Automobilhändler GmbH, bei der Suche nach Arbeitskräften festgestellt. „Beste Qualität und hohe Kundenzufriedenheit sind unsere Trümpfe auf dem Markt. Wer ausbildet, weiß genau, was der Berufsnachwuchs gelernt hat. Man kann in der Ausbildung präzise darauf eingehen, was schon gut klappt und wo vielleicht noch etwas Unterstützung gebraucht wird. Und unsere Azubis wissen, worauf es bei uns im Betrieb ankommt“, fasst Nießing die Motivation von Borgmann, viel in das Thema Ausbildung zu investieren, zusammen. „Mit einer fundierten Ausbildung sichern wir uns die Fachkräfte für die Zukunft. Nach erfolgreichem Abschluss stehen den Nachwuchskräften verschiedenste Karrieremöglichkeiten offen.“

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und die Berufsberatung stehen Betrieben mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Fragen rund das Thema betriebliche Ausbildung und Nachwuchsgewinnung geht.

Den Ausbildungsuchenden bietet die Agentur für Arbeit viele Hilfen an. Neben der individuellen Beratung und der Vermittlung von Ausbildungsstellen können auch Kosten übernommen werden, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen, sofern der Jugendliche die Mittel nicht selbst aufbringen kann. Auch während der Ausbildung kann die Agentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) oder der assistierten Ausbildung (AsA) die Azubis und Arbeitgeber unterstützen, wenn die Leistungen in der Berufsschule nicht ausreichen und Nachhilfe benötigt wird, um einen Ausbildungsabbruch zu vermeiden.

Die Unternehmen bittet Rademacher-Bensing, freie oder zusätzliche Ausbildungsstellen dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zu melden. Betriebe erreichen den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit entweder unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 oder direkt über den persönlichen Ansprechpartner.

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