Bürgermeister Johann Steegmann(l.) und seine Haftkarte (Fotos: NS-Dokumentationsstelle)

Moers. Johann Steegmann, beliebter Nachkriegsbürgermeister und Ehrenbürger von Rheinkamp, wird mit einer Gedenktafel an seinem früheren Wohnhaus geehrt. Termin für die Einweihung ist der Dienstag, 2. Oktober, 17 Uhr, an der Lintforter Straße 124 in Moers-Repelen (heute Raumausstattung Tersteegen). An der vom Verein „Erinnern für die Zukunft“ besorgten Ehrung wirken neben dem Bürgermeister aus Moers und der SPD Rheinkamp auch der Knappenchor Rheinland und Schüler der Lindenschule in Repelen mit. Ihren Besuch haben auch eine Enkelin und zwei Urenkel angesagt.

Der 1880 geborene Bergmann und Sozialdemokrat Johann Steegmann war 1935 verhaftet und 1936 zu einer Strafe von 26 Monaten wegen Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft verurteilt worden, die er in den Zuchthäusern Lüttringhausen und Vechta verbüßte. Ein Gnadengesuch, zu dem alle Dokumente erhalten sind, wurde abgelehnt, obgleich sich die Zeche Rheinpreußen als Arbeitgeber und Bürgermeister Altwicker für den schon damals aktiven Repelen-Baerler SPD-Kommunalpolitiker einsetzten. Der Vorwurf gegen die mehr als 50 verurteilten Moerser „Brotfahrer“ lautete auf „Vorbereitung zum Hochverrrat“, da sie Verbindung zur verbotenen SPD hielten. Unter ihnen befanden sich mit Paul Langer, Wilhelm Platen und Walter Ulrich drei weitere Bergleute aus Repelen.

In den schweren Jahren Jahren von 1945 bis 1956 lösten sich dann Johann Steegmann und Walter Ulrich aus der Lauffstraße in Repelen-Rheim, der seinerseits 18 Monate Zuchthaus erlitten hatte, im Rathaus von Utfort als Bürgermeister ab. Johann Steegmann verstarb im Jahr 1956 im Alter von 75 Jahren, unter seiner Ägide wurde Repelen-Baerl 1950 in Rheinkamp umbenannt.

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