Die Betreibergesellschaft präsentiert das Hospiz-Projekt (Foto: EVK Wesel)
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Wesel. Auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Wesel soll das erste stationäre Hospiz am rechten Niederrhein errichtet werden. Baubeginn ist im Sommer 2019, Inbetriebnahme im Herbst 2020 geplant. In der Betreibergesellschaft sitzen die beiden Weseler Krankenhäuser sowie die Kati-Fassbender-Stiftung und der Caritasverband für die Dekanate Dinslaken und  Wesel. Das Investitionsvolumen beträgt rund 1,9 Millionen.

Der Bedarf für ein stationäres Hospiz am rechten Niederrhein ist definitiv gegeben. Das bestätigen auch die Krankenkassen. Dass es nun endlich verwirklicht werden kann, erfreut alle Beteiligten umso mehr. „Wir haben zu wenig stationäre Hospizplätze in der Region, umso schöner ist es, dass wir gemeinsam mit den Partnern unserer gesellschaftlichen Verpflichtung und dem Gebot der Nächstenliebe nachkommen können“, so André Gorres, EVK-Geschäftsbereichsleiter Pflege und Senioren. Unterstützung bei dieser schweren Arbeit wird die Betreibergesellschaft künftig durch ehrenamtliche Hilfe der Hospizinitiativen Wesel und Dinslaken erhalten. „Das Hospiz ist ein wunderbarer Mosaikstein in der regionalen Versorgungskette“ loben deren Vertreterinnen,  Claudia Böckmann und Annette Durchleuchter.

Das Gebäude wird auf einem 1.000 Quadratmeter großen, an den Krankenhauspark angrenzenden  Gelände, als eingeschossiges Haus in der Straße Kiek in den Busch errichtet. Das Geld für den Bau kommt von der Kati-Fassbender-Stiftung. Dessen Kuratoriums-Vorsitzender verwies bei der Vorstellung des Projektes ganz besonders darauf, dass man sowohl beim Bau, als auch beim Betrieb des Hospiz auf Spendengelder angewiesen sei. Denn „die kalkulierten Baukosten von 1,9 Millionen werden aufgrund der überhitzten Baukonjunktur sicherlich noch ansteigen und wir müssen jährlich fünf Prozent der Kosten selbst stemmen“, so Heinrich Schnieders. Die restlichen 95 Prozent Kosten für Unterbringung und Versorgung der Sterbenden tragen die Krankenkassen.

Das Hospiz soll eine Einrichtung für Menschen aller Konfessionen in der letzten Lebensphase werden. Hier findet keine auf Heilung ausgelegte Therapie mehr statt, lediglich Symptome werden noch behandelt. Ein würdevolles Sterben soll hier ermöglicht werden. Dafür sind im Stellenplan 15,5 Vollzeit-Fachpflegekräfte vorgesehen. Insgesamt elf moderne, helle und geräumige Appartements, die alle über eine Terrasse und die Möglichkeit verfügen, ein Zustellbett für Angehörige unterzubringen, sind im Hospiz vorgesehen. Zudem wird es ein separates Gästezimmer, einen Raum der Ruhe, einen Speisezimmer und weitere Büro- und Arbeitsräume geben.

Für die Standortentscheidung war sicherlich ausgebend, dass hier supportive Dienste wie die Palliativstation im Krankenhaus, der ambulante Palliativpflegedienst e.Vita sowie das Team der speziellen ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und das Büro der Hospizinitiative unmittelbar vor Ort sind. Zudem ist die Praxis der niedergelassenen Schmerztherapeuten Martina Schlott und Heinz-Joachim Lemm rasch fußläufig erreichbar, was einen schnellen Konsiliardienst ermöglichen kann.

„Bedürftige warten oft Wochen auf einen Hospizplatz“, erläutert auch Michael von Meerbeck die Dringlichkeit der Lage. Umso mehr ist der Caritas-Chef erfreut, dass man sich mit der gemeinsamen Realisierung dieses Projektes nun ökumenisch auf den Weg gemacht habe.

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