v.l.: MTRA Patricia Persing, MFA Jessica Hähnel, Ärztl. GF Dr. med. Dirk Völzke, Ltd. Strahlentherapeut Maher Qweider (Foto: EVK Wesel)

Wesel. Präzisionsarbeit auf hohem Niveau

2008 wurde mit Inbetriebnahme der Strahlentherapie ein Meilenstein für die Menschen in und um Wesel gelegt. Insbesondere Krebspatienten profitieren von dem wohnortnahen und zentralen Behandlungspartner am Evangelischen Krankenhaus Wesel.

In dem imposanten knapp 800 Quadratmeter großen weißen Bau, der architektonisch an einen Rheindampfer erinnert, wird modernste Medizintechnologie angewandt. Hier werden neben den üblichen dreidimensionalen Standardverfahren auch IMRT-Bestrahlungen durchgeführt, welche bei Tumoren angezeigt sind, die in der Nähe sehr empfindlicher Organe liegen. Diese Techniken erlauben eine Bestrahlung, auch unregelmäßig geformter Bereiche durch exakte unterschiedliche Strahlendosen bei maximaler Schonung des gesunden Gewebes.

Die Strahlentherapie Wesel greift bei ihrer Arbeit auf ein etabliertes kompetentes Expertennetzwerk zurück. Zum einen besteht eine enge Kooperation mit der Strahlentherapie Bonn-Rhein-Sieg. Zum anderen ermöglicht die enge Zusammenarbeit mit den interdisziplinären Teams der zwei Weseler Krankenhäuser und deren Tumorzentren ein breites Behandlungsspektrum. Beides gewährleistet, dass jeder Patient eine sorgfältig ausgearbeitete, individuelle Therapie erhält. Denn Strahlentherapie gehört heutzutage neben Operation und Chemotherapie zu den wichtigsten Behandlungsmethoden bei Krebs. Da die Diagnose bei Betroffenen oft viele offene Fragen mit sich bringt, ist Empathie ganz wichtig. „Patienten sollten sich deshalb gerade in dieser von Unsicherheit und Ängsten geprägten Zeit von Beginn an verstanden und sicher fühlen“, erklärt die erfahrende leitende MTRA Patricia Persing.

Die Fachärzte für Radioonkologie setzen in der Strahlentherapie unter anderem auch vierdimensionale Ganzkörperstereotaxie ein. „Unter Berücksichtigung der Organbewegung können wir punktgenau bestrahlen“, erklärt der ärztliche Leiter Maher Qweider. Maximal schonende Methoden, wie die Goldmarker-gestützte Hochpräzisionsbestrahlung, die bei Prostatakrebs angezeigt ist,  belasten Enddarm und Harnblase deutlich weniger, so dass gefürchtete Langzeitnebenwirkungen wie beispielsweise Inkontinenz deutlich gemindert werden. Eine besondere Art der Bestrahlung der weiblichen Brust, bei der eine spezielle Atemanhalttechnik (Atemgating) angewandt wird, reduziert die Belastung von Herz und Lungen gegenüber den üblichen Methoden fast um die Hälfte. Erkrankte Männer und  Frauen profitieren entsprechend enorm von dem modernen Leistungsportfolio der Strahlentherapie Wesel. „Die Möglichkeiten der Onkologie haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt“, betont auch Dr. med. Dirk Völzke, der ärztliche Geschäftsführer.

Doch nicht nur bei Krebs ist eine strahlentherapeutische Behandlung angezeigt, vielmehr kann sie auch bei gutartigen Erkrankungen Linderung verschaffen, was viele  Menschen gar nicht wissen. Darum wurde in der Weseler Praxis erneut investiert und ein so genanntes Orthovolt-Gerät angeschafft. Röntgenreizbestrahlung erweitert nun seit kurzem das vielfältige Spektrum der Strahlentherapie Wesel. Diese wird eingesetzt, um gutartige entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie z.B. Arthrose, Fersensporn, Schultersteife, mit niedrig dosierter Röntgenbestrahlung zu behandeln.

 

Veranstaltungshinweis Medizinvortrag

Arthrose – Behandlungsmöglichkeiten mittels konservativer Orthopädie und/oder Strahlentherapie

Donnerstag, 13. September 2018, 19.30 Uhr Vortragsraum (EG) EVK Wesel

Referenten: Orthopäde F. Patrick Wilbertz und Strahlentherapeut Maher Qweider

Anmeldung vorab wird erbeten unter Telefon (0281) 106 2051.

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