Drei Einkaufswagen voller Futter und Tierzubehör sowie einen Spendenscheck der Stadt überreichten heute die Auszubildenden gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Landscheidt der Tierherberge Kamp-Lintfort (Foto: privat)
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Kamp-Lintfort. Am Social Day lernen die Auszubildenden der Stadt schon früh, wie wichtig soziales Engagement in Kamp-Lintfort ist. „Der Social Day ist zum festen Bestandteil der Ausbildungszeit bei uns in der Verwaltung geworden. Die Azubis entscheiden jedes Jahr gemeinsam mit der Stadt, bei welcher Einrichtung sie sich engagieren und organisieren den Tag auch eigenständig“, so Frederike Wosgien, Leiterin der Personalabteilung und des Rechtsamtes der Stadt.

Die Entscheidung, die helfenden Hände dieses Jahr der Tierherberge zur Verfügung zu stellen, fiel den Kamp-Lintforter Azubis nicht schwer: „Tierschutz sollte einfach immer wieder Thema sein. Bei uns in Kamp-Lintfort, aber auch bei jedem Bürger zu Hause. Uns war es wichtig, dass wir die Tierpflegerinnen und -pfleger tatkräftig bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen und sie auch zumindest an diesem Tag entlasten können“, betont Stadtinspektoranwärter Daniel Henning, der auch als Vertreter der Auszubildenden im Personalrat sitzt.

Die Tierherberge Kamp-Lintfort feiert im September bereits ihr 15-jähriges Jubiläum. Derzeit ist sie das Zuhause für 45 Hunde, über 20 Katzen, aber auch für Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel. Die Abgabegründe sind vielfältig. „Manche können sich die Tierhaltung nach einer Trennung oder dem Jobverlust einfach nicht mehr leisten, andere sind völlig überfordert mit ihrem Tier. Es gibt leider auch immer wieder den Fall, dass Tiere ihre Besitzer überleben oder auch Fundtiere, die wir nicht zurückvermitteln konnten“, erklärt Tierheimleiterin Nadine Förster.

Um halb elf waren die Aufgaben an alle Azubis verteilt. Die einen säuberten die Katzen- und Hunderäume, weitere Helfer sammelten das Laub vom Außengehege der Katzen. Kein einfaches Unterfangen, da die Blätter des großen Geheges von unten nach außen geschüttelt werden mussten. Obwohl nur wenige von ihnen ein eigenes Tier besitzen, waren alle Azubis begeistert von den vielen Vierbeinern. „Ein wunderbarer Ort für Tiere in Not, am liebsten hätte ich alle Katzen direkt mitgenommen“, seufzt Lotte Backasch, Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Einige Auszubildende schnappten sich einen Vierbeiner und führten ihn zum Spaziergang aus. „Super, dass das Wetter mitspielt“, freute sich die 18-jährige Marie Kostros, die sich in der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten befindet. „Leider habe ich keinen eigenen Hund. Aber heute hatte ich einen, wenigstens eine Zeit lang. Der Kleine heißt Louis und ist ein Jahr alt.“ Von aufgeregtem Hundegebell wurde Bürgermeister Christoph Landscheidt begrüßt, der – mit einem großen Sack Hundefutter in den Händen – die Pforten des Tierheims betrat. „Dass unsere Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem auch unsere Tiere hier eine kompetente Notunterkunft finden, ist allein den engagierten Mitarbeitern der Tierherberge zu verdanken. Sie haben in unserer Stadt eine zuverlässige Anlaufstelle für Mensch und Tier geschaffen und ich freue mich, dass unsere Auszubildenden Sie heute tatkräftig unterstützen“, so Landscheidt.

„Der Tag heute hat uns allen einen sehr guten Eindruck von der Arbeit in der Tierherberge vermittelt. Er hat uns gezeigt, dass wir mit unserer Aktion auch tatsächlich etwas bewirken können und ich hoffe, wir können auch andere Menschen in der Stadt motivieren“, erklärt Daniel Henning abschließend. Es werden derzeit auch Tierpaten für die Hunde gesucht, vor allem für die langjährigen schwer vermittelbaren Dauergäste. Eine Patenschaft ist bereits ab zehn Euro monatlich erhältlich. Sogar Ausflüge mit dem Auto dürfen die Paten mit ihren Lieblingen machen, wenn beide sich näher kennengelernt und zu einem Team zusammengefunden haben.

Bürgermeister Christoph Landscheidt besuchte den aktuellen Vermittlungsnotfall der Tierherberge: das ein Jahr alte Minischwein Herbert. Der freundliche und verschmuste kleine Kerl wurde in der Leucht gefunden und sucht schweinische Gesellschaft für seine Schlammsuhle (Foto: privat)
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