Rainer Sitter, DRK-Kreisbereitschaftsleiter (r.), und Jan Höpfner, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Niederrhein, kosten das saubere Trinkwasser, das im Rahmen einer Übung mit der Trinkwasseraufbereitungs-Anlage erzeugt wurde (Foto: DRK-Kreisverband Wesel)

Kreis Wesel. „Wir können aus fast jeder Art von verschmutztem Süßwasser wieder Reinwasser machen“, erläutert Rainer Sitter, Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kreisverband Wesel. „Und wir meinen  wirklich sauberes Trinkwasser.“ Damit dies aber reibungslos funktioniert, müssen die Abläufe geprobt werden. Je öfter, desto besser. „Die Übungstage helfen allen, den Umgang mit unserer Trinkwasseraufbereitungs-Anlage zu verinnerlichen. Dann sitzt jeder Handgriff wieder“, macht er die Notwendigkeit deutlich. Jetzt fand eine solche Übung zusammen mit der Wasserwacht auf dem Rhein statt.

Einzige Anlage

Im Kreis Wesel gibt es nur diese eine Anlage. Die nächsten stehen in Mönchengladbach und Mettmann. „Der Kreis Wesel kann sich glücklich schätzen, eine solche Anlage zu haben“, betont Sascha van Beek vom DRK Kreisverband Vorstand. Denn im Katastrophenfall lässt sich mit dieser Hochreinigungsanlage 6.000 bis 8.000 Liter Trinkwasser herstellen. Zum Einsatz kamen die 15 Mitarbeiter, die die Aufbereitungs-Anlage im Kreis Wesel bedienen, schon häufig. Allerdings nicht vor Ort, sondern beim Tsumani in Indonesien und beim schweren Erdbeben auf Haiti. Dort bereiteten sie das Wasser für das mobile Krankenhaus auf, von dem aus die Bevölkerung versorgt wurde.

Umfangreiche Ausbildung

Die Ehrenamtlichen, die sich für die Tätigkeit im Rahmen der Wasseraufbereitung entscheiden, werden umfangreich geschult. Sie starten mit der DRK-Technikerausbildung. Es folgt die Weiterbildung an der Trinkwasseraufbereitungs-Anlage, danach einige Lehrgänge im General­sekretariat in Berlin. Da die meisten diese Ausbildung neben ihrer Berufstätigkeit machen, dauert sie in der Regel einige Jahre. Die aktuelle Übung in Wesel war gleichzeitig ein Schnupper-Wochenende für Interessierte.

Bäume profitieren

„Wir haben zunächst die Anlage in Betrieb genommen“, berichtet Rainer Sitter vom Übungstag. Dazu wurde ein Becken für die Wasser-Vorbehandlung aufgebaut, durch Analyse der Verschmutzungsgrad bestimmt und die erforderlichen Chemikalien zusammengestellt. Es folgte die Wasserfilterung und die anschließende Reinigung von Materialien und Anlage. „Jetzt hatten wir wunderbar sauberes Wasser“, erzählt Rainer Sitter. Das wurde natürlich nicht in den Rhein zurückgeleitet, sondern in Tankwagen mitgenommen und zum Gießen von Blumen, Bäumen und Sträuchern genutzt.

Dankbar waren die Team-Mitarbeiter über die Unterstützung der Wasserwacht. „Nicht jeder im Team ist ein Rettungsschwimmer“, erläutert der Kreisbereitschaftsleiter. „Da ist die Eigensicherung notwendig – und die übernahm die Wasserwacht.

Alles sitzt

„Der Kreis Wesel kann beruhigt sein. Wir haben alles durchgespielt, die Mannschaft ist perfekt vorbereitet“, macht Rainer Sitter klar. „Wir können überall zum Einsatz kommen, wo kein Hydrant vorhanden ist, denn wir können nicht nur Wasser machen, sondern auch transportieren.“ Eine Einsatz­möglichkeit, auf die die Feuerwehr gern zurückgreift.

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