Zeitzeugengespräch mit Herrn Helmut Hermann in der Klasse 9c (Foto: privat)

Mülheim. Zum zweiten Mal seit 2016 war an der Luisenschule die Wanderausstellung “Widerstand und Verfolgung in Mülheim a. d. Ruhr 1933-1945”, die durch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert wird, zu Gast.

In der Ausstellung, die im Lernstudio allen Klassen und Kursen der Luisenschule offen stand, wurde Basiswissen, wie z.B. die Vorgeschichte und das Ende der NS-Zeit, vermittelt, aber die SchülerInnen erfuhren auch, wie sich die NS-Herrschaft in ihrer Heimatstadt ausbreitete und welche Mülheimer Gruppierungen Widerstand leisteten und vom NS-Regime verfolgt wurden. Und schließlich wurde das Thema Zwangsarbeit in Mülheim während der NS-Zeit thematisiert. Regionalgeschichte findet sich nur sehr selten in Geschichtsbüchern, so dass die SchülerInnen mit dieser Ausstellung die Vergangenheit in ihrer Heimatstadt hautnah miterleben konnten.

Der 88-jährige Zeitzeuge Helmut Hermann, Mit-Initiator der Ausstellung und langjähriger Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, berichtete schließlich den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9c von Frau Dr. Schulte – über seine eigene Kindheit in der NS-Diktatur. So erfuhren die Jugendlichen von den Repressionen, die auf Familie Hermann aufgrund ihrer kommunistischen Einstellung einwirkten. Zudem hatten die berührten NeuntklässlerInnen die Möglichkeit, den Zeitzeugen Hermann, welcher auch Träger der Ehrenspange der Stadt Mülheim ist, zum Leben unter dem Hakenkreuz und den Auswirkungen auf das weitere Leben zu befragen.

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