Die Fotomontage zeigt ein Modell der geplanten Arbeit am Aufstellungsort zwischen Dingden und Loikum (privat)

Hamminkeln. Pater Abraham aus der Benediktinerabtei Königsmünster fertigte Metallskulptur

Die katholische Pfarrgemeinde Maria Frieden möchte mit einem Kunstwerk einen neuen Gedenk- und Lebensort schaffen. In wenigen Wochen wird die Metallskulptur am Gelände des ehemaligen Klosters Marienvrede aufgestellt: Fünf U-förmige Winkel stehen sich gegenüber, symbolisieren die fünf Gemeinden der Pfarrei Maria Frieden. Darauf sind Bibelzitate eingefräst. Der Mescheder Benediktinerpater Abraham Fischer OSB ist zurzeit dabei, die Figur herzustellen.

Das Fundament wurde bereits am Aufstellungsort von freiwilligen Helfern errichtet.

Nicht viele Leute wissen heute noch, dass es im Dreieck zwischen Loikum, Ringenberg und Dingden einmal ein Kloster gegeben hat. Die Gebäude sind längst abgerissen. Steine sind unter anderem an Dingdener Gebäuden wie dem Saal Hoffmann, dem Café Crème oder dem Heimathaus verbaut worden. Nur der Straßenname „Am Klosterbusch“ erinnert an die Gemarkung.

Das Kloster Marienvrede: Ein längst vergessener Ort? Das Andenken an dieses Kloster ist spätestens seit 2013 wieder lebendig. Marienvrede bedeutet in heutigem Deutsch: Maria Frieden. Mit der Neugründung der Pfarrgemeinde Maria Frieden wurde an das vormalige Kloster erinnert. Im Rahmen dieser Fusion wurden die bis dato selbstständigen Pfarreien St. Pankratius Dingden, St. Maria Himmelfahrt Hamminkeln, St. Antonius Loikum, Heilig Kreuz Mehrhoog und Christus König Ringenberg zusammengelegt. Am Ort des ehemaligen Klosters soll nun mit einem Kunstwerk an dieser historische Stätte gedacht werden.

Ein kurzer Blick in die Vorgeschichte: 1812 haben die letzten Ordensbrüder ihr Zuhause verlassen. In Folge der napoleonischen Feldzüge und der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die kirchlichen Besitztümer aufgehoben. Damit wurde auch das Ende des Kreuzherrenklosters Marienvrede besiegelt, das 370 Jahre lang bestanden hatte. Die Gebäude wurden abgebrochen, der Klosterbestand aufgelöst.

Das Kloster war gestern. Maria Frieden ist heute. Das Gelände des früheren Klosters soll wieder lebendige Stätte werden. Ein „Gedenk- und Lebensort” für die neue Pfarrgemeinde! Auf Initiative von Pastor Franz-Josef Pail hat sich eine Arbeitsgruppe des Pfarreirates mit dem Leitenden Pfarrer Ralf Lamers und der Pfarreiratsvorsitzenden Nicole Brinks über viele Monate damit beschäftigt, wie der Ort sinnvoll ins Gemeindeleben integriert werden kann. Viele Ideen wurden diskutiert. Wichtigstes Anliegen: Es darf keine „tote” Gedenkstätte errichtet werden, sondern der Ort soll für vielfältige Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Alle Arbeitsgruppenmitglieder schwärmten sofort von dem kleinen Wäldchen, das am ehemaligen Klostergrundstück besteht. Tragen die Bäume Blätter, wirkt das Areal wie eine kleine Naturkapelle. Auf Holzblöcken soll man künftig sitzen können. Die Stätte wird sich gut als Treffpunkt für Andachten, Messen unter freiem Himmel oder andere Versammlungen eignen. Darüber hinaus werden eine Ruhebank sowie eine Infotafel aufgestellt. So erhalten Spaziergänger oder Radwanderer neue Informationen zu diesem besonderen kirchlichen Ort.

Vom Ort inspiriert hatte sich die Arbeitsgruppe nach intensiver Rückkoppelung mit den Gremien der Pfarrei entschieden, den Künstler Pater Abraham aus der Benediktinerabti Königsmünster in Meschede mit der Erstellung einer künstlerischen Stele zu beauftragen. Pater Abraham hat bereits einige Arbeiten in Loikum realisiert: Das Tor zum Friedhof stammt ebenso von ihm wie die Gedenkplatte vor der Kirche. Der Kirchenvorstand hat insgesamt 20.000 Euro für Kunstwerk, Herrichtung des Geländes und Grundstückskauf etatisiert.

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