Badestelle Baldeneysee (Foto: Elke Brochhagen, Fotoredaktion Stadt Essen)

Essen. Es war eines der Leuchtturmprojekte der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017: Im letzten Jahr eröffnete die Stadt Essen gemeinsam mit dem Ruhrverband nach 46 Jahren die erste offizielle Badestelle an der Ruhr. Im Mai startete „Baden in der Ruhr“ am Seaside Beach Baldeney in seine zweite Saison. Durch eine Weiterentwicklung des Frühwarnsystems, das die Einhaltung der hygienischen Qualitätsanforderungen an das Ruhrwasser an der Badestelle Seaside Beach vorhersagt, sollten in 2018 deutlich mehr Badetage ermöglicht werden können. Jetzt steht fest: Dieses Ziel wurde deutlich erreicht, denn bereits jetzt konnten genauso viele Badetage wie 2017 insgesamt gezählt werden.

„Dass wir schon jetzt an rund 50 Tagen die Badestelle öffnen konnten, ist eine hervorragende Nachricht für die Essenerinnen und Essener. Die Badestelle ist sehr beliebt – umso schöner ist es, dass in diesem Jahr noch mehr Menschen hier baden können. Dafür ist maßgeblich die Weiterentwicklung des Frühwarnsystems verantwortlich, aber natürlich spielt uns auch das Wetter in die Hände“, sagt Simone Raskob, Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Nach Starkregenereignissen, in deren Folge eine Entlastung der Regenbecken erfolgen muss, wird eine Sperrung des Badebereiches notwendig. Angezeigt wird diese von einem eigens entwickelten Frühwarnsystem, das Schwankungen der hygienischen Wasserqualität vorhersagt.

Hohe Wasserqualität in der Ruhr

Das Frühwarnsystem löste in 2017 ein Badeverbot aus, sobald an einer von sechs Regenmessstationen der Niederschlag über fünf Millimeter lag. Dank der zahlreichen Messwerte, die im vergangenen Jahr genommen wurden, konnte durch statistische Analysen nachgewiesen werden, dass eine sichere Vorhersage , die zur Schließung der Badestelle führt, gegeben ist, wenn an drei von sechs Messstationen ein Niederschlag von sieben Millimetern oder an einer Station ein Wert von neun Millimetern überschritten wird.

„Die Sicherheit der Badenden steht für uns an erster Stelle. Mit den neuen Grenzwerten des Frühwarnsystems wurde das hohe Sicherheitsniveau bei gleichzeitiger Erhöhung der Badetage beibehalten“, sagt Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik und Flussgebietsmanagement des Ruhrverbands.

Öffnung der Badestelle wird online angezeigt

Die Badestelle am Seaside Beach Baldeney erstreckt sich über eine Uferlänge von 50 Metern und reicht 15 Meter in den See hinein. Der Einstieg in das Fließgewässer ist über drei Stege möglich. Interessierte können sich auf der Website der Stadt Essen unter www.essen.de/badeninderruhr oder auf der Website des Seaside Beach Baldeney http://www.seaside-beach.de/informieren, ob die Badestelle geöffnet ist. Eine Badeaufsicht sowie eine entsprechende Infrastruktur mit Toiletten, Umkleiden und Verpflegung sind durch das Seaside Beach Baldeney gewährleistet. Die Nutzung der Badestelle ist im regulären Eintrittspreis von 3,50 Euro (ermäßigt, 3 Euro) enthalten.

Über „Baden in der Ruhr“

Die Badestelle am Seaside Beach ist die erste Badestelle in der Ruhr. Über vierzig Jahre mussten die Essener Bürgerinnen und Bürger auf das Baden in „ihrer“ Ruhr verzichten – im Sommer 2017 hatte das Warten ein Ende. Die Ruhr hat eine bewegte Entwicklung hinter sich: Von einem Fluss, an dem nur wenige Mühlen und Handwerksbetriebe siedelten, wurde das Fließgewässer zu einem Transportweg für Kohle und Entsorgungsort für Industrieabwässer. Durch Investitionen in Millionenhöhe in die Abwasserbeseitigung seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Ruhr zu einem blauen und sauberen Gewässer entwickelt. Unter dem Projektnamen „Sichere Ruhr“ wurden 2012 die Rahmenbedingungen für ein sicheres und rechtskonformes Baden und ein Frühwarnsystem erarbeitet, das die innerhalb der EU geltenden hygienischen Standards für Badegewässer berücksichtigt.

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