Oberbürgermeister Thomas Kufen (Foto: © Ralf Schultheiß) und Oberbürgermeister Sören Link (Foto: Stadt Duisburg)

Duisburg/Essen. Zur derzeitigen Situation bei ThyssenKrupp nahm Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link vorgestern Stellung: „Ich erwarte eine schnelle Klärung der Führungsfrage bei ThyssenKrupp und vor allem eine Erklärung zur strategischen Ausrichtung und zur Zukunft des integrierten Konzerns. Vor zehn Jahren ist das mit der Essener Erklärung gut gelungen.“

Nach Links Ansicht haben die Standorte und vor allem die Mitarbeiter Klarheit und Sicherheit verdient. „Ich nehme wahr, dass die IG Metall und die Krupp-Stiftung bereit sind, im Sinne des Unternehmens und aller Beschäftigten Verantwortung zu übernehmen und erwarte, dass sich auch die Landesregierung in diesen Prozess aktiv und öffentlich einbringt. Besonders durch Ministerpräsident Armin Laschet, der in der Stiftung mit Sitz vertreten ist. ThyssenKrupp muss Chefsache sein!“, so Sören Link.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um die Führung bei thyssenkrupp und der Frage, welchen Weg der Konzern in Zukunft einschlägt, stellt der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen klar:

„Auch mit der nun anstehenden Fusion der Stahlsparte muss die Strategie des Konzerns weiter sein: Der Fortbestand und die Einheit des Unternehmens stehen an erster Stelle. Daran müssen sich alle handelnden Akteure und insbesondere die Krupp-Stiftung messen lassen. Der entschlossene Einsatz, die Unternehmerverantwortung und der zentrale Stiftungsgedanke müssen das Handeln bestimmen.

Jeder muss wissen: von einer Zerschlagung von thyssenkrupp profitieren nur wenige. Von einem guten Konzept als wettbewerbsfähiger Industriekonzern hingegen viele: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Familien, langfristig orientierte Anteilseigner und die Kommunen, in denen Arbeitsplätze erhalten werden.“

Die Stadt Essen habe sich vor weniger als zehn Jahren dafür eingesetzt, dass der Konzern einen starken Unternehmenssitz in Essen bekommt – „wir werden uns jetzt auch wieder dafür einsetzen, dass dieser in Essen bleibt“, zieht Kufen als Schlussforderung.

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Duisburger Norden und Nordwesten, Mahmut Özdemir, äußert sich zu den aktuellen Entwicklungen bei thyssenkrupp: „Mit großer Sorge verfolgten wir die jüngsten personellen Abgänge im Vorstand und Aufsichtsrat bei thyssenkrupp.

Umso mehr freut es mich, dass der Konzernbetriebsrat und die IG Metall mit der Krupp-Stiftung und dem weiteren Hauptanteilseigner eine Gemeinschaft anstreben, die Spielchen beendet und Verantwortung übernimmt und einfordert.

Wir haben erlebt, wie windige Geschäfte mit Kapitalisten von Südamerika bis China ausgehen. Deshalb bin ich auf die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall besonders stolz, dass diese in dieser Situation einen klaren Kopf bewahren und offen und ehrlich das Verhalten von ehrbaren Geschäftsleuten im Konzern durchsetzen wollen. Auf diesem Weg haben sie meine volle Unterstützung und mein volles Vertrauen.“

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