Den Abschluss ihrer Ausbildung feierten die jungen Fachkräfte für die Backstube und den Verkauf mit der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss (Foto: Kreishandwerkerschaft Niederrhein)

Krefeld/Rhein-Kreis Neuss. Zehn Bäcker und Bäckerinnen sowie 34 Fachverkäuferinnen und -verkäufer aus Krefeld, dem Kreis Viersen und dem Rhein-Kreis Neuss nahmen in Willich bei der Lossprechung durch die Niederrheinische Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss ihre Gesellenbriefe und Abschlusszeugnisse entgegen. 

„Die Qualität der Abschlüsse ist in diesem Jahr sehr gut“, freut sich Obermeister Rudolf Weißert bei der Lossprechungsfeier. Und Michelle Jacobs strahlt. Die 22-Jährige hat eine Lehre zur Bäckerei-Fachverkäuferin bei der Landbäckerei Stinges&Söhne GmbH absolviert. Mit so großem Erfolg, dass sie gerade als Beste ihres Prüfungsbezirks mit einem Blumenstrauß geehrt wurde. Die Ausbildung sei „super“ gewesen, sagt die junge Frau. Ihr liege die Kommunikation mit Menschen. „In diesem Beruf kann ich ich sein“, bringt sie es auf den Punkt. Sie wird von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Genau wie Fabian Tissen (22) aus Krefeld, der als Bäckergeselle losgesprochen wurde. Auch er wurde als Gesamtbester seines Jahrgangs besonders geehrt. Nach einem Findungsjahr hat er sich für den Beruf des Bäckers entschieden. Er habe in dem relativ kleinen Betrieb von Holger Weißert in Krefeld sehr viel gelernt, erzählt er. Und auch an das frühe Aufstehen hat er sich gewöhnt.  Sein Lehrherr findet nur lobende Worte über ihn: „Das war ein hundertprozentig zuverlässiger Auszubildender, er ist nicht einmal zu spät gekommen“, sagt Holger Weißert.

Das Bäckerhandwerk in Deutschland genießt immer noch hohes Ansehen. 270.000 Beschäftigte produzieren eine Vielfalt von 3.000 Spezialitäten, die im deutschen Brotregister registriert sind. Brot ist geradezu ein Markenzeichen für Deutschland. Entsprechend viele lobende und ermutigende Worte wurden während der Lossprechung in der Hausbrauerei Schmitz-Mönk in Willich-Anrath an die jungen Menschen gerichtet, die im Kreis ihrer Familien, Lehrer und Ausbilder den Abschluss ihrer Ausbildung feierten.

„Sie haben ein unglaublich wichtiges Etappenziel in Ihrem Leben erreicht“, sagte die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke. Das Bäckerhandwerk sei ein „wahrer und wahrhaftiger Beruf“, findet sie. Und Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss, meinte zu den jungen Leuten: „Sie sind die, die den Morgen versüßen.“ Dietmar Brockes, Mitglied des Landtages NRW, überbrachte die Grüße von Wirtschaftsminister Pinkwart. Es sei falsch, immer nur auf die Akademisierung zu setzen, sagte der FDP-Politiker. Doch er verwies auch auf die großen Veränderungen, die auf den Berufsstand zukämen: Lebenslanges Lernen sei daher unabdingbar.

Die Veränderungen sind bereits jetzt deutlich zu erkennen: Es gibt immer weniger Betriebe, zudem sei es weiterhin sehr schwierig, geeignete Auszubildende zu bekommen, erzählt Bäckermeister Holger Weißert, der auch Lehrlingswart und Vorsitzender des Prüfungsausschusses ist. „Ich kann jedem Handwerksbetrieb nur raten, Flüchtlinge auszubilden.“ Er hat drei Flüchtlinge an Kollegen vermittelt, bildet in seinem eigenen Betrieb gerade zwei Menschen mit diesem Hintergrund aus. Er lobt deren Motivation und Zuverlässigkeit: „Das ist für alle eine Win-Win-Situation“, findet er.

Neben Fabian Tissen und Michelle Jacobs wurden zwei weitere Fachverkäuferinnen als Beste ihrer jeweiligen Prüfungsbezirke besonders geehrt: Christina Knaub aus Nettetal (Ausbildungsbetrieb: Markus Jansen, Nettetal) und Annemarie Gorzelski aus Dormagen (Ausbildungsbetrieb: Behzad Arkian, Neuss).

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