links: Panorama der Zeche Osterfeld, 1922 An der Wand im Vordergrund ist das Logo der Gutehoffnungshütte (GHH) zu erkennen. Die Zeche Osterfeld war eine der Hüttenzechen der GHH. © Werksfotografie der GHH / LVR-Industriemuseum || rechts: Nach der Seilfahrt, Zeche Alstaden, Oberhausen um 1960 © Rudolf Holtappel / Fotoarchiv Ruhr Museum
Anzeige

Oberhausen. Fotoausstellung „Zechen im Westen“ im LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte erinnert an die Bedeutung des Steinkohlenbergbaus für die Region

Im Jahr 2018 schließt die letzte Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet. Damit endet die Geschichte des Bergbaus, der fast zweihundert Jahre lang Landschaft, Menschen und Mentalität geprägt hat. Mit ausgewählten Fotografien vor allem aus den Beständen des Ruhr Museums in Essen und des LVR-Industriemuseums in Oberhausen erinnert die Fotoausstellung „Zechen im Westen“ auf der St. Antony-Hütte ab dem 6. Juli 2018 an die vielfältige Bedeutung der Kohleförderung für die Region.

Zechen und Menschen

Mit dem Fokus auf dem westlichen Ruhrgebiet um Oberhausen zeichnet die Ausstellung den „Lebenszyklus“ der Steinkohlezechen von den Anfängen auf der grünen Wiese über die Hochphase der Kohleförderung und -verarbeitung bis zum Zechensterben und der Nachnutzung der Gelände nach. Gleichzeitig richtet sie ihren Blick auf die Menschen, die mit und vom Bergbau lebten.

Ein Jahrhundert des Bergbaus

Seit Ende des 19. Jahrhunderts und dann besonders im 20. Jahrhundert begleitet das Medium der Fotografie den Bergbau. Um 1900 hält sie das Abteufen neuer Schächte, wie die der Zeche Jacobi in Oberhausen, fest. Gleichzeitig präsentieren sich Bergleute und Beamte auf Belegschaftsaufnahmen selbstbewusst den Fotografen. Die Zechen wachsen zu gigantischen Anlagen, deren Fördertürme, Kühltürme und Kokereien immer weiter in die Landschaft ausgreifen, wie es repräsentative Panoramaaufnahmen der Oberhausener Zechen Osterfeld und Jacobi zeigen. Untertage malochen die Kumpel. Fotografen halten die Mühen, tödlichen Gefahren, aber auch den den Stolz der Bergleute fest.

Sozialfürsorge und Solidarität

Übertage dokumentieren die Fotografien die betriebliche Sozialfürsorge mit ihren medizinischen Einrichtungen, wie dem Gesundheitshaus der Zeche Sterkrade, den Ledigenheimen und Zechenkolonien. Dabei nehmen sie auch die Solidarität der Bergleute und ihrer Familien in den Blick, ob beim Duschen in der Waschkaue, bei der Arbeit im Schrebergarten oder beim Spielen der Kinder auf der Halde.

Ende und Neubeginn

Spätestens in den 1960er Jahre hat der Slogan „Ruhrkohle – Sichere Energie“ ausgedient, der im Oberhausener Stadtbild in meterhohen Buchstaben zu lesen war. Jetzt begleiten Fotografen die Demonstrationen gegen Zechenschließungen, wie 1967 die gegen das Ende der Zeche Concordia in Oberhausen. Am Ende jedoch weichen die Zechen, nachdem die letzte Kohle gefördert und die Anlagen abgerissen worden sind. Gewerbegebiete, Kleingärten, Parks und auch ein Golfplatz, wie der Volksgolfplatz auf der ehemaligen Zeche Jacobi in Oberhausen, entstehen an ihrer Stelle. Meist sind es heute nur noch der Name und einige dekorative Relikte, die an die „Zechen im Westen“ erinnern.

Außergewöhnliche Fotosammlungen

Die Ausstellung „Zechen im Westen“ ist als ein weiteres Kooperationsprojekt zwischen dem Ruhr Museum und dem LVR-Industriemuseum entstanden. Beide Museen verfügen über außergewöhnliche Fotosammlungen. So sind es zum einen die Bilder wichtiger Fotografinnen und Fotografen wie Ruth Hallensleben, Rudolf Holtappel, Johann Schmidt, Erich Rühl, Manfred Scholz, Anton Tripp, Willy van Heekern sowie Ludwig Windstoßer, deren Archive sich im Ruhr Museum befinden, zum anderen ausgewählte Fotografien des Bildarchivs der Gutehoffnungshütte, das im LVR-Industriemuseum bewahrt wird, die die verschiedenen Themen der Ausstellung illustrieren. Komplettiert wird die Ausstellung mit Bildern aus dem Stadtarchiv Oberhausen, von Carsten Walden sowie vom Golfclub Oberhausen.

Die 47 Motive der Ausstellung erscheinen in einer Begleitbroschüre zum Preis von 7,95 €.

LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte, Antoniestraße 32-34, 46119 Oberhausen

Laufzeit: 6. Juli 2018 bis 22. September 2019

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 – 17 Uhr, samstags und sonntags 11 – 18 Uhr

Eintrittspreise: (inkl. St. Antony-Hütte & Industriearchäologischer Park): 5 €, erm. 4 €, ab 10 Personen 4,50 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben im LVR-Industriemuseum freien Eintritt.

Besucherinfos und Buchungen von Führungen: bei kulturinfo rheinland unter Tel.: 02234/9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr)

Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

 

Beitrag drucken
Anzeigen