Nachwuchs für ein kreatives und nachhaltiges Handwerk: Obermeister Uwe Köhler (hintere Reihe rechts) erhob die jungen Tischlerinnen und Tischler aus dem Rhein-Kreis Neuss in den Gesellenstand (Foto: Kreishandwerkerschaft)
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Rhein-Kreis Neuss. Das Foyer des Neusser Rathauses bot den würdigen Rahmen für die Lossprechung der Tischler-Innung Rhein-Kreis Neuss: 17 junge Handwerkerinnen und Handwerker wurden von Obermeister Uwe Köhler in den Gesellenstand erhoben. Außerdem ehrte die Innung die Sieger des Design-Wettbewerbs „Die Gute Form“ und die Jahresbesten.

Sie ist offen, leistungsorientiert, lässt sich auch von einer Handverletzung während der Prüfungsphase nicht irritieren und trinkt gerne trockenen Rotwein. Der Lohn: bestes Gesellenstück, erster Preis beim Wettbewerb „Die gute Form“ und dritter Publikumspreis für ihren grau lackierten Weinschrank in Eiche. Rebecca Strickmann (Tischlerei Holzvisionen GmbH, Neuss) ist eine Frau, die weiß, was sie will. Nach ihrem Abitur wollte die jetzt 23-Jährige „etwas Praktisches machen“ und schaute sich verschiedene Gewerke an. Ihre Wahl fiel auf das Tischlerhandwerk, weil hier Kreativität gefragt ist und unterschiedliche Materialien verwendet werden.

Bei ihrem Gesellinnenstück waren ihr besonders die Funktionalität, die Ästhetik und die Nachhaltigkeit wichtig. „Ich möchte, dass mein Weinschrank mich durch die nächsten Jahrzehnte begleitet, er hat viel Platz für Gläser oder andere Dinge, er ist einfach vielseitig nutzbar.“ Demnächst möchte die junge Tischlerin ein Studium im Bereich Holzingenieurwesen beginnen. „Ich würde mich später gerne selbstständig machen und Holzhäuser bauen“, sagt sie.

Raphael Mitschke (Tischlerei Jörg Buschmeyer, Dormagen), freute sich sehr, dass er als Jahresbester abgeschnitten hat. Sein Gesellenstück, ein Schreibtisch, „der einen abgerundeten Mix aus rustikaler und moderner Gestaltung darstellt“, hat er komplett aus Eiche gefertigt. Damit liegt er genau richtig. „Eiche bleibt nach wie vor in Mode“, sagte Klaus Harder, Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Er lobte die Bandbreite der Gesellenstücke, die in jeweils 100 Arbeitsstunden entstanden sind: „Mit Ihren Arbeiten machen Sie dem Tischlerhandwerk alle Ehre und zeigen, dass es für Tischler nichts Unmögliches gibt.“

Die stellvertretende Neusser Bürgermeisterin Gisela Hohlmann betonte in ihrem Grußwort den verantwortungsvollen Umgang der Tischler mit den natürlichen Ressourcen: „Sie können doppelt stolz sein, dass Sie Ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und gleichzeitig etwas von bleibendem Wert geschaffen haben.“ Davon ist auch Obermeister Uwe Köhler überzeugt: „Gehen Sie mit Energie und Selbstbewusstsein sowie Optimismus in die Zukunft, dann hat sich die Ausbildung in unserem schönen kreativen Tischler-Handwerk gelohnt.“

Die weiteren Plätze beim Wettbewerb „Die gute Form“: Jonas Blaczek belegte mit einem Sideboard den zweiten und Eva Soujon mit einem Schminktisch den dritten Platz. Beide haben ihre Ausbildung in der Tischlerei Marco Decker, Rommerskirchen, gemacht.  Belobigungen gab es für Julian Hüsen (Lutz Klinkhammer, Meerbusch), Raphael Mitschke (Tischlerei Jörg Buschmeyer, Dormagen) und Eric Sievering (Marcel Hoppe, Neuss).

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