Umweltberaterin Caroline Pilling (Foto: privat)

Krefeld. Kaffee im To-Go-Becher mit Rührstäbchen, Frühstücksbrot in Frischhaltefolie oder Wasser aus der Einwegflasche haben eines gemeinsam: Der kurze Genuss für unterwegs wird mit langlebigem Müll bezahlt. Außer-Haus-Verzehr in Plastikverpackungen ist beliebt, aber deren Einmalgebrauch geht zu Lasten der Umwelt: Viele Kunststoffumhüllungen sind fürs Wegwerfen konzipiert. Für den kurzen Einsatz werden jedoch wertvolle Ressourcen und Energie verbraucht. Achtlos benutzt und zurückgelassen zerfallen anschließend die Kunststoffe in der Natur in immer kleinere Teilchen, verschwinden aber nicht ganz, sondern verunreinigen Luft, Böden und Gewässer dauerhaft. „Welche Auswirkungen die Mikroplastikteilchen auf Mensch und Umwelt haben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler und Umweltschützer warnen dennoch vor den nicht absehbaren Folgen für Lebewesen und Natur“, hierfür liefert auch die Verbraucherzentrale NRW Argumente für einen nachhaltigen Konsum. Sie gibt Verbrauchern einige Tipps an die Hand, warum und wie man Durst und Hunger unterwegs auch ohne Plastikutensilien stillen kann:

  • Kunststoffe nicht immer schlecht für die Umwelt: Bei der Frage welches Plastik top oder ein Flopp für die Umwelt oder Gesunderhaltung ist, geht es darum, wie lange Materialien aus Plastik im Alltag genutzt werden, ob sie bei Gebrauch keine Schadstoffe an Lebensmittel abgeben und ob sie recycelt oder ordnungsgemäß entsorgt werden. So spricht etwa nichts gegen den Kunststoff Polypropylen (PP), aus dem Mehrwegbecher hergestellt werden. Für Frischhalteboxen, unzerbrechliches Picknickgeschirr, Brotdosen, die beim Gebrauch nicht erhitzt werden, eignet sich auch Polyethylen (PE). Kunden sollten bei der Anschaffung von Aufbewahrungsboxen und Geschirr aus Kunststoff nur Produkte kaufen, bei denen Hersteller Materialien aus PP und PE verwenden und auf die Langlebigkeit achten.
  • Bamboo to go ist ein No-Go: Besteck, Becher und sonstiges Essgeschirr aus derzeit trendigem Bambus ist in ökologischer Hinsicht jedoch kein empfehlenswerter Renner: Bambusgeschirr besteht zwar aus einem nachwachsenden Rohstoff – allerdings nur zum Teil. Viele Hersteller verschweigen, dass neben Bambus auch Kunststoffe wie Melaminharze in den Picknick- und Partyutensilien enthalten sind. Diese Stoffe sind gesundheitlich bedenklich, weil sie sich bei starker Erhitzung aus dem Geschirr lösen und in die Lebensmittel übergehen können. Vor allem Bambusbecher to go sind als Mehrwegbecher für Heißgetränke ungeeignet.
  • Eigene Mehrwegbecher und Trinkflaschen mitnehmen: Immer mehr Cafés und Bäckereien bieten die Abfüllung eines Heißgetränks im eigenen Becher, wie z.B. dem Krefelder Mehrwegbecher, an. Im Laden nachfragen oder Adresse im Internet suchen, lohnt sich. Auch die Menge an Einwegflaschen für Mineralwasser ist eine unnötige Verschwendung von Rohstoffen für Millionen von Flaschen. Denn das Leitungswasser aus dem Hahn ist in Deutschland flächendeckend von sehr guter Qualität und jederzeit verfügbar sowie im Vergleich zu Mineralwasser etwa 100 Mal günstiger. Unterwegs ist Leitungswasser in wieder befüllbaren Trinkflaschen ein willkommener und durststillender Begleiter. Besonders gut eignen sich hierbei Flaschen aus Glas und Edelstahl. Der Hinweis „Refill“ an Ladentüren ist als Einladung zu verstehen, sich kostenlos bei dem jeweiligen Spender mit frischem Leitungswasser zu versorgen.

Weitere Tipps für „Weniger Plastikmüll unterwegs“ hat die Verbraucherzentrale NRW in einer gleichnamigen Broschüre zusammengestellt. Das Heft ist kostenlos in der örtlichen Umweltberatung Krefeld, Petersstraße 55-57 der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Kontakt online unter www.verbraucherzentrale.nrw/umweltberatung. Broschüre und weitere Informationen zur Problematik von Plastikmüll gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/plastik.

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