Nach der Theorie am Vormittag begaben sich alle Teilnehmer des Kolloquiums in die Praxis und sahen sich direkt auf dem Zechengelände die zu planenden Flächen an (Foto: privat)

Kamp-Lintfort. Das Verfahren für den städtebaulichen Wettbewerb startet!

„Es ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe,“ fasste Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt das Auftaktkolloquium für den städtebaulichen Wettbewerb am Donnerstag, 14. Juni, zusammen. Mit den teilnehmenden Büros, Vertretern des Preisgerichts und der politischen Gremien haben fast 50 Personen an der Veranstaltung im Hochschulgebäude auf dem Zechengelände teilgenommen. Der bereits in 2012/13 durchgeführte öffentliche Masterplanprozess hatte zum Ergebnis, dass auf der ehemaligen Bergwerksfläche im Osten ein großzügiger Grünraum und entlang der Friedrich-Heinrich-Allee neue Wohngebiete entstehen sollen. Mit dem Zuschlag zur Landesgartenschau und den seither erfolgten Planungen durch das Berliner Büro bbzl steht das Zechenparkkonzept weitgehend fest.

Aber wie soll das neue Wohngebiet aussehen? Um diese Frage zu beantworten, hat die Stadt einen Wettbewerb mit zwölf Teilnehmern ausgelobt. Die teilnehmenden Architektur- und Stadtplanungsbüros, unter anderem aus Hamburg, Dortmund, Köln und Regensburg, sind aufgefordert, ein städtebauliches Konzept für ein zukunftsfähiges Wohnquartier zu erarbeiten. Die Aufgabenstellung wurde in den letzten Monaten in enger Abstimmung zwischen der Stadt und der RAG Montan Immobilien, als Eigentümerin der potenziellen Bauflächen, erarbeitet. „Unser wichtigstes Ziel ist es, dass sich das neue Quartier optimal in den Stadtraum zwischen Friedrich-Heinrich-Allee und neuer Parkanlage einfügt,“ so der Bürgermeister weiter. „Wir sehen hier ein attraktives neues Wohngebiet für verschiedene Zielgruppen.“

Dagegen wird Einzelhandel aufgrund einer aktuellen Untersuchung im Gebiet keine maßgebliche Rolle spielen. Hier empfiehlt das Gutachterbüro eher ein ergänzendes Einzelhandelsangebot, um den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt zu stärken. Aufgrund der Nähe zum Hochschulstandort sowie der Landesgartenschau könnten insbesondere Gastronomieansiedlungen ein geeigneter Entwicklungsansatz für die ehemalige Bergwerksfläche sein. Zudem kann sich die Stadt auch einen neuen Standort für ein Hotel vorstellen. „Dies ist eine Empfehlung des Tourismusleitfadens, der für die Landesgartenschau erarbeitetet wurde,“ berichtet Andreas Iland, Prokurist der Landesgartenschau GmbH.

Neben der Umgebungsbebauung gibt es zahlreiche Rahmenbedingungen, die bei der Aufgabenstellung zu berücksichtigen sind. „Hierzu gehören die bereits realisierten und geplanten Nachnutzungen in den denkmalgeschützten Bestandsbauten, wie die Hochschule im Magazingebäude und das Familien- Bildungs- und Kulturzentrum im Schirrhof ebenso wie der von bbzl geplante Quartiersplatz mit den beiden Zechentürmen und die von Nord nach Süd verlaufende Promenade,“ erläutert Planungsamtsleiterin Monika Fraling. Bei dem Kolloquium hatten die Teams Gelegenheit, sich mit der Aufgabenstellung und dem Gebiet vertraut zu machen. „Es ist ein außergewöhnliches Gebiet, das ein enormes Potenzial für die Stadtentwicklung hat,“ so einer der Wettbewerbsteilnehmer.

Die Jury-Sitzung des Wettbewerbs wird sich am 13. September mit den städtebaulichen Arbeiten auseinandersetzen, um das für die Fläche am besten geeignete Konzept auszuwählen. Alle Arbeiten werden danach auch öffentlich ausgestellt. „Wir sind gespannt!“ äußert sich der Bürgermeister erwartungsvoll.

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