Der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings feierte in Repelen das 40-jährige Bestehen der Kroatischen Mission am Niederrhein - Moers. Einige Gemeindemitglieder trugen traditionelle Kleidung, wie die Frauen und Männer, die die Fürbitten vorlasen (Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer)
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Moers/Bocholt/Niederrhein. Rund 2000 Mitglieder hat die Kroatische Katholische Mission am Niederrhein. Sie kommen zum Beispiel aus Bosnien, Herzegowina, Dalmatien, Dalmatien oder Istrien und haben am Niederrhein eine neue Heimat gefunden. Für sie wurden vor 40 Jahren von Bischof Heinrich Tenhumberg die kroatischen Missionen in Bocholt und Moers gegründet, die seit mittlerweile zehn Jahren zur „Kroatischen Katholischen Mission am Niederrhein – Moers“ zusammengeschlossen sind.

Zum runden Geburtstag war am 9. Juni der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings nach Moers gekommen, um in der St.-Martinus-Kirche in Moers-Repelen einen Gottesdienst mit der Gemeinde zu feiern und die Glückwünsche von Bischof Dr. Felix Genn zu überbringen. Einige der Gemeindemitglieder trugen traditionelle Kleidung aus ihrer Heimat, das sorgte gemeinsam mit den kroatischen Lieder und Texte für eine besondere Atmosphäre in der Repelener Kirche.

In seiner Predigt ging Geerlings auf das 40-jährige Bestehen ein: „Zahlen stehen zunächst im Vordergrund. Sie sind nicht unwichtig, Jahreszahlen stehen für Beginn, Wandel und Entwicklung.“ Zudem seien Zahlen nüchtern, „sie machen unsere komplizierte Welt manchmal etwas übersichtlicher.“ Die Zahl 40 spiele eine wichtige Rolle in der Bibel, sie stehe für die Vorbereitung auf etwas Größeres, auf die Vollendung in Gott. „Die 40 ist damit die Zahl der Weiterentwicklung, des Wandels und der Veränderung“.

Veränderungen, sagte er später, müsse sich derzeit auch die Kirche stellen. „Das ist mühsam, die Kirche lernt viel und sie lernt es unter Schmerzen.“ Es gelte, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen und unter veränderten Bedingungen zu verkünden, so dass es von der Welt entdeckt wird. „Ein wichtiger Ort dafür ist die kroatische Mission am Niederrhein“, wandte er sich an die Gemeindemitglieder. Sie würden ihre Traditionen und ihr Glaubensverständnis weiterleben und daraus Begegnungen mit der Umgebung schöpfen. Damit gelinge ein Brückenschlag, das sei ein Zeichen von Weltoffenheit, betonte der emeritierte Weihbischof, bevor er der Mission erneut zum runden Geburtstag gratulierte. Der wurde nicht nur während des Gottesdienstes gefeiert, sondern auch mit einem Konzert und einem großen, gemeinsamen Mittagessen.

Die kroatische Mission feiert an mehreren Orten ihre Gottesdienste. Die Gemeindemitglieder treffen sich nicht nur in der St.-Martinus-Kirche in Repelen, sondern auch in der Herz-Jesu-Kirche in Dinslaken und in der Herz-Jesu-Kirche in Bocholt. Sie bietet Aktivitäten für Jugendliche an, verfügt über einen Erwachsenen- und eine Jugendchor und gibt regelmäßig ein eigenes Gemeindeblatt heraus. Geleitet wird sie seit 2016 von Pater Josip Filipovic.

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