Frauen klären mit Expertinnen berufliche Perspektiven in Deutschland (Foto: privat)
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Kreis Wesel/Kamp-Lintfort. Bei einer Gesprächsrunde in Kamp-Lintfort tauschten sich geflüchtete Frauen mit Vertreterinnen der Agentur für Arbeit Wesel, des Jobcenters Kreis Wesel, des Integration Points sowie des Internationalen Bundes über Wege in den Beruf aus. Neben konkreten Tipps wurden weitere Gespräche vereinbart.

Neun Frauen mit ganz unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Hintergründen nahmen das Gesprächsangebot am Diversity Tag (05.06.2018) an. Den Kontakt hatte Bettina Feldmann, verantwortlich für Flüchtlingshilfe und Migration beim Internationalen Bund, hergestellt. Die zwischen 20 und 49 Jahre alten Frauen stammen aus Rumänien, Syrien, Iran, Georgien und Ägypten. Teilweise leben sie mit der gesamten Familie hier, manche haben Kinder. Bei fast allen waren berufliche Erfahrungen im Heimatland vorhanden, sei es als Verkäuferin, als Lehrerin oder als Zahnärztin. So unterschiedlich wie die bisherigen Lebenswege gestalten sich auch die Wünsche für die berufliche Zukunft in Deutschland. Bei einigen steht zunächst die Anerkennung von Schul- oder Studienabschlüssen an. Eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin mit späterer Selbstständigkeit ist etwa das Ziel einer Teilnehmerin, eine frühere Lehrerin möchte eine Ausbildung zur Erzieherin absolvieren. Manche sind aber auch orientierungslos, welchen Weg sie einschlagen können und wie sie ihre Ziele verwirklichen sollen.

Dazu gab es zahlreiche Fragen an Christiane Naß von der Arbeitsagentur und Beate Bahlke vom Jobcenter, die sich als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt für die Belange von Frauen einsetzen. Lulu Abou Hamdan vom Integration Point, der Anlaufstelle der Arbeitsagentur und des Jobcenters für geflüchtete Menschen, machte den Frauen Mut: „Sie können ihre Ziele Schritt für Schritt verwirklichen.“ Den hohen Wert einer betrieblichen Ausbildung legten allen Expertinnen den Frauen nahe. Wichtige Anhaltspunkte lieferten auch Praktika, die man jedoch vor Antritt mit der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter klären müsse.

Zu Sprach- und Integrationskursen hatten die Teilnehmerinnen ebenfalls Fragen. Beeindruckend waren die durchweg guten Deutschkenntnisse, die sich die Frauen innerhalb kurzer Zeit angeeignet haben. Dafür gab es viel Anerkennung von den Arbeitsmarktexpertinnen, die dazu ermutigten, weiter Deutsch zu lernen. Denn für eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle sind sehr gute Sprachkenntnisse unerlässlich. Diese Ansicht teilten die Frauen, die sich zudem mehr Kontakt zu deutschen Frauen wünschen, um im täglichen Leben die Sprachkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Dazu wies Christiane Naß auf mögliche ehrenamtliche Tätigkeiten hin. In einigen Fällen wurden weiter führende Gespräche vereinbart, um noch individuellere Hilfestellung leisten zu können.

Standorte des Integration Points im Kreis Wesel:

  • Wesel – Agentur für Arbeit und Jobcenter: Reeser Landstraße 61, 46483 Wesel
  • Dinslaken – Agentur für Arbeit und Jobcenter: Moltkestr. 11, 46535 Dinslaken
  • Kamp-Lintfort – Agentur für Arbeit: Wilhelmstr. 1a, 47475 Kamp-Lintfort, Jobcenter: Freiherr-vom-Stein-Str. 20, 47475 Kamp-Lintfort
  • Moers – Agentur für Arbeit: Hanckwitzstr. 1, 47441 Moers Jobcenter: Mühlenstr. 9-11, 47441 Moers

Beratungstermine finden nach Vereinbarung statt. Terminvereinbarung:

Agentur für Arbeit Wesel (SGB III): Wesel.Integrationpoint@arbeitsagentur.de

Jobcenter Kreis Wesel (SGB II): Jobcenter-Kreis-Wesel.Integration-Point@jobcenter-ge.de

 

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt:

  • Christiane Naß, Agentur für Arbeit Wesel, Tel. 0281 9620 552
  • Beate Bahlke, Jobcenter Kreis Wesel, Tel. 0281 9620 287
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