v.l. Dr. Andreas Coenen, Dr. Ralf Sibben, Dirk Strangfeld, Frank Meyer (Foto: Agentur für Arbeit)
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Krefeld. Rückgang der Arbeitslosigkeit und Zunahme der Kräftenachfrage

„Im Mai spüren wir weiter die positive Dynamik des Frühjahraufschwungs“, erläutert Dirk Strangfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, die weiterhin gute Entwicklung des Arbeitsmarktes in Krefeld und im Kreis Viersen. „Eine insgesamt weiter rückläufige Entwicklung der Arbeitslosigkeit und eine Kräftenachfrage auf hohem Niveau prägen aktuell das Bild.“

Insgesamt waren in Krefeld und im Kreis Viersen 22.027 Männer und Frauen arbeitslos; 0,9 Prozent oder 210 Menschen weniger als im April und 3,4 Prozent oder 771 Personen weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld ging um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 7,8 Prozent zurück.

„In Krefeld gilt es weiterhin, die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen stärker in den Fokus zu nehmen“, so Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld. „Qualifikation ist der Schlüssel, Menschen dauerhaft – zumal in einer sich weiter wandelnden Arbeitswelt – in Beschäftigung zu bringen. Doch ohne die Bereitschaft der Gesellschaft, der Partner am Arbeitsmarkt und letztlich jedes einzelnen Unternehmens, dieses Ziel zur verfolgen, werden wir die Probleme nicht lösen. Mit dem „Aktionsplan Wirtschaft“ haben wir eine wichtige und zielführende Initiative ins Leben gerufen, um den Wirtschaftsstandort Krefeld zu stärken und dadurch auch dem Arbeitsmarkt einen Schub zu geben.“

Aktuell werden 6.783 Arbeitslose von der Arbeitsagentur betreut, 536 Männer und Frauen oder 7,3 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen, die in den Jobcentern Krefeld und Kreis Viersen in der Grundsicherung gemeldet waren, ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken – um 235 Personen oder 1,5 Prozent auf jetzt 15.244.

Im Mai entwickelte sich der Arbeitsmarkt sowohl in der Stadt Krefeld als auch im Kreis Viersen günstig. In der Stadt Krefeld sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. Damit liegt die Quote in der Stadt Krefeld nun bei 10,3 Prozent, im Kreis Viersen bei 5,9 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte).

„Mich freut die stabile Entwicklung bei den jüngeren Menschen. Es fehlen allerdings weiterhin Ausbildungsstellen im Kreis Viersen. Hier muss sicher noch mehr passieren. Die eingerichteten Jugendberufsagenturen im Kreis sind dabei wichtige Bausteine. Kein Kompetenzwirrwarr, sondern kurze Wege, kompetente Hilfe wie aus einer Hand. Keine Überleitung an eine andere Stelle, sondern direkte, persönliche Unterstützung und Abstimmung aller Schritte“, so Dr. Andreas Coenen, Landrat für den Kreis Viersen.

Im Gschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) betrug die Quote 4,8 Prozent (April: 5,1%), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 6,3 Prozent (April: 6,6%) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal) 6,3 Prozent (April: 6,5%). 

Kräftenachfrage

Die Kräftenachfrage bewegt sich weiter auf einem hohen Niveau. Im Mai wurden in der gesamten Region 1.240 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 4,6 Prozent mehr vor einem Jahr. Aktuell stehen 4.787 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung zur Verfügung.

„Das hohe Niveau der neu gemeldeten Stellen und im Stellenbestand zeigt, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region auch in den nächsten Monaten weiter aufnahmefähig ist“, so Strangfeld zur Nachfrageseite des Marktes.

„Gute Fachkräfte in den Betrieben am Niederrhein zu halten, wird in Zukunft wichtiger denn je. Einige Betriebe haben bereits heute Schwierigkeiten, die Fachkräfte zu finden, die sie dringend benötigen“, so Dr. Ralf Sibben, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein. „Bei den  prognostizierten  zurückgehenden Schülerzahlen ist es umso wichtiger, Nachwuchskräften  attraktive  Ausbildungsmöglichkeiten  aufzuzeigen und sie für  das  eigene Unternehmen zu gewinnen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf  und damit verbundene flexible Arbeitsformen und -zeiten spielen bei der Beratung der Mitgliedsunternehmen zunehmend eine Rolle.“

Ausbildungsmarkt

„Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt zeigt der Ausbildungsmarkt leider weiterhin eine Schieflage zwischen den gemeldeten Stellen und den jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen.“, erklärt Strangfeld, „Ein Plus an Ausbildungsuchenden ergibt bei einem gleichzeitigen Zuwachs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen weiterhin eine ungünstige Bewerber-Stellen-Relation. Für Arbeitgeber, wie auch für die Jugendlichen, gilt es dadurch umso mehr, alle Möglichkeiten auf dem Markt ins Auge zu fassen.“

Im Mai waren 3.845 Ausbildungsstellenbewerberinnen und -bewerber bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 296 (+8,3%) mehr als im Mai 2017. Dem gegenüber steht ein Angebot von 2.876 (+385 bzw. +15,5% im Vergleich zum Vorjahr) Ausbildungsplätzen. Die Relation von Ausbildungsbewerbern zu angebotenen Ausbildungsstellen hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr dadurch etwas verbessert (100 Jugendliche kommen auf 75 Ausbildungsstellen). Fakt ist: Noch immer steht auch rechnerisch nicht für jede Bewerberin und jeden Bewerber ein Ausbildungsstellenangebot zur Verfügung.

Die Unternehmen bittet Strangfeld, freie oder zusätzliche Ausbildungsstellen dem Arbeitsgeberservice der Agentur für Arbeit zu melden. Betriebe erreichen den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit entweder unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 oder direkt über den persönlichen Ansprechpartner.

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