Animation Ansicht des neuen Allwetterbades am Flinger Broich (Foto: © Bädergesellschaft Düsseldorf)

Düsseldorf. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat am Freitag gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Bädergesellschaft, Peter Schwabe, und dem Geschäftsführer der Bädergesellschaft, Roland Kettler, den Grundstein zum Neubau des Hallenbades am Allwetterbad in Flingern gelegt. Das Allwetterbad am Flinger Broich, das seit Ende 2012 – nach Rückbau des Zeltdachs – nur noch als Freibad genutzt werden konnte, wird zu einem Kombi-Bad erweitert und soll zum 1. Quartal 2020 fertiggestellt werden. Der Schwerpunkt der Planung liegt mit der Ausrichtung zur Schwimmausbildung in der inklusionsfähigen Schulorientierung mit barrierefreier Zugänglichkeit.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Von der Eröffnung 1977 bis zur Schließung 2016 haben sich mehr als 6,6 Millionen Menschen im kühlen Nass des ‚alten‘ Allwetterbades getummelt. Diese beeindruckende Zahl allein zeigt, wie beliebt das Bad war und ist. Die Landeshauptstadt Düsseldorf sorgt jetzt dafür, dass unser Allwetterbad eine Zukunft hat und investiert dort die beeindruckende Summe von rund 26,5 Millionen Euro. Mit den neuen Schwimmbädern, die wir mit dem Bäderkonzept 2020 nun endlich voranbringen, stellen wir uns den steigenden Einwohnerzahlen, der erhöhten Nachfrage nach Schwimmunterricht für Kinder und barrierefreien Schwimmbadbesuchen. Düsseldorf kann sich mit dem neuen Kombi-Bad auf ein attraktives und funktionelles Schwimmbad in Flingern mit moderner Architektur freuen.“

Schwimmhalle: Bewegungsflächen und multifunktionale Becken
Die neue Schwimmhalle wird ausgestattet mit einem 25-Meter-Schwimmerbecken mit integrierter Sprunganlage samt 3-Meter-Plattform und 1-Meter-Brett, einem weiteren 25-Meter-Becken mit Hubboden sowie einem Nichtschwimmerbecken mit Hubboden und einem Kursbecken mit Hubboden. Durch diese Art der Aufteilung werden sinnvolle Bewegungsflächen für Lehrer, Übungsleiter und Trainer geschaffen und ergeben so beste Voraussetzungen für den Schul- und Vereinssport. Die Multifunktionalität der Becken ermöglicht Schülern und Sportlern zudem ideale Bedingungen – ob zum Schwimmen lernen, für die Bewegungstherapie oder auch für das Schwimmtraining.

Freibad: 50-Meter-Sportbecken und Familien orientiert 
Auch im Freibad-Bereich werden umfassende Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Der bei der Bürgerbeteiligung oft genannte Wunsch, das 50-Meter-Becken und den 10-Meter-Turm beizubehalten, wird erfüllt. Das 50-Meter-Sportbecken und die 10-Meter-Sprunganlage werden in ihrer bestehenden Form saniert und bleiben so als Wahrzeichen des Allwetterbades erhalten. Ein neues 25-Meter-Nichtschwimmerbecken mit verschiedenen Attraktionen und ein neues Kinderplanschbecken mit benachbartem Wasserspielplatz sollen vor allem Familien einladen, das Freibad zu besuchen.

Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
Ein weiterer Schwerpunkt der Neubauplanung liegt auch bei diesem Neubauprojekt im barrierefreien Ausbau des Gebäudes. Für die Planung wurden Experten für barrierefreie Architektur hinzugezogen. So sind alle Zugänge und Räumlichkeiten, die Sanitäranlagen sowie die Umkleiden rollstuhl- und kinderwagengerecht und erfüllen damit die Anforderungen an eine barrierefreie Zugänglichkeit und inklusionsfähige Schulversorgung für das Stadtgebiet Düsseldorf-Mitte. Für Fahrräder und Autos stehen Stellflächen direkt vor dem Hallenbad zur Verfügung, für Schulbusse Haltebereiche, die einen sicheren Ein- und Ausstieg gewährleisten sollen.

Die Historie des Allwetterbades  
1930 wurde durch den Verein „Freie Schwimmer Düsseldorf e.V.“ (FSD) der  Beschluss zum Ankauf des Geländes am Flinger Broich 91 gefasst. Kurz darauf startete der Bau der „Volkssportanlage“ mit Schwimmbad, das 1932 fertiggestellt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1949 auf der Vereins-Generalversammlung der Wiederaufbau des Schwimmbades beschlossen und in Eigenarbeit des Vereins 1950 fertiggestellt. 1974 wurde das Schwimmbadgelände an die Stadt Düsseldorf übergeben, die mit dem Bau eines neuen, beheizten Schwimmbades auf dem vorherigen Sportplatz und Schwimmbadgelände startete – und zwar, erstmalig in der Bundesrepublik, mit einem Zeltdach. Am 3. Juni 1977 wurde das neue „Allwetterbad“ eröffnet und 1994 in die Betriebsführung der Bäderverwaltung gegeben.

Weihnachten 2012 ist über die Feiertage am Zeltdach durch starken Regenfall und Wind ein irreparabler Schaden entstanden. Durch die Last ist das Zeltdach an mehreren Befestigungspunkten von den Stahlseilen gerissen, so dass im Februar 2013 das Membrandach zurückgebaut und ab der Sommersaison 2013 das Allwetterbad nur noch als Freibad betrieben wurde.

Anzahl der Badegäste von der Eröffnung bis zur Schließung: 6.623.904, davon 2.151.732 Gäste aus Schulen und Vereinen und 4.472.172 Freibadbesucher. 2017 wurde nach Erteilung der Baugenehmigung mit dem Rückbau des alten Allwetterbades begonnen.

Die Beckenbereiche im bestehenden Freibad werden umfangreich saniert und erhalten neben einer Betonsanierung einen neu gefliesten Beckenkopf. Die Sprunganlage wird ertüchtigt und die Schwimmmeisteraufsicht umgebaut. Die Wasseraufbereitungsanlage der Freibadbecken wird in das Freibad verlagert.

Insgesamt werden von der Landeshauptstadt Düsseldorf rund 26,5 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes Allwetterbad Flingern investiert. Die Gesamtwasserfläche nach Neu- und Umbau beträgt 2.796 Quadratmeter, davon 2.110 im Freibad und 686 im Hallenbad.

Fakten zum Neubau des Kombi-Bades• Schwimmhalle mit 25-Meter-Schwimmerbecken mit Sprunganlage samt 3-Meter-Plattform und 1-Meter-Brett• 25-Meter-Becken mit Hubboden • Räumlich, thermisch und akustisch getrenntes Nichtschwimmerbecken mit Hubboden • Räumlich, thermisch und akustisch getrenntes Kursbecken mit Hubboden • Parkraum und Fahrradabstellflächen• Freibad mit 50-Meter-Becken• 10-Meter-Sprunganlage• Nichtschwimmerbecken mit Attraktionen• Kinderplanschbecken• Wasserspielplatz• Gesundheitsangebot im OG (Vermietung an Dritte)

Hintergrund: Bäderkonzept 2020
Neben den bereits fertiggestellten Projekten des Bäderkonzeptes, am Rheinbad und in Niederheid, sollen weitere vier neue Schwimmbäder in den nächsten Jahren in der Landeshauptstadt entstehen. Die Standorte Flingern, Oberkassel, Benrath und Unterrath sollen zukunftsfähig gemacht werden und die Sport-, Freizeit-, Erholungs- und Freibadbereiche zu einem städtischen Gesamtangebot ergänzen. Ziele des Bäderkonzeptes sind eine verbesserte Zielgruppenorientierung der städtischen Bäder sowie eine wirtschaftlichere Betriebsführung. Auch Barrierefreiheit, eine inklusionsfähige Schulversorgung und Energieeffizienz stehen weit oben auf der Liste der Zielvorgaben, welche die neuen Standorte erfüllen sollen.

Neubauprojekt Oberkassel/Heerdt
Der Neubau an der Pariser Straße 31 wird zukünftig nicht nur Schwimmstätte sein, sondern auch Treff- und Kommunikationspunkt für den Sport, für Bürger und die Politik – und das mit Blick auf den Rhein. Der Neubau soll im zweiten Quartal 2020 fertiggestellt und eröffnet werden. Die Neubaupläne beinhalten die Unterbringung eines Schwimmbades mit 25-Meter-Becken sowie eines thermisch und akustisch getrennten Lehrschwimm- und Kursbeckens mit Hubboden. Ein Kinderplanschbecken und ein Warmwasserbecken gehören ebenfalls zur Ausstattung. In dem Gebäudekomplex sind Räume für eine Physiotherapiepraxis vorgesehen. Zudem gibt es einen Gymnastikraum zur Nutzung für Vereine und Physiotherapie sowie einen Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen. Auch die Bezirksverwaltungsstelle 4 (Oberkassel, Niederkassel, Lörick, Heerdt) erhält hier ein neues Zuhause. Die Räume bieten Möglichkeiten für Veranstaltungen, Tagungen sowie für die Sitzungen der Bezirksvertretung. Eine weitere Besonderheit ergibt sich durch die geplante Stellplatzanlage mit aufliegendem Fußballtrainingsfeld.

Mehrgenerationen-Gesundheitsbad in Benrath 
Der Neubau in Benrath ist als Mehrgenerationen-Gesundheitsbad geplant und orientiert sich damit an der steigenden Gesundheitsorientierung und den Präventionsgedanken. Für die Ausstattung ist ein 25-Meter-Becken mit Sprunganlage, ein thermisch und akustisch getrenntes Lehrschwimm- und Kursbecken mit Hubboden, ein Vitalwarmwasserbecken, ein Sole-Außenbecken, ein Whirlpool und ein Kleinkinderbecken vorgesehen. Der Hallenneubau soll auf dem Gelände des Freibades entwickelt werden. Das Freibad bleibt erhalten und wird durch den Neubau eines Kleinkinderbereiches ergänzt. Durch diese räumliche Komprimierung werden Flächen geschaffen, die als Baugrundstücke vermarktet und  zur Refinanzierung des Neubaus genutzt werden können.

Hallenbad Unterrath
Für den Badneubau in Unterrath sind unter anderem ein 25-Meter-Becken, eine Sprunganlage, ein Lehrschwimm- und Kursbecken mit Hubboden und ein Kleinkinderbecken vorgesehen. Zurzeit prüfen die beteiligten städtischen Ämter mögliche Standorte für den Neubau.

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