v.l. Daniel Schranz, Wilhelm Hausmann, Ina Scharrenbach, Simone-Tatjana Stehr, Marie-Luise Dött und Wilhelm Köster (Foto: privat)

Oberhausen. Was hat Heimat eigentlich mit Bauen zu tun? Fragen wie diesen stellte sich Ina Scharrenbach beim von Oberhausens CDU-Fraktionsvorsitzender Simone-Tatjana Stehr und CDU-Parteichef Wilhelm Hausmann moderierten „Frühjahrsgespräch“ im Autopark Wilhelm Köster an der Gabelstraße. Die nordrhein-westfälische Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung betonte vor Oberbürgermeister Daniel Schranz, der CDU-Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und rund 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, dass sie keinen Heimatbegriff vorgeben werde: „Ich als Westfälin kann keinem Rheinländer sagen, was Heimat ist.“ Doch Scharrenbach erklärte auch: „Heimat schlägt eine Brücke über alle Bereiche in meinem Ministerium.“

Die Antwort zum Beispiel auf die Frage, was Heimat eigentlich mit Bauen zu tun hat, mündet für die Ministerin in konkrete Politik: „Wohnen ist gebaute Heimat.“ Deshalb habe die NRW-Regierung die öffentliche Wohnraumförderung finanziell besser ausgestattet, „mit mindestens 800 Millionen Euro in jedem Jahr“. Außerdem werde „der Blick stärker auf die Quartiere gerichtet“: „Menschen, die alt werden, sollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.“ Einen Unterschied zur Politik der rot-grünen NRW-Vorgängerregierung macht Scharrenbach dabei aus: „Wir beschreiben nicht nur die Probleme, sondern wir streben konkrete Lösungen an. Und wenn uns das nicht gelingt, dann sagen wir das auch.“

Viele weitere Themen wurden von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochen. Welche Menge an Freiflächen sollte in NRW bebaut werden? Die Ministerin verwies darauf, dass „wir in Nordrhein-Westfalen 90 000 Altlastenflächen haben“: „Wir müssen also erst schauen, wo wir Brachen haben, die wir bebauen können.“ Mit Bezug auf den Denkmalschutz versicherte Scharrenbach: „Wir wollen das kulturelle und historische Erbe bewahren.“ Leerstands-Probleme, wie sie Oberhausen hat, erforderten „vor allem ein Leerstandsmanagement“: „In dieser Hinsicht gibt es kein Erkenntnisproblem, vielmehr Herausforderungen bei der Umsetzung.“

Zentral war es aber doch das Thema Heimat, das die Menschen bewegte. Die Ministerin erklärte in diesem Zusammenhang das Regierungsprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern was Menschen verbindet“. Selbst kleinste Projekte von Vereinen und Initiativen, die sich mit Heimat beschäftigen, sollen unbürokratisch finanziell gefördert werden: in diesem Fall beispielsweise über den „Heimat-Scheck“.

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