(Foto: Projekt LebensWert)

Duisburg. Wenn die Schlagzeile „Clemens Schmuck, Daniel Dickopf, Niels Olfert, Björn Sterzenbach und Ingo Wolfgarten feierten mit 550 Gästen im Schmidthorster Dom Musik-Party“ wäre, würden viele Leserinnen und Leser denken „Ach, Pater Tobias dreht nun mächtig mit ein paar Kumpels auf“. Zwar tanzte kein Konzertbesucher auf den Chorbänken, obwohl die fünf A-Capella-Sänger aus der Kölner Bucht und Umland ihr Bestes gaben, aber das altehrwürdige katholische Gemäuer in Neumühl bebte vor Begeisterung.

Nach zweieinhalb Stunden mitreißenden Gesang ohne instrumentale Begleitung waren die fünf Vollblutmusik-Kumpels nicht nur für den Seelsorger der Herz-Jesu-Gemeinde, Pater Tobias, Alte Bekannte. So stürmte die junge A-Capella-Formation, die sich selbst als „Konkurs-Masse der Wise Guys“ bezeichnet, mit neuen eigenen Gassenhauern wie „Wir sind Alte Bekannte“, „Montagsallergie“, „Wir sind da!“, „Ich habe kein Tattoo“ und „Rechthaben ist geil“ in die Herzen und Seelen ihrer Fan-Gemeinde. Einige alte Songs ihrer Vorgänger-Formation Wise Guys durften natürlich nicht fehlen. So wurde der kurzweilige Abend wie es sich Björn Sterzenbach noch 10 Minuten vor Konzertbeginn gewünscht hatte: „Ein schöner stimmiger Abend.“

(Foto: Projekt LebensWert)

Zum ersten Mal waren die „Alte Bekannte“ Gast in der Herz-Jesu-Kirche, von den etwa 120 Konzerten im gesamten deutschsprachigen Raum in diesem Jahr finden gerade mal 20 in Kirchen statt. „Uns reizt die besondere Atmosphäre in Kirchen“, erläutert Nils Olfert, während Daniel Dickopf einschränkt, dass man durch den Eigenhall der sakralen Bauten poppige und schnelle Songs nicht spielen kann oder diese mit einem langsameren Tempo präsentieren muss. Aber das ist und war keine Schwierigkeit für die A-Capella-Profis, die zusammen über 120 Jahre Bühnenerfahrung verfügen. „Alte Bekannte“ rissen ihr Publikum, welches Ingo Wolfgarten als „Familien in drei Generationen, also von 5 bis über 80 Jahren“ beschreibt, von der ersten Sekunde mit.

(Foto: Projekt LebensWert)

Was die fünf sympathischen Sänger vor Beginn noch nicht wussten, ihr jüngster Fan, gerade im März geboren, nahm mit dem stolzen Vater auf der geschützten Orgeltribüne Platz. Die Ortskennzeichen der parkenden Autos im Kirchenumkreis zeigten eindeutig, dass Gäste aus dem gesamten Ruhrgebiet, Niederrhein, Rhein- und Bergisches Land den Weg in den Duisburger Norden fanden. Sogar aus Berlin und Sachsen-Anhalt waren mehrere Fans mit Übernachtung in der Jugendherberge am Landschaftspark angereist. „Ich bin sehr erfreut, dass unsere Konzerte so viel Anklang finden. Unsere Herz-Jesu-Kirche ist nicht nur ein Ort zum Beten und zum Messe feiern“, zeigte sich Pater Tobias glücklich über das Konzert auch „neue Bekannte“ für sein Sozialprojekt LebensWert gewonnen zu haben. So schrieb die 18-jährige Fachoberschülerin Nele Sedelky aus Köthen, dem Dreieck zwischen Magdeburg, Bitterfeld und Lutherstadt Eisleben, anschließend an die Projekt-Mitarbeiter: „Ich war heute in Duisburg, weil meine Lieblingsband die ‘Alte Bekannten‘ in der Herz-Jesu Kirche aufgetreten sind und ein paar Freunde von mir in der Nähe wohnen und wir gemeinsam das Konzert erleben wollten. Es war sehr toll! Die Kirche hatte eine klasse Akustik und das Team samt Pater ist super!“

(Foto: Projekt LebensWert)
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