Gemeinsame Testfahrt mit dem E-Bus IRIZAR ie (v.l.n.r.): Thomas Kufen (Oberbürgermeister Stadt Essen), Klaus Kubica (Ferrostaal Equipment Solutions GmbH), Simone Raskob (Umweltdezernentin Stadt Essen), Michael Feller und Uwe Bonan (Geschäftsführer Ruhrbahn) (Foto: Ruhrbahn)
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Essen/Mülheim. Noch bis Mitte Mai testet die Ruhrbahn einen batteriebetriebenen Elektrobus der spanischen Marke IRIZAR in Essen und Mülheim auf Zuverlässigkeit, Reichweite und technische Anforderungen. Ende 2018 soll der Test mit einem auf die Anforderungen des deutschen Marktes weiterentwickelten Nachfolgemodell fortgesetzt werden.

Im Februar 2018 ist Essen von der Bundesregierung als eine von fünf „Lead-Cities“ ausgewählt worden, um gemeinsam mit dem Bund und den Ländern ein „Sofortprogramm saubere Luft“ zu erarbeiten und modellhaft umzusetzen. „Wie viele andere Großstädte stehen wir vor der großen Herausforderung der Verkehrswende. Unsere Aufgabe ist es, einen intelligenten Mobilitätsmix anzubieten, damit die Bürgerinnen und Bürger nicht nur einfach von A nach B kommen, sondern auch nachhaltig“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Dafür benötigen wir nicht nur eine gute Vernetzung im Bereich des ÖPNV, sondern auch moderne Antriebstechnologien“, so Kufen weiter. „Im Rahmen des Testbetriebs soll die Tauglichkeit einer neuen, zukunftsträchtigen Antriebstechnologie im täglichen Fahrbetrieb eines großstädtischen ÖPNV-Unternehmens erprobt und evaluiert werden. Es geht auch darum, den ÖPNV als Vorbild bzw. Vorreiter sauberer Antriebstechnologien im Fokus zu halten. Der ÖPNV in Essen soll den Bürgerinnen und Bürgern als ökologische Mobilitätsalternative dienen bzw. angeboten werden“, erklärt Simone Raskob, Umweltdezernentin der Stadt Essen und Mitglied im Aufsichtsrat der Ruhrbahn.

Machbarkeitsstudie „Zero Emission“
Bereits Anfang 2017 hat sich die Ruhrbahn mit diesem Thema beschäftigt und eine Machbarkeitsstudie „Zero Emission“ in Auftrag gegeben. Ergebnis der Studie ist ein Szenario für einen möglichen Umstieg vom Dieselbussystem zu zukunftsorientierten, umwelt- und klimafreundlichen, innovativen Bus-Antriebstechnologien. „Wir folgen den Empfehlungen der Studienergebnisse und planen einen Pilotbetrieb auf je einer Linie in Essen und Mülheim. Hierbei sind wir zum jetzigen Zeitpunkt hinsichtlich der anzuwendenden umweltfreundlichen Antriebstechnologie noch offen“, erklärt Michael Feller, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Personal, Markt & Technik).

Spanischer Elektrobus im Test
Zur Vorbereitung auf dieses Pilotprojekt testet die Ruhrbahn aktuell einen batteriebetriebenen Elektrobus der Marke IRIZAR in Essen und Mülheim auf Zuverlässigkeit, Reichweite und technische Anforderungen. Der 12 Meter lange e-Stadtbus IRIZAR ie mit spanischem Kennzeichen wird der Ruhrbahn zu Testzwecken von der Ferrostaal Equipment Solutions GmbH und deren spanischen Kooperationspartner Irizar e-mobility zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem IRIZAR e-Bus bereits heute die Möglichkeit haben, erste Erfahrungen in Punkto Elektromobilität im ÖPNV in Essen und Mülheim sammeln zu können“, so Uwe Bonan, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Finanzen, Einkauf und Betrieb). Nach Abschluss der Testphase bei der Ruhrbahn wird der Bus ebenfalls zu Testzwecken auch an andere deutsche Verkehrsunternehmen wie zum Beispiel den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein GmbH ausgeliehen. Auf Basis der Rückmeldungen aus den verschiedenen Verkehrsunternehmen wird dann ein auf die Anforderungen des deutschen Marktes angepasstes Nachfolgemodell gebaut. Dieses soll der Ruhrbahn sowie weiteren interessierten Unternehmen Ende 2018 zu weiteren Testzwecken zur Verfügung gestellt werden.

Der spanische Elektrobus benötigt Strom aus der Steckdose und wird nachts in rund sieben Stunden an den Ladestationen auf den Betriebshöfen Schweriner Straße (Essen) oder Rosendahl (Mülheim) geladen. Anders als ein Dieselbus ist der Elektrobus nicht den ganzen Tag einsetzbar. Mit einem 376 kWh großen Batteriepaket ausgestattet, hat der E-Bus eine Reichweite von über 200 Kilometern. Die Batterien sind platzsparend auf dem Dach montiert und ermöglichen so einen fast durchgehend niederflurigen Boden im Fahrgastbereich. „In dieser Technologie liegt die Zukunft des straßengebundenen Nahverkehrs. Der Einsatz von elektrischen und somit emissionsfreien und nahezu geräuschlosen  Bussen wird die Umweltbedingungen in unseren Städten nachhaltig verbessern“, erklärt Klaus Kubica, Bereichsleiter Transportation der Ferrostaal Equipment Solutions GmbH, die Bedeutung batteriebetriebener Elektrobusse. Ob diese Antriebstechnologie am Ende für das Bedienungsgebiet der Ruhrbahn praktikabel ist und einen reibungslosen ÖPNV ermöglicht, wird sich zeigen.

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