Paul Ley und Helga Giersiepen stellen das von ihnen verfasste Buch „Die Inschriften der Stadt Xanten“ vor (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Xanten. Als „ein Geschenk“ und ein „großes Projekt“ hat Dr. Udo Grote, Leiter des Xantener Stiftsmuseums, den gerade erschienen Band „Die Inschriften der Stadt Xanten“ bezeichnet. Das im Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden, erschienene Werk ist das Produkt der Jahre langen Detektiv- und Übersetzungsarbeit des ehemaligen Latein-Lehrers Paul Ley. In mühsamer Kleinarbeit hat er insbesondere die mittelalterlichen Inschriften, die noch in Xanten und den umliegenden Ortschaften existieren, gesammelt, analysiert und soweit wie möglich übersetzt.

Er habe, erinnerte sich Grote bei der Präsentation, Ley einst im Kreuzgang des Xantener Doms beim Studium der dortigen Inschriften getroffen. Es folgten Gespräche und schließlich die Idee, die Inschriften zu sammeln und zu publizieren. „So hat sich Herr Ley mit dem Inschriften-Virus infiziert. Nach rund einem Jahr gab er mit vier Ordner mit Fotos, Transkriptionen und Übersetzungen, danach ging es dann richtig los. Es folgten Jahre akribischer Forschung, jeder Quadratzentimeter im Dom wurde nach Inschriften abgesucht.“ Rund 80 Prozent der erhaltenen Inschriften stammen aus dem Dom oder der ihn umgebenden Immunität. „Die ganze Arbeit hat Herr Ley komplett ehrenamtlich geleistet“, betonte Grote, „aber der Ruhm wird ihm bleiben.“

Professor Rudolf Schieffer von der nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste hob hervor, dass die Publikation, wie schon früher erschienene Bände aus anderen Städten, „der Erschließung und langfristigen Sicherung des kulturellen Erbes“ dienen. Durch Zerstörung und Verwitterung gebe es einen deutlichen Substanzverlust bei den alten Inschriften, die unwiederbringlich verloren sind, wenn sie nicht rechtzeitig erforscht und so für die Nachwelt gesichert werden. Er dankte Ley, ebenso Professorin Andrea Stieldorf, Leiterin der Arbeitsstelle Inschriften der nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Der Autor stellte schließlich einige seiner „geliebten Inschriften“, wie er selber sagte, vor. Dabei konnte er dem Publikum bei der Präsentation deutlich machen, welche Herausforderungen bei der Erforschung auf ihn warteten. Dass er diese alle gemeistert hat, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Helga Giersiepen, die Ley bei der Publikation unterstützt hat.

Das Buch „Die Inschriften der Stadt Xanten“ ist der 92. Band der Reihe „Die Deutschen Inschriften“. Erschienen ist es jetzt im Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden.

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