Die Obermeister Peter Rath (r.) und Willi Gobbers (schräg dahinter, mit dunklem Sakko) erhoben die jungen Elektroniker und Anlagenmechaniker in den Gesellenstand (Foto: Kreishandwerkerschaft)
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Krefeld. Ihre Ausbildung im Handwerk haben sie geschafft: Das feierten 36 junge Elektroniker und Anlagenmechaniker mit der Elektro-Innung Krefeld und der Innung für Sanitär, Heizung, Klima und Apparatebau. In einer gemeinsamen Veranstaltung sprachen die Innungen die Nachwuchshandwerker im Saal „Goldener Hirsch“ von den Pflichten der Lehrzeit los.

Die beiden Obermeister Peter Rath (Elektro-Innung) und Willi Gobbers (SHK-Innung) erhoben die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie die Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik in den Gesellenstand. Vor diesem großen Moment gab es eine Runde Altbier: Gastrednerin Anne Furth von der Gaststätte Nordbahnhof stellte so ihr selbst gebrautes „Schlüffken“ vor.

Im Gespräch mit Willi Gobbers schilderte die 29-Jährige ihren Werdegang: Kochausbildung in Paris, Studium der Lebensmitteltechnologie und Wirtschaft in Bern, Regionalverkaufsleiterin in Köln bei einem Discounter, Praktikum in einer Brauerei in München. Und nun das eigene Bier aus Krefeld. „Es ist mit Leidenschaft gemacht“, betonte Furth und fügte hinzu: „Wenn etwas handwerklich hergestellt ist, schätze ich es sehr.“

Das Handwerk sei Vorreiter in Sachen Innovation, sagte Obermeister Peter Rath. „Nie waren die umzusetzenden Aufgaben für das Elektro- und das SHK-Handwerk komplexer als heute“, erklärte er. Die Anwendung regenerativer Energien, das „digitale Haus“ mit viel Komfort, vernetzte Gebäudetechnik – all diese Errungenschaften könnten die Kunden nur mit Hilfe kompetenter Fachhandwerker nutzen. Willi Gobbers wies darauf hin, dass es dafür eine gute Ausbildung brauche – und die sei durch das duale System in Betrieb und Schule gewährleistet. „Das ist eine deutsche Spezialität, um die uns viele Länder beneiden. Die neuen Gesellen bestätigen uns, dass dieses System erfolgreich ist“, so Gobbers. Er wünschte sich, „dass mehr Kollegen ausbilden“ – und dankte gleichzeitig denen, die es tun.

Stephen Gregory, Leiter der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) der SHK-Innung, sowie Frank Heckershoff (Vorsitzender des Prüfungsausschusses Elektro) und Marco Scharnik (Elektro-ÜBA) überreichten die Gesellenbriefe. Besonders geehrt wurden der Elektroniker Christoph Voß (Ausbildungsbetrieb: Elektro Lücke GmbH) und der Anlagenmechaniker Tevfik Erisoglu (Heinz Toups GmbH): Sie sind die Jahresbesten ihrer Innungen. Beide sind von ihren Betrieben als Gesellen übernommen worden. Christoph Voß (26) hat bereits das nächste Ziel fest im Blick: Er will sich zum Techniker fortbilden. „Als Elektroniker trägt man dazu bei, die Zukunft zu verändern“, sagt er. Ein Beispiel sei die E-Mobilität – da sei es Aufgabe des Elektro-Handwerks, die benötigten Ladestationen etwa an Wohnhäusern zu installieren.

Auch Tevfik Erisoglu kann sich vorstellen, sich später zum Meister oder Techniker zu qualifizieren. Zuvor jedoch plant der 21-jährige Anlagenmechaniker ein wichtiges Lebensereignis: Im nächsten Jahr will er heiraten.

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