(v.l.) Kreisdirektor Ralf Berensmeier sowie die Tagesmutter Tina Jubt mit den Kindern (Foto: privat)

Alpen/Hamminkeln/Hünxe/Neukirchen-Vluyn/Schermbeck/Sonsbeck/Xanten. Bei den beiden Pressegesprächen in dieser Woche in Hünxe und in Neukirchen-Vluyn drehte sich alles um die „Kleinsten“ im Kreis Wesel. Denn die Nachfrage insbesondere nach Kindertagespflege für Säuglinge und Kleinkinder steigt ständig. Der Umfang und auch die Qualität der Tagespflege haben im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Wesel – Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Neukirchen-Vluyn, Schermbeck, Sonsbeck und Xanten – in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Die Anzahl der durch Tagespflege betreuten Kinder ist seit 2014 um mehr als 40 Prozent gestiegen. Knapp 530 Kinder sind aktuell in Tagespflegestellen untergebracht. Ende 2016 gab es noch 148 Tagespflegepersonen im Kreis Wesel, ein Jahr später bereits 222 – sechs davon sind Tagesväter. Nichtsdestotrotz werden weitere Tagesmütter und Tagesväter dringend gebraucht.

„Daher sind wir sozusagen auf Werbetour für neue qualifizierte Tagesmütter und Tagesväter. Aber auch Räume werden dringend benötigt, wir möchten also auch Vermieter ansprechen“, betont Kreisdirektor Ralf Berensmeier. Die Kernbotschaft: „Wenn Sie Interesse haben, sich zu engagieren, dann melden Sie sich bei uns, wir beraten und unterstützen Sie.“

Die erste Station der Tour führte zur „Villa Klitzeklein“ in Hünxe. Die drei Tagesmütter Yvonne Feuchthofen, Esther Amoah-Afrifa und Melanie Vollmer betreuen in ihrer Großtagespflegestelle bis zu neun Kinder. Tina Jubt hingegen kümmert sich in Neukirchen-Vluyn um vier Kinder in angemieteten Räumen, ihre kleine Tochter Emma ist dann auch dabei. „Weltentdecker“ heißt die Kindertagespflege von Tina Jubt. „Ein treffender Name!“, findet Berensmeier und ergänzt:

„Die Kindertagespflege ist ein wichtiger Baustein der Jugendhilfe zur Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern.“ Durch ihre familiennahe und familienähnliche Form unterscheide sie sich von Kindertageseinrichtungen und ergänze gleichzeitig die Betreuungsangebote des Kreises Wesel. „Die Kindertagespflege ist insbesondere für Kinder unter drei Jahren geeignet. Denn hier können die individuellen Bedürfnisse von Kind und Familie berücksichtigt werden.“

Auch die Tagesmütter sind sich einig, wenn sie sagen, dass die Eltern vor allem die familiäre, individuelle und vor allem flexible Betreuung schätzen, die die verschiedenen Modelle der Kindertagespflege ermöglichen.

In der Kindertagespflege findet die Betreuung der Kinder in kleinen Gruppen statt. Dies kann im eigenen Haushalt oder in angemieteten Räumen mit bis zu fünf Kindern gleichzeitig stattfinden. Eine weitere Möglichkeit gibt es in Form einer Großtagespflegestelle mit bis zu drei Tagespflegepersonen und neun Kindern.

Tagespflege ist mehr als Betreuung. Deshalb müssen Kindertagespflegepersonen auch spezifisch ausgebildet sein und permanent weitergebildet werden. Tagespflegepersonen unterstützen und fördern Kinder in ihrer Entwicklung. Zuverlässigkeit, Geduld, Flexibilität, Reflexionsfähigkeit und ausgeprägte Freude an einer Tätigkeit mit Kindern sind Kompetenzen, die jede Tagesmutter bzw. jeder Tagesvater für die verantwortungsvolle Aufgabe mitbringen sollte. Außerdem muss eine Tagespflegeperson über eine pädagogische Ausbildung verfügen oder aber Qualifizierungskurse besuchen. Das Kreisjugendamt schaut gemeinsam mit den Bewerbern, ob sie geeignet sind und ob es passende Örtlichkeiten gibt.

Der Kreis Wesel fördert notwendige Qualifizierungsmaßnahmen für Tagesmütter bzw. Tagesväter und übernimmt im Einzelfall Kosten für die Ausstattung und Herrichtung von Räumen. Die Kindertagespflegepersonen erhalten ein Betreuungsgeld pro Kind und Stunde und haben Anspruch auf Übernahme von anteiligen Kosten zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie der Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung. Die Mitarbeiter/innen des Kreisjugendamtes beraten und schulen Interessierte, besichtigen Räumlichkeiten vor Ort und betreiben aktive Werbung bei Kindertagespflegepersonen und freien Trägern.

Zur Beratung und Begleitung der Tagespflegepersonen hält das Kreisjugendamt sechs Fachberaterinnen und Fachberater vor, mit denen Interessierte in Kontakt treten können (linksrheinisch: 0281-207-7131) (rechtsrheinisch: 0281-207-7115).

Beitrag drucken
Anzeigen