Die Gäste aus Middlesbrough mit ihren Oberhausener Gastgebern im Foyer des Rathauses (Foto: Stadt Oberhausen)

Oberhausen. Der Besuch der hochrangig besetzten Delegation aus Oberhausens englischer Partnerstadt Middlesbrough Anfang Februar 2018 ist ein voller Erfolg gewesen. Es wird auf verschiedenen Ebenen zu Kooperationen und weiteren Begegnungen kommen:

  • Die Fußballvereine Rot-Weiß Oberhausen und FC Middlesbrough beabsichtigen Treffen ihrer Jugendmannschaften, bei denen natürlich auch gemeinsam trainiert wird.
  • Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften beider Städte haben sich darüber verständigt, nach dem Brexit weiter und enger zu kooperieren. So bezeugen Unternehmen aus Middlesbrough ein Interesse am Aufbau eines Kontaktbüros im EU-Raum. Dafür böte sich Oberhausen als Standort an.
  • Der Oberhausener Künstler Thomas Lehmen, bekannt durch seine Aktion „Brauchse Jobb? Wir machen Kunst!“, bei der es um Kunst-Arbeit von Oberhausenern für Oberhausener und um Bezüge zur Stadtgesellschaft ging, wird ein Projekt in Middlesbrough starten.
  • Jugendliche aus Middlesbrough erhalten die Möglichkeit, im Friedensdorf zu leben und ehrenamtlich zu arbeiten.
  • Die Volkshochschule Oberhausen und die Sprachschule Café Pierre Langues in Middlesbrough sehen Kooperationsmöglichkeiten im Bereich des E-Learning (elektronisch unterstütztes Lernen). Der Kontakt von Fremdsprachschülern und Muttersprachlern soll dabei gefördert werden.

„Die Parallelen zwischen beiden Städten sind bemerkenswert“, stellt Oberhausens Dezernent für Strategische Planung, Ralf Güldenzopf, fest. „Sowohl der Strukturwandel als auch eine aktuelle Dynamik prägen beide Städte. Hier können wir voneinander profitieren und gemeinsam Strategien entwickeln. Der Veränderungswille und der Mut in Middlesbrough sind beeindruckend. Es ist gut solche Partner zu haben.“

Die oben genannten Beispiele zeigen, dass sich das Bilden gemischt besetzter Fachteams beim Besuch der Middlesbrougher Gäste bewährt hat. Schnittmengen wurden schnell gefunden, Zielvorstellungen entwickelt, konkrete Pläne besprochen. Beide Seiten sind sehr daran interessiert, dass es in den kommenden Monaten zu einem Gegenbesuch einer Oberhausener Delegation kommt. „In den Zeiten von Brexit und steigendem Nationalismus ist es wichtig, durch konkrete Projekte Zeichen von Freundschaft und erfolgreicher Zusammenarbeit zu senden“, erklärt der Erste Beigeordnete der Stadt Oberhausen, Apostolos Tsalastras.

Oberbürgermeister Daniel Schranz und Oberbürgermeister Dave Budd hatten bei der Oberhausener Partnerschaftskonferenz im Juni 2016 vereinbart, dass die Beziehungen zwischen beiden Städten im Falle eines Brexit nicht nur weitergeführt, sondern auch verstärkt werden sollten. „Die Einlösung dieses Versprechens ist uns mit dem Besuch der hochrangigen Delegation aus Middlesbrough in Oberhausen und den Ergebnissen gelungen“, so Desbina Kallinikidou vom Büro für Interkultur.

Die offizielle Städtepartnerschaft zu Middlesbrough besteht seit 1974. Beide Städte haben viele Gemeinsamkeiten: Es sind Kommunen mit einer stolzen Industriegeschichte. Beide vollziehen einen Strukturwandel, arbeiten intensiv an Veränderungen ihres Images, sie setzen dabei auf die Bereiche Kultur, Bildung und Tourismus.

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