Der RS-17c (Foto: HSNR Racing Team)

Krefeld. Ein Straßenwagen beschleunigt in zehn bis zwanzig Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der RS-17c schafft dies in etwas über vier Sekunden. Das HSNR Racing Team ist ein studentisches Projekt an der Hochschule Niederrhein, das jedes Jahr einen Rennwagen baut.

Das 2011 gegründete Team nimmt an der so genannten „Formula Student“-Serie, einem internationalen Konstruktionswettbewerb von Hochschulen und Universitäten weltweit, teil. Von anfänglichen Schwierigkeiten und optischen Eskapaden hat sich das Team im Verlauf der letzten Jahre zum Vorzeige-Projekt der Hochschule Niederrhein erhoben, zuletzt mit dem 13. Platz von über 50 Teilnehmern im italienischen Varano de Melegari im Juli 2017.

Der aktuelle Rennwagen, genannt RS-17c, hat eine wettbewerbsbedingte Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h, besteht größtenteils aus Verbundstoffen und wurde mit Ausnahme des Motors und der Reifen vollständig von Studierenden der Hochschule Niederrhein gebaut.

Für viele Studierende, darunter auch Baugruppenleiterin Amira Lashin, bietet das Projekt neue, insbesondere auch praktische Erfahrungen: „Ich bin vor über 2 Jahren beigetreten, weil ich neben dem theoretischen Studium viele praktische Erfahrungen in der Fahrzeugtechnik sammeln möchte. Am meisten gefällt mir der Teamzusammenhalt, die Lösungsfindung und natürlich den selbstgebauten Wagen auf der Strecke fahren zu sehen.“

Für Teamleiter Jannik Holm war von vorne herein klar, dass er Teil des HSNR Racing Teams sein wollte; „Auch in meiner vierten Saison hat die Faszination von der Entstehung der ersten Bauteile bis zum fertigen Wagen nicht abgenommen. Für mich ist die Arbeit im HSNR Racing Team zu einer wahren Leidenschaft herangewachsen, die mir weit mehr bedeutet als Erfahrungen und Wissen zu sammeln.“

Betreut wird das Projekt von Prof. Dr.-ing. Michael Heber, seines Zeichens Professor für Konstruktionslehre & Kunststofftechnik am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik: „In unserem Formula Student Team kommen ganz unterschiedliche Studierende zusammen. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie sind bereit, sich für die Konstruktion und den Bau eines Rennwagens überdurchschnittlich und freiwillig zu engagieren. Dabei bringen sie sich selber wichtige fachliche Dinge aber vor allem die Kooperations- und Organisationsfähigkeit eines großen Teams bei. Sie lernen dabei, dass ein neues, komplexes Produkt auf den Punkt funktionsfähig sein muss. Kein Wunder, dass diese Studierenden als zukünftige Mitarbeiter in der Wirtschaft besonders begehrt sind.“

Aktuell bereitet sich das Team auf die neue Saison 2018 vor; mit zwei Events in Italien (Varano de Melegari) und Spanien (Circuit de Barcelona).

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