Die Vertreter des Konsularischen Korps beim Neujahrsempfang im Rathaus (Foto: (c)Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister)

Düsseldorf. Über 50 Vertreter des Konsularischen Korps kamen am Mittwoch, 31. Januar, zum 19. Neujahrsempfang ins Rathaus. Oberbürgermeister Thomas Geisel empfing die internationalen Vertreter im Jan-Wellem-Saal. In diesem Jahr wurde das Konsularische Korps von Doyen Jan Sobczak angeführt, dem Generalkonsul der Republik Polen. Vize-Doyen ist der Honorarkonsul des Haschemitischen Königreichs Jordanien, Claus Gielisch.

46 konsularische Vertretungen und Zweigstellen haben ihren Sitz in der Landeshauptstadt Düsseldorf. In ganz Nordrhein-Westfalen sind 75 konsularische Vertretungen zu finden. Da es 2017 zahlreiche Wechsel in den Reihen des Konsularischen Korps gab, war es für viele Repräsentanten dieser Länder der erste Neujahrsempfang im Düsseldorfer Rathaus.

Oberbürgermeister Thomas Geisel wies gleich zu Beginn des Empfangs auf die Internationalität der Stadt Düsseldorf mit ihren mehr als 635.000 Einwohnern aus über 180 Ländern hin. Für die große Anzahl an internationalen Einwohnern wurde Anfang des Jahres ein neues Amt gegründet. Das Amt für Migration und Integration soll Bürgern, die aus anderen Ländern kommen, eine zusätzliche Anlaufstelle bieten.

Zudem hob Geisel auch die wichtige Aufgabe des Konsularischen Korps hervor: „Die Vertreterinnen und Vertreter des Konsularischen Korps sind oft die ersten Ansprechpartner für Menschen, die aus ihren Heimatländern nach Düsseldorf kommen. Daher ist es mir wichtig, regelmäßig mit ihnen im Gespräch zu bleiben und den vertrauensvollen Kontakt und Gedankenaustausch zu pflegen.“

Geisel blickte zurück auf das vergangene Jahr 2017, das für die Menschen in Deutschland allgemein und auch für die Düsseldorfer besonders ereignisreich war. Neben der Bundestagswahl im September standen die Bewohner der Landeshauptstadt bereits im Mai vor der Wahlurne, als der nordrhein-westfälische Landtag gewählt und anschließend neu besetzt wurde. In sportlicher Hinsicht konnten sich die Düsseldorfer über die Tischtennis-Weltmeisterschaft, die Triathlon-Europameisterschaft und den Grand Départ zur Tour de France freuen. „Mehr als eine Million Zuschauer haben den Grand Départ hier in Düsseldorf erlebt, darunter auch viele ausländische Gäste“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Das Großereignis hat einmal mehr gezeigt, wie Sport Internationalität fördert.“

Zugleich gibt es auch weniger erfreuliche Entwicklungen: Dazu gehören die unverminderte Terrorbedrohung in Europa sowie Kriege und Unruhen in den Krisen-, Hunger- und Seuchengebieten der Welt. Diese Themen stellen auch die Kommunen vor neue Herausforderungen. „Die Kommunen sollten sich verstärkt für die Europäische Union einsetzen, deren Zusammenhalt scheinbar schwindet“, meint Geisel. „Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern den Wert dieses Staatenbündnisses noch näher bringen, denn die europäische Union zählt seit Jahrzehnten zu den tragenden Säulen des Friedens in Europa.“ Um globale Herausforderungen und die Rolle von Kommunen zu besprechen, reiste Geisel im letzten Jahr zum Bürgermeistergipfel nach Rom und in der letzten Woche zum Bürgermeisterkongress in die USA.

Düsseldorf setzt sich zudem mit seinen Städtepartnerschaften für einen internationalen Zusammenhalt ein. So konnte 2017 die seit 70 Jahren andauernde Städtefreundschaft mit Reading/England gefeiert werden und das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Moskau/Russland. Auch die Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages mit Toulouse/Frankreich setzte Zeichen.

In diesem Jahr können weitere Städtepartnerschaften gefeiert werden. Geplant ist ein Jubiläumswochenende mit verschiedenen Veranstaltungen, um drei Städtepartnerschaften zu feiern, die seit jeweils 30 Jahren bestehen – nämlich Haifa/Israel, Reading/England und Chemnitz/vormals DDR. Weitere Europaveranstaltungen sind bereits in Planung, da sich Düsseldorf um das Europe Direct Informationszentrum von 2018 bis 2020 beworben und den Zuschlag erhalten hat. Eine prominente und auch traditionsreiche Möglichkeit bietet der Europatag am Samstag, 5. Mai. Er wird wieder auf dem Marktplatz vor dem Rathaus begangen.

Hintergrund: Die internationale Stadt Düsseldorf
In der Landeshauptstadt Düsseldorf leben mehr als 140.000 ausländische Menschen. Die ausländische Bevölkerung kommt aus mehr als 180 Nationen. Die meisten, rund 13.000 Menschen, stammen aus der Türkei, gefolgt von Griechenland (rund 10.000) und Polen (rund 9.300). Asien spielt in Düsseldorf bereits seit mehreren Generationen eine besondere Rolle: Die Stadt zählt rund 5.500 Einwohner aus Japan und mehr als 3.400 aus der Volksrepublik China (Stand Dezember 2015). Mit rund 500 japanischen Unternehmen in der Region und über 380 im Stadtgebiet ist Düsseldorf die wichtigste Schaltzentrale Japans auf dem europäischen Kontinent.

Beitrag drucken
Anzeigen