Erdkröte

Dinslaken/Krefeld. Wegen der milden Temperaturen begeben sich jetzt die Erdkröten und Grasfrösche in großer Zahl auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Bei Einbruch der Dunkelheit werden in Krefeld deswegen schon ab dem heutigen Donnerstag, 25. Januar, die Straße Steeger Dyk im Hülser Bruch zwischen Langen Dyk und Mohrendyk und die Kurkölner Straße in Linn durch die Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen jeweils bis zum nächsten Morgen gesperrt. Die Untere Landschaftsbehörde bittet die Autofahrer in frostfreien Nächten wegen der stark einsetzenden Wanderung im Bereich des Hülser Bruchs und am Boomdyk auf wandernde Lurche zu achten und das Gebiet nach Möglichkeit großräumig zu umfahren, da auf einigen Strecken, die nicht für den Straßenverkehr gesperrt werden können, ebenfalls zahlreiche Frösche, Kröten und Molche unterwegs sind.

Vermutlich bedingt durch den Klimawandel sind die alljährlichen Wanderungen der Amphibien zu ihren Laichgewässern heute vor allem zeitlich, aber auch räumlich, nicht mehr so genau vorherzusagen, wie dies bis vor einigen Jahren zumeist noch der Fall war. Früher begannen die Wanderungen je nach Witterung zuverlässig in den ersten Märztagen, spätestens um den 10. März, und waren noch im Laufe desselben Monats weitgehend abgeschlossen. Darauf konnten sich ehrenamtliche Naturschutzgruppen wie auch die Untere Naturschutzbehörde und die Biologische Station einstellen und die notwendigen Schutzmaßnahmen in Ruhe vorbereiten.

Diese Situation hat sich nun in den vergangenen Jahren zusehends verändert. So sind gerade 2017 vorzeitige Wanderungen von Amphibien im Februar ebenso aufgetreten wie auch Wanderungen an Stellen, die bis dahin selbst den örtlichen Naturschutzgruppen zum Teil nicht bekannt waren.
Ein besonders markantes Beispiel für vorzeitig einsetzende Wanderungen von Amphibien ist die Ober-Lohberg-Allee („OLA“) in Dinslaken, wo sogar bereits in den sehr regnerischen und milden ersten Tagen des Neuen Jahres etwa 50 Erdkröten versuchten, ihre nördlich der Straße gelegenen Laichgewässer zu erreichen.

Da an der OLA in diesem Jahr nun überhaupt nicht mehr absehbar ist, wann die alljährlichen Massenwanderungen der Amphibien tatsächlich stattfinden werden, müssen frühzeitig die notwendigen Voraussetzungen zum Schutz der zu erwartenden etwa 2.000 Erdkröten und einiger anderer Amphibien geschaffen werden. Aus den genannten Gründen werden Mitarbeiter/innen der Biologischen Station und der Stadt Dinslaken, unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte der NABU-Ortsgruppe Dinslaken, am kommenden Montag und Dienstag in einer gemeinsamen Aktion den notwendigen Schutzzaun an der OLA auf den dortigen Eigentumsflächen der RAG errichten.

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