Bei der Vorstellung der Kulturkampagne des Jugendrates: (v.l.) Kulturbotschafterin Lilli Reents, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Christina Behrens (Youpod), Initiator Marvin Wittiber, Jugendrat, und Stefan Fischer-Fels, Junges Schauspiel (Foto: (c)Stadt Düsseldorf/Ingo Lammert)

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Jugendrat, die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen in der Landeshauptstadt, hat eine Kampagne gestartet und einen Jugendclub gegründet, um Jugendliche für Kultur zu begeistern. Unter dem Motto „mit herzblut“ wurde mit zunächst acht Kulturinstituten (Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorfer Schauspielhaus, Junges Schauspiel, Forum Freies Theater Düsseldorf, Museum Kunstpalast, tanzhaus nrw, Tonhalle Düsseldorf, zakk) und dem Düsseldorfer Jugendportal „youpod“ eine breit angelegte Kultur-Kampagne für Jugendliche und junge Erwachsene entwickelt.

Mit Herzblut dabei
Ziel der Kampagne ist es, Jugendliche für die vielfältigen Kulturangebote in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu begeistern. Dabei sollen sowohl die konsumierenden als auch die partizipativen Angebote in den Kulturinstituten beworben werden. Im Mittelpunkt stehen jedoch die acht jungen Kulturbotschafterinnen und -botschafter, die von den Kulturinstitutionen benannt worden sind und ihre kulturelle Leidenschaft und ihren Lieblings-Kulturort teilen wollen.

So vielfältig die Kulturszene auch ist, eines eint die Jugendlichen alle: ihr Engagement mit Herzblut. So heißt auch der eigens dafür gegründete Club, der Kultur zum Gemeinschaftserlebnis machen soll. Entstanden ist auch eine Plakat- und Postkartenserie, die Webseite „www.mitherzblut.club“ sowie acht Videoclips. Der stellvertretende Jugendratssprecher Marvin Wittiber stellte das Projekt gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Geisel, dem Leiter des Jungen Schauspiels Stefan Fischer-Fels, der Leiterin des Düsseldorfer Jugendportals „youpod“, Christina Behrens, und Lilli Reents, der Kulturbotschafterin des Jungen Schauspiels, am Freitag, 19. Januar, im Jungen Schauspiel vor.

Oberbürgermeister Thomas Geisel ist begeistert von der Kampagne: „Kinder und Jugendliche an Kultur heranzuführen ist angesichts der vielen anderen Ablenkungsmöglichkeiten kein einfaches Unterfangen. Wenn die Initiative von den Jugendlichen selbst ausgeht, ist es sicher leichter, Begeisterung zu wecken. Gemeinsam Kultur zu erleben halte ich für einen vielversprechenden Ansatz. Ich danke allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz“, erklärte Geisel.

„Für uns ist es eine Herzensangelegenheit gewesen, den Jugendrat bei diesem tollen Projekt zu unterstützen. Beeindruckt hat mich neben dem großen Engagement vor allem die Tatsache, dass es eine Kampagne von Jugendlichen für Jugendliche ist“, meinte der Leiter des Jungen Schauspiels, Stefan Fischer-Fels. „Ich bin mir sicher, dass diese Kampagne zu einer Erfolgsgeschichte wird, von der alle Seiten profitieren können.“

Postkarten und Plakate
Mit acht verschiedenen Plakat- und Postkarten-Motiven wird in der gesamten Stadt (plakativ wie digital), insbesondere an Schulen, Jugend- und Kultureinrichtungen sowie in den Stadtbüchereien auf das Projekt aufmerksam gemacht. „Tanz oder gar nicht“ oder „Vergeig‘s richtig“ lauten die mehrdeutigen und flotten Sprüche, die der Jugendrat mit einem erweiterten Team aus engagierten, ehrenamtlichen jungen Erwachsenen entwickelt hat. „Wir wollen gerade auch die Jugendlichen erreichen und ansprechen, die bisher noch kaum oder gar keinen Bezug zu den kulturellen Angeboten unserer Stadt haben“, bekräftigt Projektleiter Marvin Wittiber. „Dies soll ein erster Aufschlag sein. Im nächsten Schritt werden wir Kontakt zu weiteren Kulturinstituten aufnehmen, und ausloten, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann. Das Projekt kann durchaus noch wachsen.“

Wie viel Herzblut im Engagement der jugendlichen Kulturbotschafterinnen und -botschafter steckt, machte die 16-jährige Botschafterin des Jungen Schauspiels, Lilli Reents, deutlich: „In der Zeit, wo ich jetzt Jugendliche bin, habe ich hier im Jungen Schauspiel viel Zeit verbracht, habe auch viel über mich gelernt und mich dort am meisten selber gefunden. Weil man einfach so akzeptiert wird, wie man ist, und es auch überhaupt nicht schlimm ist, wenn man sich über seine Ziele noch nicht so klar ist. Ich habe Unterstützung bekommen, mehr über mich herauszufinden, und das finde ich unglaublich schön. Ich würde mir sehr wünschen, dass viele Jugendliche dem Theater sehr offen gegenüberstehen und es einfach mal ausprobieren und sich dann eine Meinung dazu bilden.“

Kulturbotschafterinnen und -botschafter werben auch mit Videoclips
Ihre Begeisterung machen die jungen Kulturbotschafterinnen und -botschafter auch in Bewegtbildern nachvollziehbar. Dazu wurden acht Videoclips in Kooperation mit dem Düsseldorfer Jugendportal „youpod“ produziert. „Die kurzen Videos geben kleine Einblicke in das Engagement der jugendlichen Botschafterinnen und -botschafter. Der besondere Flair in den verschiedenen Kulturorten wird erlebbar. Die Clips sollen neugierig machen und motivieren, den Schritt in die Kulturinstitutionen zu wagen. Die Begeisterung der Botschafterinnen und -botschafter soll mitreißen und auf andere Jugendliche überspringen“, erklärte „youpod“-Leitern Christina Behrens. Die Clips können unter www.mitherzblut.club angeschaut werden.

Club gegründet, um gemeinsam Kultur zu erleben
Warum der Weg in die Kulturinstitutionen für kulturunberührte Jugendliche so schwer sein kann, erklärte Marvin Wittiber: „Auf dem Pausenhof wird über Kunst und Kultur kaum gesprochen. Selbst wenn man also Interesse an Theater, Tanz und Co. hat, findet man nur schwer Gleichgesinnte. Und dann ist da ja noch das Problem des undurchschaubaren Überangebots an Kultur. Was könnte davon jetzt wirklich cool für Jugendliche sein?“ Um hier Abhilfe zu schaffen und einen niedrigschwelligen Einstieg zu ermöglichen, hat sich der Jugendrat mit seinen Kooperationspartnern etwas ganz Besonderes ausgedacht: Den neugegründeten kulturinstitutionsübergreifenden Jugendclub „mit herzblut“ für 14- bis 21-Jährige. Jeder Jugendliche kann kostenlos Mitglied werden und dann für einen Sonderpreis mit Altersgenossinnen und -genossen ausgewählte Veranstaltungen in den acht Kulturorten besuchen. Die Mitglieder können sich aussuchen, welche Veranstaltungen oder Ausstellungen sie aus diesem Programm besuchen möchten. Begleitet wird der Kulturclub von Jugendratsmitgliedern sowie den Kulturbotschafterinnen und -botschaftern. Die erste Runde läuft vom 6. Februar bis 23. März. Danach wird mit den Instituten über das weitere Programm gesprochen.

Der Kulturclub startet seine Aktivitäten am 6. Februar um 19 Uhr im Forum Freies Theater (FFT) mit der Inszenierung von „2 Uhr 14“. Das gesamte Programm ansehen und anmelden kann man sich ab sofort unter www.mitherzblut.club.

Beitrag drucken
Anzeigen